Kleiner Server für grosse Unternehmen 03.04.2018, 05:44 Uhr

Suse Linux Enterprise Server kommt auf den
Raspberry Pi

Suse Linux Enterprise Server (SLES) ist jetzt auch mit kommerziellem Support für den ARM-Rechner Raspberry Pi 3 Model B verfügbar. Der Minirechner soll sich im Unternehmenseinsatz vor allem fürs Monitoring eignen.
(Quelle: Suse )
Bereits 2016 wurde ein Suse-Image für den Raspberry Pi im Rahmen der Entwicklerkonferenz SUSECon veröffentlicht, jetzt startet der deutsche Open-Source-Spezialist den kommerziellem Support für Suse Linux Enterprise Server (SLES) auf ARM. Suse will Unternehmen damit eine verlässliche Plattform mitsamt professionellen Support für den preiswerten Minirechner zur Verfügung stellen.
Wie der Hersteller in einem Blogeintrag beschreibt, nutzen bereits viele grosse Unternehmen Raspberry-Pi-Systeme für Monitoring-Lösungen in der industriellen Fertigung. Vor allem der niedrige Anschaffungspreis von gerade einmal rund 30 Euro bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit und starkem Entwickler-Support sprechen für den kompakten Einplatinenrechner.

Monitoring in Fertigung und Werkstatt

Als typisches Einsatzszenario nennt Suse etwa das Monitoring von älteren Fertigungsanlagen wie Roboterschraubern, die über keine eigenen Sensoranlagen zur Überwachung verfügen. Über den Raspberry Pi können solche Anlagen preiswert digital nachgerüstet und in zentrale Monitoring-Systeme eingebunden werden. Ebenfalls geläufig sei der Einsatz des ARM-Systems als einfacher Werkstatt-PC mit angeschlossenem Touchscreen zum Notieren von Fertigungsproblemen, Maschinenausfällen oder fehlenden Ersatzteilen. In beiden Einsatzszenarien soll der Raspberry Pi detailliertere Informationen über industrielle Abläufe liefern, um damit die Ausfallzeiten zu reduzieren und die Produktivität zu erhöhen.
Das neue SD-Karten-Image basiert auf SLES für ARM und wurde für den Einsatz im Raspberry Pi 3 um verschiedene Korrekturen und Anpassungen erweitert. So ist das neue System auf den Einsatz in IoT-Infrastrukturen ausgelegt. Durch die Entfernung verschiedener Pakete konnte die Grösse auf rund 630 MByte reduziert werden. Das Betriebssystem verfügt über eine leichtgewichtige grafische Nutzeroberfläche und unterstützt standardmässig WLAN, HDMI, Ethernet und den GPIO-Port.
Die SLES-Variante für den Einplatinenrechner nutzt die gleichen Update- und Installationskanäle wie SLES für ARM. Entsprechend stehen Nutzern dieselben Software-Pakete, SDKs und Quelldateien zur Verfügung.
Einen Preis für den kommerziellen Support von SLES für ARM (Raspberry Pi) nannte Suse noch nicht. Allerdings ist die Lösung über eine Testphase 60 Tage lang kostenfrei erhältlich. Neben dem Pi 3 Model B soll künftig auch weitere Raspberry-Hardware wie das Compute Module oder der Pi 3 Model B+ unterstützt werden.


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