Zoll 03.07.2019, 07:04 Uhr

Reisende haben mit neuer App Waren für 1,1 Millionen verzollt

Seit gut einem Jahr können Reisende Waren mit der App Quickzoll verzollen. Nun hat die EZV erste Zahlen veröffentlicht.
Quickzoll hat zu Mehreinnahmen des Bundes geführt
(Quelle: pd )
Reisende haben am Schweizer Zoll mit der neuen Quickzoll-App bisher Waren für 1,1 Millionen Franken mit ihrem Smartphone verzollt. Die App Via hat über 100'000 Franken aus der Schwerverkehrsabgabe generiert.
Diese Zahlen hat die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ein Jahr nach der Lancierung der digitalen Verzollungshilfen, veröffentlicht. Die App Quickzoll sei nicht nur benutzerfreundlich, sie habe auch zu Mehreinnahmen für den Bund geführt.
Seit April 2018 können Waren an der Grenze mit der App angemeldet werden. Seither ist sie über 90'000 Mal heruntergeladen worden. Mehr als 13'000 Warendeklarationen im Gesamtwert von 1,1 Millionen Franken sind damit gemäss EZV getätigt worden. Dank der App müssen die Nutzer nicht mehr am Schalter für die Erledigung des Papierkriegs anstehen.
Beim Grenzübertritt müssen die Abgaben allerdings bezahlt sein. Dafür ist eine Kreditkarte nötig. Zudem muss für die Einreise in die Schweiz ein Zeitfenster von zwei Stunden definiert werden. Wer dieses verpasst, muss die Ware am Grenzübergang erneut deklarieren und grundsätzlich ein zweites Mal bezahlen.

Mehrheit der Nutzer sind neue Deklaranten

Die digitale Anwendung ist im Reiseverkehr als Ergänzung zur bisherigen Zolldeklaration auf Papier gedacht. Trotz dieser zusätzlichen Deklarations-Möglichkeit ist die Zahl der herkömmlichen Deklaration nicht nennenswert zurückgegangen.
Die EZV geht deshalb davon aus, dass die Mehrheit der Nutzer neue Deklaranten sind. Die EZV will die Anwendung aufgrund von Rückmeldungen der Kunden weiterentwickeln und verbessern, wie sie bei der Lancierung versprach.
Quickzoll ist eine der ersten konkreten Anwendungen des Digitalisierungs- und Modernisierungsprogrammes Dazit. Es wurde 2018 gestartet, soll maximal rund 400 Millionen Franken kosten und 2026 enden. Für die Entwicklung von Quickzoll wurden rund 200'000 Franken benötigt.
Ebenfalls bereits mit dem Smartphone können im Ausland immatrikulierte Fahrzeuge an der Grenze die Schwerverkehrsabgabe (PSVA) bezahlen. Die App Via hat seit ihrer Inbetriebnahme bereits Steuereinnahmen von über 100'000 Franken generiert.
Seit Ende Mai läuft zudem ein Pilotversuch mit der App Activ an der Zollstelle Basel/Weil am Rhein. Diese Anwendung soll den Grenzübertritt von Handelswaren beschleunigen. Gestützt auf die Ergebnisse soll ihr Einsatzbereich in den nächsten Monaten schrittweise ausgebaut werden.


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