Exodus 05.01.2018, 16:30 Uhr

Der NSA laufen die Hacker davon

Niedriger Lohn, unflexible Jobs, paranoides Klima: Zahlreiche IT-Fachkräfte haben in der letzten Zeit offenbar den US-Geheimdienst NSA verlassen und in die Privatwirtschaft gewechselt.
(Quelle: Scott Webb / Pexels)
Der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) hat offenbar Personalsorgen. Denn seit 2015 habe die Behörde mehrere hundert Hacker, Engineers und Data Scientists verloren, wie der «Washington Post» von Insidern zugetragen wurde. Personen, welche die NSA verlassen haben, seien unter anderem für das Sammeln und Analysieren von Informationen zuständig gewesen. Auch die Überwachung der Terrormiliz «Islamischer Staat» sowie russischer und chinesischer Hacker sei in ihre Zuständigkeit gefallen. Die Quellen der Zeitung gehen gar davon aus, dass der Exodus Auswirkungen auf die nationale Sicherheit haben könnte.
Der NSA gelinge es zwar, die Vakanzen wieder zu besetzen, sagten die Insider weiter, die neuen Mitarbeitenden verfügten aber meist nicht über dieselbe Erfahrung wie jene, welche die Behörde verliessen. Dieses Defizit erschwere die Aufgabe der Behörde, Datenmengen aus fremden Netzwerken zu sammeln und zu analysieren.

Bessere Bedingungen in der Privatwirtschaft

Grund für die Abgänge sei, dass Fachkräften in der Privatwirtschaft flexiblere Jobs sowie bessere Löhne winkten. Wie es im Bericht der «Washington Post» heisst, sei besonders im Cybersecurity-Bereich die Nachfrage des Privatsektors nach Experten gross. Bereits junge Fachkräfte würden dort jährlich teils mehr als 200'000 US-Dollar verdienen – mehr als viele Topshots der NSA. Daneben hätten auch eine vom NSA-Direktor Michael S. Rogers veranlasste Reorganisation sowie ein paranoides Klima innerhalb der Organisation ihren Beitrag zum Weggang vieler Mitarbeiter geleistet.
Allerdings gibt es auch jene, die die Angelegenheit gelassener betrachten. Die Entwicklung widerspiegle etwa den kulturellen Wandel, dass Millennials nicht ihre gesamte Karriere lang beim selben Arbeitgeber bleiben. Andere heben die Tatsache hervor, dass man bei der NSA «Dinge tun kann, die sonst nirgends möglich sind». Sie sind deshalb der Meinung, dass sich die NSA davon erholen werde.

Behörde unter Druck

In den vergangenen Jahren geriet die NSA zunehmend unter Druck, insbesondere nachdem der Whistleblower Edward Snowden 2013 die Überwachungstätigkeiten des Geheimdienstes ans Licht brachte. Später wurde die Behörde selbst gehackt, worauf Informationen über zahlreiche Cyberwaffen ihren Weg an die Öffentlichkeit fanden.


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