Tipps & Tricks 31.08.2020, 05:55 Uhr

10 Tipps für Videochats

Bis vor kurzer Zeit vermittelten Videochats vor allem bei Fernbeziehungen etwas mehr Nähe. Doch jetzt gehören sie zum neuen Alltag und der Gewöhnungseffekt tritt ein. Wir stellen die wichtigsten Dienste vor und achten auf angemessene Etikette beim Chat.
Videochats wurden seit dem Covid-19-bedingten Home Office salonfähig
(Quelle: Alexandra_Koch/Pixabay )
Das Jahr 2020 wird als eine einzige Ansammlung von Wendepunkten in die Geschichte eingehen. Was gestern noch undenkbar war, ist heute Realität. Das gilt auch für Videochats. Diese Einrichtung gibt es zwar seit einer Ewigkeit, doch ihr Einsatz blieb in der Geschäftswelt eine Nische. Als zu wichtig galt der persönliche Kontakt – auch deshalb, weil das Kader seine Soldaten vor Ort kommandieren will. Und wer ausserhalb des Büros arbeitet, wurde fast reflexartig in die Schublade mit den Faultieren gesteckt.
Und dann kam alles anders: Als das Home Office notgedrungen zum alternativen Arbeitsplatz erklärt wurde, blieb das Chaos aus. Schliesslich ist es heute ein Kinderspiel, einen Cloud-Dienst für die gemeinsame Datenablage einzurichten oder Office-Pakete in jedem beliebigen Webbrowser zu nutzen. Doch dass die persönliche Kommunikation dabei nicht unter die Räder kommt, ist vor allem den Videochat-Lösungen zu verdanken: im privaten Umfeld, in der Schule und natürlich in den Unternehmen.

Vielseitige Anforderungen

Wenn wir die speziellen Anwendungen wie zum Beispiel für Grossanlässe ignorieren, bleiben immer noch unzählige Alternativen, die kostenlos nutzbar sind. Doch nicht jede Anwendung ist für jeden Zweck geeignet. Je nach Anforderungsprofil sind einige Funktionen unabdingbar. Das gilt vor allem für Gruppenchats, die nach wesentlich mehr Disziplin und Regulierung verlangen als der Tratsch zwischen Paaren. So ist es zum Beispiel in einigen Unternehmen schon gängige Praxis, einen Gruppenchat aufzuzeichnen und ihn jenen Mitarbeitern zuzustellen, die nicht teilnehmen konnten. Aber das bedingt natürlich, dass die Videochat-Software solche
Funktionen mitbringt.
Eine andere Herausforderung ist die Disziplin, die in der ersten Zeit oft zu wünschen übrig lässt. Das hat jedoch nicht immer mit schlechten Manieren zu tun, sondern oft auch mit dem Mangel an Erfahrung – schliesslich ist die Situation für das Gros der Mitarbeiter neu. Deshalb ist es bei grösseren Chats fast schon unerlässlich, dass ein Moderator die Diskussion steuert. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Teilnehmern das Wort zu erteilen, sie stummzuschalten oder sogar aus dem Chat rauszuwerfen.

Tipps von Computerworld (1 bis 5)

Der berufsbedingte Videochat wird zu Ihrem Aushängeschild. Damit beweisen Sie, dass Sie das Thema ernst nehmen und dass es kein Fehler war, Sie ins Home Office zu schicken. Dabei helfen einige wenige Verhaltensregeln. Doch auch hier gilt, dass Patzer nicht immer von schlechtem Benehmen zeugen, sondern auch von mangelnder Erfahrung.

1. Pünktlichkeit

Die Pünktlichkeit ist nicht verhandelbar. Während es im Büro vielleicht einen guten Grund gibt, warum Sie auf dem Weg zum Sitzungszimmer aufgehalten wurden, ist eine Verspätung im Home Office unverzeihlich – ausser Sie können belegen, dass Sie auf dem Weg aus der Küche von einem Raubtier angefallen wurden.

2. Getränke und Toilette

Oft dauern Videochats nicht allzu lange, denn eigentlich mag sie niemand. Doch zur Sicherheit sollten Sie sich auf längere Chats vorbereiten. Sorgen Sie für genügend Getränke in Reichweite und erledigen Sie den Toilettengang im Voraus. Allerdings besteht zwischen diesen beiden Themen ein direkter Zusammenhang, sodass auch während des Chats der Kaffee in Massen genossen werden sollte.

3. Keine Musik

Die gleichzeitige Übertragung von mehreren Videosignalen stört niemanden – aber die Musik muss auf jeden Fall weg. Vielleicht läuft bei Ihnen den ganzen Tag das Radio im Hintergrund, sodass Sie es gar nicht mehr als Störquelle wahrnehmen. Prüfen Sie vor dem Videochat, ob alle Lärmquellen beseitigt sind, und schliessen Sie die Fenster, damit die Aussenwelt draussen bleibt.

4. Schweigen ist Gold

Ein typischer Anfängerfehler besteht in kurzen, aber belanglosen Äusserungen, die den Fluss stören. Vermeiden Sie Gesprächsfetzen wie «Ganz genau!». Denn wenn 100 Leute in einem Chat sind, wird verständlicherweise nicht von jedem das Bild eingeblendet; stattdessen wird jene Person ins Rampenlicht gestellt, die gerade spricht – und das kann peinlich werden, wenn Sie eigentlich nur Ihre Zustimmung ausdrücken wollten.
Wer beim Gruppenchat nach vorne geholt wird, sollte etwas zu sagen haben
Quelle: Screenshot/NMGZ

5. Stummschalten

Wenn Sie den bestmöglichen Eindruck hinterlassen möchten, wird die Taste für die Stummschaltung zum wichtigsten Verbündeten. Wenn Sie das Mikrofon nur dann aktivieren, wenn Sie an der Reihe sind, leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu einem ruhigen Gesprächsklima. Die Stummschaltung verhindert ausserdem verräterische Einblicke in die Privatsphäre, wenn die Kinder im Nebenzimmer versuchen, sich gegenseitig umzubringen.

Tipps von Computerworld (6 bis 10)

6. Headset

Das Logitech-Headset H390 verbessert die Gesprächsqualität – und damit das Gesprächsklima
Quelle: Logitech
Die beste Qualität und eine Entlastung für alle Teilnehmer erreichen Sie jedoch mit einem Headset, das auch den Respekt gegenüber den anderen Teilnehmern zeigt. Ein leichtes, aber zweckmässiges Modell ist das Logitech H390, links, für gerade einmal 48 Franken (gesehen bei brack.ch). Weil es kabelgebunden ist und deshalb keine Batterie braucht, wird es immer funktionieren. Sie können aber auch die Kopfhörer Ihres Smartphones verwenden, denn fast jedes Headset ist besser als kein Headset.

7. Das richtige Licht

Natürlich möchten Sie sich ansprechend in Szene setzen – und das Licht spielt dabei die tragende Rolle. Mit dem Notebook sollten Sie sich an ein Fenster mit indirektem Licht setzen und vielleicht mit einer Schreibtischlampe die gegenüberliegende Seite ein wenig aufhellen. Wenn Sie den Arbeitsplatz nicht verschieben können, drehen Sie alle Lichter auf. Die Schreibtischlampe verwenden Sie, um die nächste Wand anzustrahlen, die ein weiches Licht zurückwirft.

8. Ausrichtung des Smartphones

Ein Videochat am PC ist immer besser und bequemer als einer über das Smartphone – allein schon deshalb, weil das Bild viel ruhiger ist. Wenn kein Weg am Smartphone vorbeiführt, sollten Sie es auf eine stabile Unterlage stellen, damit das Bild ruhig bleibt. Und wenn bei den anderen vor dem PC das Bild im Querformat aufgezeichnet wird, sollten auch Sie das Smartphone quer positionieren, um den harmonischen Eindruck nicht zu stören.

9. Der Hintergrund

Natürlich können Sie Ihr Zuhause so in Szene setzen, dass es in der nächsten Ausgabe von «Schöner Wohnen» auf der Titelseite landet. Doch vielen Leuten ist es unangenehm, dass das private Umfeld zu sehen ist. Wählen Sie deshalb für den Chat einen Ort mit einem aufgeräumten, aber unverfänglichen Hintergrund.
Doch vielleicht ist das gar nicht nötig, denn die Software-Hersteller haben das Problem erkannt. So bieten zum Beispiel Skype, Microsoft Teams und Zoom die Möglichkeit, die Person zu erkennen und zu isolieren; der Hintergrund wird dann bis zur Unkenntlichkeit weichgezeichnet oder komplett ausgewechselt.
Damit können Sie zeigen, wo Sie jetzt gerne wären – statt in einem doofen Videomeeting.
Virtuelle Hintergründe gehören bei immer mehr Diensten zum Pflichtumfang
Quelle: Screenshot/NMGZ

10. Keine Störungen

Wenn diese heimischen Videochats für Sie neu sind, dann sind sie es auch für Ihre Mitbewohner. Hängen Sie ein Schild an die geschlossene Tür, das auf den Chat hinweist, und bitten Sie darum, nicht gestört zu werden. Füttern Sie die Katze im Voraus, damit sie keine Sterbeszene vor laufender Kamera hinlegt. Sie werden solche Störfaktoren jedoch schnell im Griff haben.

Die wichtigsten Lösungen 1: Skype und Teams

So viel vorweg: Die «beste Lösung» gibt es nicht, weil diverse Kriterien gegeneinander abgewogen werden müssen. Wenn Sie mit Ihren Freunden einen kurzen Chat halten möchten und alle ein Apple-Gerät verwenden, ist FaceTime die beste Lösung, doch in gemischten Smartphone-Umgebungen kann sie nicht punkten; stattdessen wird vielleicht Whats-App zum gemeinsamen Nenner. Doch beide Lösungen sind unbrauchbar, wenn zwei Dutzend Leute zusammengebracht werden sollen.
Es geht also darum, die ideale Mischung zwischen der Verbreitung und dem Funktionsumfang zu finden.

Skype

Skype darf man mit Fug und Recht als Urgestein unter den Chat-Lösungen feiern. Die Software gibt es seit 2003, sie wurde 2011 von Microsoft übernommen. Skype bietet jedoch weit mehr als Videochats. Zum Repertoire gehören auch Textchats, Telefonate, das Übertragen von Dateien oder Screen-Sharing-Funktionen, um den Bildschirminhalt mit anderen zu teilen.
Skype – wo die Videochats ihren Anfang nahmen
Quelle: Skype
Bei den Videochats punktet Skype mit seiner enormen Verbreitung und der Unterstützung für alle möglichen Plattformen. Neben den üblichen Geräten werden auch Spielkonsolen wie die Xbox oder Smart-TVs unterstützt, sodass einer Live-Schaltung aus der guten Stube nichts mehr im Weg steht. Zu den raffinierten Möglichkeiten gehören auch die Untertitel, die in elf Sprachen automatisch generiert und eingeblendet werden. Überhaupt ist die Anwendung recht unkompliziert. So reicht es, ohne jede Anmeldung die Website skype.com aufzurufen und oben rechts auf den Link Besprechung ansetzen zu klicken, um spontan eine webbasierte Videokonferenz einzuberufen, falls Sie die App nicht installiert haben. Skype ist kostenlos.
Trotzdem gerät der Dienst zunehmend unter Druck, weil Microsoft mit Teams eine sehr ähnlich gelagerte Lösung anbietet. Wie es mit Skype weitergeht, ist zurzeit schwer abzuschätzen, aber der Dienst wird kaum von heute auf morgen eingestellt.
Fazit
Skype ist eine weitverbreitete Allzweckwaffe ohne spezifische Zielgruppe. Auf dem Smartphone überzeugt
die App ausserdem mit der Möglichkeit, Anrufe via WLAN auf das Mobil- oder Festnetz umzuleiten.
  • Download: skype.com
  • Plattformen: Windows, macOS, Android, iOS, Linux, Webbrowser und weitere
  • Preis: gratis
  • Details: maximal 50 Teilnehmer, Aufzeichnung von Meetings, automatische Untertitel,maskierter Hintergrund

Microsoft Teams

Microsoft Teams ist keine spezialisierte Lösung für Videochats, sondern richtet sich – der Name ist Programm – an Teams, die öffentlich oder in privaten Gruppen chatten, Dateien austauschen oder diese gemeinsam bearbeiten möchten. Dabei werden maximal neun Personen auch mit Bild eingeblendet, aber mehr sind auch selten sinnvoll.
Bei Teams ist es fast wie im Büro, wenn sich mehrere Personen um einen Rechner scharen
Quelle: Microsoft
Teams bietet einige kostenlose Funktionen, darunter den Videochat. Die kostenpflichtige Version kann für die verschiedenen Office-Pakete ab Fr. 4.90 pro Monat hinzugebucht werden – aber am einfachsten nutzt man es mit einem Microsoft-365-Abo (früher: Office 365), dessen Bestandteil es ist. Genau wie Zoom ist die Lösung hochgradig skalierbar, etwa mit Webinaren, die bis zu 10'000 passive Teilnehmer umfassen. Der besondere Reiz von Teams liegt in der Vermischung von Videochats mit Office-Anwendungen.
So lassen sich Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien gemeinsam betrachten, überarbeiten und kommentieren. Im Chat lassen sich ausserdem Dateien bis zu 2 GB freigeben, bei der kostenpflichtigen Version liegt die Obergrenze sogar bei 1 TB.
Fazit
Teams ist stark auf die Zusammenarbeit mit den Office-Anwendungen von Microsoft fokussiert. Wenn das Ihre Anwendung ist, sind Sie hier bestens aufgehoben. Doch wenn nicht, sind alle anderen Kandidaten zugänglicher, weil unkomplizierter.
  • Download: microsoft.com
  • Plattformen: Windows, macOS, Android, iOS, Linux, Webbrowser
  • Preis: Basisversion gratis, mehr Funktionen ab Fr. 4.90/Monat
  • Details: maximal 300 Teilnehmer, Aufzeichnung von Meetings, automatische Untertitel, maskierter Hintergrund

Die wichtigsten Lösungen 2: Zoom und Google Meet

Zoom

Zoom hat 2020 einen kometenhaften Aufstieg erlebt und ist drauf und dran, zur Videochat-Lösung schlechthin zu werden – und zwar nicht nur in Arbeitsgruppen, sondern auch bei privaten Anwendern. Der Funktionsumfang überzeugt genauso wie die Unterstützung aller wichtigen Plattformen bis hin zur Webanwendung.
Die Popularität der Chat-Lösung Zoom ging in den letzten Monaten durch die Decke
Quelle: Zoom

Die Bildschirmfreigabe, Live-Anmerkungen und die Verschlüsselung gehören natürlich dazu – und zwar unabhängig davon, ob Sie die kostenlose oder die kostenpflichtige Version nutzen. Wenn Sie einfach nur mit einem Freund chatten, gibt es bei der Verwendung keine Einschränkungen. Das ändert sich jedoch, sobald Sie drei oder mehr Personen einladen, wobei bis zu 100 Teilnehmer möglich sind: Dann ist der Chat auf 40 Minuten beschränkt. Ein Pro-Abo für rund 15 Franken im Monat hebt diese Beschränkung auf und bietet weitere Möglichkeiten.
Zoom spricht mit dem kostenlosen Angebot auch den privaten Anwender an, aber die Stärke des Dienstes liegt in der hohen Skalierbarkeit mit bis zu 1000 Teilnehmern, Webinaren mit bis zu 10'000 passiven Zuschauern, Cloud-Speicher und vielseitigen administrativen Möglichkeiten. Das hat jedoch seinen Preis: Je nachdem, was ein Unternehmen braucht, kostet die höchste Ausbaustufe von Zoom bis zu happigen 2000 Franken pro Monat.
Fazit
Zoom erweitert die Grenzen dessen, was heute mit Videochats machbar ist. Private Anwender werden den Bogen schnell raushaben, doch im engen persönlichen Umfeld sind Lösungen wie FaceTime oder WhatsApp für spontane Gespräche praktischer.
  • Download: zoom.us
  • Plattformen: Windows, macOS, Android, iOS, Linux, Webbrowser
  • Preis: Basisversion gratis, mehr Funktionen ab Fr. 15.–/Monat
  • Details: maximal 1000 Teilnehmer, Aufzeichnung von Meetings, automatische Untertitel, maskierter Hintergrund

Google Meet

Google Meet war ursprünglich ein Bestandteil der kommerziellen G-Suite, doch es steht heute allen Personen offen, die über ein Google-Konto verfügen, also zum Beispiel eine Gmail-Adresse haben. Das wird nicht zuletzt dem enormen Druck zu verdanken sein, den Zoom und Teams ausüben.
Google Meet präsentiert sich im Vergleich zu den anderen Lösungen eher schmucklos
Quelle: Google Meet
Trotzdem gibt es eine Einschränkung: Kostenlose Videochats sind nach dem 30. September auf 60 Minuten beschränkt, doch das kann sich bis dann noch ändern. Google-typisch läuft Meet in den kostenlosen Apps für Android und iOS. Alle anderen Systeme greifen direkt mit einem unterstützten Browser zu, dedizierte Anwendungen für Windows oder macOS gibt es keine.
Meet präsentiert sich schmucklos, punktet aber mit einer sehr zugänglichen Oberfläche. Ein Videochat wird am einfachsten eingeleitet, indem in Gmail im Browser links unten die Schaltfläche Videokonferenz starten angeklickt und der angezeigte Code verschickt wird. Mit der Schaltfläche An Videokonferenz teilnehmen wird hingegen ein solcher Code eingegeben, um einer Einladung zu folgen. Die Möglichkeiten sind im Vergleich zu anderen Produkten eher bescheiden, oft mangelt es an Banalem. So ist es zum Beispiel nicht möglich, den Hintergrund auszutauschen oder in der Unschärfe verschwinden zu lassen, was besonders in privaten Räumen unangenehm sein kann.
Fazit
Google Meet ist unkompliziert in der Handhabung und punktet vor allem mit der Integration in Gmail, was
einen Anruf einfach macht. Doch insgesamt fehlt der Feinschliff, wie man ihn bei den anderen «grossen Lösungen» findet.
  • Download: meet.google.com
  • Plattformen: Android, iOS, Webbrowser
  • Preis: Basisversion gratis, mehr Funktionen ab ca. Fr. 10.–/Monat
  • Details: maximal 250 Teilnehmer, Aufzeichnung von Meetings, automatische Untertitel

Die wichtigsten Lösungen 3: Apple Facetime und WhatsApp

Apple Facetime

Apples FaceTime ist eine Welt für sich – und das ist wörtlich zu verstehen, weil es die App nur für macOS, iOS und iPadOS gibt, also nur für Apple-Geräte.
FaceTime ist perfekt für kleine Gruppen von Apple-Anwendern – aber nur für die
Quelle: Apple
Eine Webversion wird nicht angeboten, sodass Apple-Anwender tatsächlich unter sich sind. FaceTime ist ausserdem nicht darauf ausgerichtet, geschäftliche Videochats im grossen Stil abzuhalten. Es gibt auch keine Administratorfunktionen oder andere Eigenschaften, die auf die geschäftliche Anwendung ausgelegt sind. Stattdessen punktet FaceTime mit einer einmaligen Einfachheit. Videochats sind so einfach zu starten wie ein Telefonanruf, weil alle Empfänger über ihre Apple-ID adressiert werden. Sie können auf Knopfdruck einen Videochat starten – wobei es dem Angerufenen überlassen bleibt, diesen abzulehnen oder nur eine Audioverbindung aufzubauen, weil das Pyjama zerknittert ist. Auf dem iPhone X oder neuer lässt sich das Gesicht ausserdem durch Memojis ersetzen, die in Echtzeit animiert werden. Kurz, FaceTime macht mehr Spass und ist einfacher zu handhaben als alle anderen hier vorgestellten Lösungen – allerdings ist die Zielgruppe sehr eingeschränkt.
Fazit
Für homogene Apple-Gruppen im privaten Umfeld gibt es kaum etwas Besseres als FaceTime, das Leistung und Einfachheit auf eine ideale Weise kombiniert. Die Lösung fällt jedoch komplett durch, sobald Android- oder Windows-Anwender dabei sind.
  • Download: apple.ch
  • Plattformen: macOS, iOS
  • Preis: gratis
  • Details: unterstützt maximal 32 Teilnehmer

WhatsApp

Während FaceTime auf iOS-Geräten wirklich Spass macht, läuft WhatsApp in der Kategorie «besser als gar nichts». WhatsApp profitiert natürlich von seiner enormen Verbreitung und wird immer dann hinzugezogen, wenn man sich nicht auf eine andere Lösung einigen konnte. WhatsApp bietet Videochats mit bis zu acht Personen; allerdings lässt die Qualität mit zunehmender Teilnehmerzahl nach.
Videochats mit WhatsApp sind auf die Smartphones beschränkt, was den Komfort schmälert
Quelle: WhatsApp
Gemäss WhatsApp hängt die Qualität des Bildes von der Leitung des schwächsten Teilnehmers ab. Ausserdem ist die Verwendung von Videochats stark eingeschränkt. Zwar gibt es neben der Android- und iOS-Version auch eine WhatsApp-Anwendung für Macs und PCs sowie einen Webzugang, doch diese unterstützen zurzeit keine Videochats. Und so ist die bildliche Telefoniererei den Smartphones vorbehalten.
WhatsApp ist also eine sehr rudimentäre Videochat-Lösung und bestenfalls für Gespräche in einer sehr kleinen Runde brauchbar. Das soll sich jedoch in der nächsten Zukunft mit «Messenger Rooms» ändern: Bis zu 50 Personen sollen sich gleichzeitig unterhalten können. Dazu gesellen sich die Eigenschaften, die bei den grossen Lösungen unabdingbar sind, etwa künstliche Hintergründe, Filter und Administratorfunktionen, die dem Gastgeber helfen, die Meute im Zaum zu halten. Wann die Funktion hierzulande verfügbar sein wird, wurde noch nicht definiert.
Fazit
WhatsApp eignet sich für spontane Videochats zwischen einigen wenigen Personen, lässt aber darüber hinaus jede Raffinesse vermissen.
  • Download: via App Store (Android, iOS)
  • Plattformen: Android, iOS, Webbrowser
  • Preis: gratis
  • Details: maximal acht Teilnehmer


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