Neue Alphabet-Tochter 28.08.2018, 14:56 Uhr

Google-Schwester Chronicle will IT-Security skalieren

Seit Januar existiert die auf Cybersecurity spezialisierte Alphabet-Tochter Chronicle. Nun erklärt CEO Stephen Gillett erstmals gegenüber US-Medien, was die Firma vorhat.
Stephen Gillett, CEO von Chronicle
(Quelle: pd)
Im Januar hatte die Google-Mutter Alphabet bekanntgegeben, dass sie mit Chronicle eine neue Cybersecurity-Firma aus der Taufe gehoben hat. Die zugehörige Pressemitteilung war äusserst knapp gehalten, und auch seither wurde nichts darüber bekannt, woran das Unternehmen arbeitet.
Nun hat CEO Stephen Gillett erstmals gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC erste Details zu Sinn, Zweck und Tätigkeit von Chronicle bekannt gegeben. Demnach werde Chronicle Security-Analysen auf einer «planetaren Skala» bieten können, indem Googles bestehende Infrastruktur und «fast grenzenlose Rechenkraft» mit Know-how in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning angezapft werde.
Allerdings wolle man andere IT-Security-Grössen wie Symantec nicht direkt konkurrenzieren, sondern eher deren Möglichkeiten ergänzen. So werde man nicht die Hardware-Endpunkte in Unternehmen überwachen, sondern eher den Informationsfluss in Firmen analysieren.

VirusTotal als Ausgangspunkt

Das Logo von Chronicle
Quelle: pd
Bei der Analyse will man sich offensichtlich der von VirusTotal gesammelten Daten bedienen. Die webbasierte Applikation versucht Bedrohungen in Form von bösartigen URLs und Anhängen zu erkennen. Sie ist gratis und daher weit bei IT-Security-Verantwortlichen, grossen Unternehmen und Anitviren-Herstellern und staatlichen Cybercrime-Bekämpfungseinrichtungen verbreitet. Zudem sammelt das Tool bereits seit 2004 Daten zu Malware und Angriffen, deren Gefährichkeit zudem regelmässig von Experten bewertet werden. Dieses riesige, gesammelte Wissen will Chronicle nun zur Früherkennung von neuen Cybergefahren verwenden.
Durch die Verwendung von viel Machine Learning und KI sollen schlussendlich IT-Security-Teams von Firmen von Routine-Aufgaben entlastet werden. «Wir können mit einem durchschnittlichen Security-Team zusammenarbeiten und aus diesem ein grossartiges Security-Team machen», erklärt Gillett.

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