Im Office von... Mark Stäheli, Co-CEO von Avantec 18.12.2018, 14:30 Uhr

«Ich setze auf offene Kommunikation»

In unserer Rubrik «Im Office von» geben Exponenten der Schweizer ICT einen Einblick in ihren beruflichen Alltag. Diesmal spricht Mark Stäheli, Co-CEO beim Zürcher IT-Security-Dienstleister Avantec, über seinen Büroalltag, die Mitarbeiterführung und -motivation sowie sein nächstes Projekt.
Mark Stäheli, Co-CEO des Zürcher IT-Security-Spezialisten Avantec
(Quelle: zvg )
Computerworld: Wie starten Sie in den Tag?
Mark Stäheli: Ich beginne meinen Tag mit der Abfolge aufstehen, frühstücken, duschen, meine Tochter zum Kindergarten begleiten und dann weiter ins Büro.
CW: Büro oder Home Office – wo arbeiten Sie lieber?
Stäheli: In unserem Open-Space-Büro. Ich möchte da sein für unsere Mitarbeitenden und mein Team. Ich will sehen, ob es ihnen gut geht, und verstehen, welche Herausforderungen sie haben und sie bei diesen unterstützen.
CW: Wie reisen Sie an?
Stäheli: Ich bevorzuge öffentliche Verkehrsmittel.
CW: Was machen Sie zuerst im Büro?
Stäheli: Ich gehe innerlich kurz den Tag durch, prüfe die wichtigsten Pendenzen und checke E-Mails. Wenn es dringende Themen gibt, die zu besprechen sind, gehe ich direkt auf die entsprechenden Mitarbeitenden zu.
CW: Wie planen Sie Ihren Tag?
Stäheli: Meine Tage sind stark durch bereits vereinbarte Meetings bestimmt. Dazwischen muss ich den dringenden und wichtigen Aufgaben Zeit einräumen wie auch für die Abstimmungen innerhalb der Geschäftsleitung und mit anderen Mitarbeitenden.
CW: Welche Tools und Apps sind essenziell für Ihre tägliche Arbeit?
Stäheli: Outlook, obwohl ich den direkten Kontakt grundsätzlich bevorzuge. Des Weiteren sind Excel und unsere ERP/CRM-Lösung unerlässliche Arbeitswerkzeuge.
CW: Auf welche Technik warten Sie noch?
Stäheli: Ich wünsche mir die sich selbst aktualisierende und stets korrekt priorisierte To-do-Liste (lacht).
CW: Zu welcher Musik arbeiten Sie am besten?
Stäheli: Am besten arbeite ich zu klassischer Musik.
CW: Was ist Ihr bevorzugter Kommunikationskanal?
Stäheli: Das hängt von der jeweiligen Situation ab. Dann nutze ich das Telefon, schreibe eine E-Mail oder chatte mit den Kollegen.
CW: In wie vielen Meetings sitzen Sie pro Woche?
Stäheli: Definitiv in zu vielen. Es sind zwischen 10 und 20. Von diesen halte ich etwas weniger als die Hälfte.
CW: Was ist die grösste Herausforderung in Ihrem Job?
Stäheli: Unsere Firma ist so erfolgreich wie nie in ihrer Geschichte. Wir wachsen dieses wie schon letztes Jahr um mehr als 20 Prozent. Zudem sehen wir viele weitere Chancen im Markt und haben entsprechend einige vielversprechende Initiativen am Laufen. Die Herausforderung liegt darin, das bestehende wirtschaftliche Wachstum mit all seinen Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig die neuen Chancen am Markt zu nutzen und alles «unter einen Hut» zu bringen.
CW: Gibt es Produktivitätskiller? Welche sind das und wie vermeiden Sie diese?
Stäheli: Irrationalitäten und Missverständnisse machen die Zusammenarbeit ineffizient. Wichtig ist eine offene Kommunikation. Am wirkungsvollsten ist immer ein direktes Gespräch mit allen beteiligten Parteien.
CW: Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Stäheli: Ich pflege einen kooperativen Führungsstil und beziehe meine Mitarbeitenden in Zielsetzungen und Entscheidungen mit ein. Ich bin aber auch überzeugt davon, dass Führung individuell und situativ sein muss. Denn jeder Mensch ist anders.
CW: Haben Sie ein Arbeitsmotto?
Stäheli: Ja, es lautet: «Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.»
CW: Auf welche drei Eigenschaften achten Sie besonders bei Ihren Mitarbeitern?
Stäheli: Ich achte auf die Tugenden Zuverlässigkeit, Loya­lität und Eigeninitiative.
CW: Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter und wie motivieren Sie sich selbst?
Stäheli: Ich lasse meinen Mitarbeitenden Freiheiten in den Bereichen, in denen sie über genügend Kompetenz ver­fügen, und unterstütze sie, wo sie nicht weiterkommen. Weiter gehört dazu, ihnen Feedback zu geben, Lob auszusprechen und auch mal Danke zu sagen. Ich selber motiviere mich am besten über Herausforderungen und Erfolge. Und über die Zusammenarbeit mit tollen Menschen.
CW: Welches ist Ihr bisher grösster beruflicher Erfolg?
Stäheli: Wir haben die das Unternehmen im Rahmen eines Management-Buy-out 2017 übernommen und in den letzten beiden Jahren sehr erfolgreich weiterentwickelt.
CW: Aus welchem Misserfolg lernten Sie am meisten?
Stäheli: Ich habe bisher noch keinen grossen Misserfolg erlebt. Allerdings kann man aus jeder kleinen Niederlage seine Lehren ziehen.
CW: Wer viel arbeitet, braucht viel Energie. Wie lautet Ihr Restauranttipp für den Lunch?
Stäheli: Wir arbeiten mitten in der Stadt Zürich an der Badenerstrasse. Es gibt viele kleine, sympathische und gute Restaurants in nächster Nähe. An diesen schätze ich die grosse Vielfalt und Abwechslung.
CW: Wann gehen Sie schlafen?
Stäheli: Wenn alles klappt um 23 Uhr. Früher wäre besser …
CW: Wie laden Sie Ihre Batterien auf?
Stäheli: Um Energie zu tanken, verbringe ich Zeit mit der Familie, beim Sport, mit Musik, lese ein Buch oder esse gut.
CW: Wann oder wo haben Sie die besten Ideen?
Stäheli: Meistens irgendwo unterwegs, etwa im Zug, beim Sport oder im Gespräch mit Freunden.
CW: Von welchen Websites, Blogs oder Print-Titeln holen Sie sich Informationen für den Job?
Stäheli: Hierfür lese ich Tages-Anzeiger, Wired Magazine, die Handelszeitung, heise.de und Computerworld.
CW: Haben Sie einen Buchtipp?
Stäheli: Martin Suters Business-Class-Geschichten sind noch immer topaktuell und sehr unterhaltsam.
CW: Wie sieht Ihr nächstes Projekt aus?
Stäheli: Wir sind daran, Avantec als Unternehmen im dynamischen IT-Security-Markt in Bezug auf unseren Zielmarkt, unsere Services und unser Portfolio gezielt weiterzuentwickeln. Wir sind ein topmotiviertes Team und die Marktresonanz ist sehr gut.
Zur Person
Mark Stäheli
hat an der ETH Zürich Informatik studiert und später ein MBA an der University of Strathclyde abgeschlossen. Nach einigen Jahren in der IT-Beratung bei der AWK Group wechselte er 2008 zur IT-Security-Spezialistin Avantec, wo er einen Marktbereich für Security-as-a-Service-Lösungen aufbaute. Seit 2011 ist Stäheli Teil der Geschäftsleitung und seit letz­tem Jahr Co-CEO.


Das könnte Sie auch interessieren