«Infraud» 08.02.2018, 07:03 Uhr

Ring von Cyberkriminellen aufgedeckt

US-Behörden ist es gelungen den Cybercrime-Ring «Infraud» mit gleichnamigem Darknet-Forum auszuheben. Es kam zu zahlreichen Festnahmen. Der Hauptverdächtige ist allerdings noch auf der Flucht.
(Quelle: Foto: Leo Lintang / Fotolia)
Dem US-Justizministerium ist ein Schlag gegen einen weltweit agierenden Ring von Cyberkriminellen gelungen. Insgesamt seien 36 Mitglieder der Organisation «Infraud» angeklagt worden, teilte das Ministerium am Mittwoch in Washington mit.
Sie hätten das kriminelle Internet-Forum «Infraud» betrieben, das auf den Tausch und Handel mit persönlichen Daten vor allem von geknackten Kreditkarten spezialisiert gewesen sei. Der Schaden werde auf 530 Millionen Dollar geschätzt.
13 der Angeklagten seien in den USA, Australien, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Serbien und dem Kosovo festgenommen worden, teilte das Ministerium weiter mit. Die Festnahmen und Anklagen gehörten «zu den bisher bedeutendsten im Bereich Cyberkriminalität».

Jeremy Jaynes Jeremy Jaynes war für den ersten amerikanischen Strafprozess gegen das Versenden von unerlaubten Werbemails verantwortlich. Mit Hilfe einer gestohlenen AOL-Datenbank, welche die Kontaktadressen von mehr als 90 Million Anwendern enthielt, belästigte er die Mitbevölkerung mit Spam-Mails. Monatlich verdiente er mit dieser illegalen Tätigkeit zwischen 400.000 und 750.000 US-Dollar. Schlussendlich wurde er im November 2004 schuldig gesprochen und sollte für neun Jahre ins Gefängnis. 2008 wurde er frühzeitig entlassen. Vielleicht bekommen Sie heute noch eine Mail von Jeremy, alias Gaven Stubberfield.

Das kriminelle Netzwerk sei 2010 in der Ukraine von Swjatoslaw Bondarenko gegründet worden, der weiter flüchtig sei. Die Nummer zwei, der russische Mitgründer Sergej Medwedew, sei hingegen festgenommen worden.
«Infraud» zählte den Angaben zufolge im März vergangenen Jahres 10'901 Mitglieder, die auf der Plattform persönliche Daten, Kreditkartendaten sowie Schadsoftware kaufen oder verkaufen konnten. Es sei die erste Adresse für Cyberkriminelle aus aller Welt gewesen, erklärte das Ministerium.


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