Auf digitaler Spurensuche

Zunehmende Professionalität der Angreifer

Allerdings wird es zunehmend schwierig, den Angreifern auf die Schliche zu kommen. Denn sie sind immer mehr darauf bedacht, kaum aufzufallen und so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. «Während diese Professionalität vor ein paar Jahren sehr selektiv gestreut war, stellen wir bei Analysen immer wieder fest, dass dieses Wissen des möglichst unerkannten Eindringens in Systeme, immer breiteren Kreisen zugänglich geworden ist», berichtet Uwe Kissmann, der bei Accenture für den Raum Europa, Afrika und Lateinamerika als Managing Director für Cyber Security Services verantwortlich zeichnet. Immerhin: «Da sich aber die absolute Anzahl der Vorfälle erhöht, nimmt auch gesamthaft die Anzahl der schlecht durchgeführten Angriffe zu», so Kissmann.
“Das Wissen des möglichst unerkannten Eindringens in Systeme ist immer breiteren Kreisen zugänglich geworden„
Uwe Kissmann, Accenture
Auch Ellenberger sieht diese Tendenzen. Immer mehr Angreifer verstünden es, ihre Spuren zu verwischen und hätten auch ausgezeichnete Rückzugsstrategien in petto für den Fall, dass sie entdeckt würden. Auch die verwendeten Werkzeuge wie Malware könnten immer klandestiner eingesetzt werden. «Viele Schadprogramme haben heute z.B. Schutzmechanismen vor Sandboxing-Technologien. Sie funktionieren beispielsweise nicht, wenn sie realisieren, dass sie nicht auf einem Rechner, sondern in einer virtuellen Maschine ausgeführt werden», führt er aus.
Ähnliches beobachtet auch Sean Sullivan, Security Advisor bei F-Secure, und zwar besonders bei Angriffen, die von Staaten gesponsert werden. «Hier ist man oft sehr darauf bedacht, die Spuren aktiv zu verwischen», berichtet er. Eine Spurensicherung sei dann sicherlich noch möglich, aber bedeutend schwieriger.


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