Telekommunikation 12.02.2020, 06:05 Uhr

5G-Richtlinien verschoben

Der Bund verschiebt die Publikation von 5G-Richtlinien auf unbestimmte Zeit. Dadurch verlangsamt sich in der Schweiz der Ausbau des Mobilfunknetzes der nächsten Generation.
Der 5G-Ausbau in der Schweiz gerät ins Stocken
(Quelle: Swisscom )
Die superschnelle Mobilfunkgeneration 5G ist in der Schweiz ins Stocken geraten - nicht nur wegen des Widerstands von Teilen der Bevölkerung, sondern auch wegen Verzögerungen in der Bundesverwaltung. Die Kantone warten weiter auf Richtlinien für die neue Technologie.
Im Kern geht es um eine konkrete Definition von Messverfahren, die 5G in vollem Umfang ermöglicht. Heute erteilen die Kantone teilweise Bewilligungen für Anlagen, obwohl eine Einhaltung der Grenzwerte messtechnisch noch gar nicht kontrolliert werden kann. Insbesondere stehen Ausführungsbestimmungen des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) aus.
Diese sogenannten Vollzugshilfen lassen weiter auf sich warten. In einem Brief an die Kantone von Ende Januar hält der Bund fest, dass er weiter an technischen Richtlinien arbeite. «Einen konkreten Zeithorizont für diese Arbeiten können wir nicht nennen», heisst es. Die Ausarbeitung werde «noch einige Zeit in Anspruch nehmen».
Das Bafu bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA entsprechende Berichte der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Der Bund begründet die Verzögerungen unter anderem mit Tests, die im realen Betrieb gemacht werden sollen. Dazu bestehe weltweit noch kein Standard, den das Bafu für seine Empfehlung heranziehen könnte. Die Vollzugshilfen würden zudem auf die Messmethoden abgestimmt, welche derzeit beim Institut für Metrologie (Metas) in Erarbeitung sind.

Unklarer Umgang mit neuen Antenne

Die Telekomanbieter hatten bereits vor einem Jahr die Konzessionen für ein umfassendes 5G-Netz erhalten. Dass die Nutzung nach wie vor eingeschränkt ist, stösst auch in den Kantonen auf Kritik. «Wir erwarten vom Bund, dass wir möglichst bald die nötigen Rahmenbedingungen erhalten, um arbeiten zu können», sagte der Freiburger Bau- und Umweltdirektor Jean-François Steiert der NZZ.
Unklar ist etwa die Berechnung der Strahlenbelastung von adaptiven Antennen. Solche geben die Mobilfunkstrahlung gerichtet ab und können kurzzeitig zu einer höheren Exposition führen. Der Bund ist seit längerem daran, Messempfehlungen zu erarbeiten. Bis dahin können Mobilfunkanbieter ihre neuen Antennen nicht so nutzen, wie sie das geplant haben.


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