Umfrage 06.02.2018, 14:35 Uhr

Schweizer Wirtschaft hält sich bei Digitalisierung zurück

Schweizer Unternehmen verhalten sich gegenüber der Digitalisierung noch sehr vorsichtig. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung von über 1000 Firmen durch die ETH Zürich und die Fachhochschule Nordwestschweiz
Die Investitionen in Digitalisierungstechnologien der Schweizer Unternehmen waren in den letzten 10 Jahren rückläufig
(Quelle: ETHZ/FHNW)
Kaum ein Thema bewegt die Firmenwelt und Öffentlichkeit so sehr wie die digitale Transformation. Doch wo stehen Schweizer Unternehmen eigentlich auf dem Weg zur Digitalisierung? Eine Studie, durchgeführt von der Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie  der ETH Zürich zusammen mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) und der Hochschule für Angewandte Psychologi an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), zeigt auf, dass die Firmen hierzulande noch ausserordentlich vorsichtig die Digitalisierung angehen. In der Studie «Digitalisierung in der Schweizer Wirtschaft» wurden in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 1183 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern aus 34 Branchen befragt.

Sinkende Investitionen

Man könnte glauben, dass der Digitalisierungs-Hype sich positiv auf die Investitionen der Schweizer Firmen in entsprechende Technologien niederschlagen würde. Doch weit gefehlt: Wie die Studie herausgefunden hat, sanken die Investitionen in die Digitalisierung sogar in den letzten zehn Jahren. Gemessen an den gesamten Bruttoinvestitionen betrugen die Ausgaben in entsprechende Techniken in den Jahren 2013 bis 2015 nur gut 16 Prozent, während in den Jahren 2003 bis 2005  mit einem Anteil von 22 Prozent noch bedeutend mehr in die Digitalisierung investiert wurde.
(Quelle: ETHZ/FHNW)
Entsprechend mager ist denn auch noch die Nutzung von typischen Technologien aus der Welt der Digitalisierung. So setzen gerade einmal 5 Prozent auf 3D-Printing, 9 Prozent auf Roboter und 12 Prozent der Schweizer Unternehmen auf das Internet der Dinge. Allerdings gibt es branchenspezifische Unterschiede. So ist der 3D-Druck in der Hightech-Branche und der Industrie verbreiteter (vgl. Tabelle).

Stockkonservative Arbeitsformen

Auch was die Adaption von Arbeitsformen anbetrifft, die der Digitalisierung förderlich sein könnten, scheinen Schweizer Unternehmen eher konservativ zu sein. 70 Prozent der befragten Unternehmen melden, dass sie kein mobiles Arbeiten ermöglichen und 52 Prozent erlauben kein Arbeiten im Home Office. Selbst Teamarbeit ist in 27 Prozent der Unternehmen nicht angesagt, und Entscheidungen werden in mehr als 80 Prozent der Firmen grösstenteils nicht an die Mitarbeitenden delegiert.
Allerdings gibt es auch hier Unterschiede nach Grösse und Branche. So sind grössere Unternehmen und Firmen aus der Hightech-Branche etwas aufgeschlossener.
Der grossen Mehrheit der Unternehmen ist darüber hinaus gemein, dass sie – wenn überhaupt – Digitalisierungstechnologien für die Optimierung und Effizienzsteigerung der innerbetrieblichen Abläufe einsetzen und nicht zur besseren Positionierung am Markt.
(Quelle: ETHZ/FHNW)


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