10.09.2014, 14:29 Uhr

21 000 neue ICT-Fachkräfte reichen nicht

Die neue Fachkräfte-Studie zeigt: es arbeiten zwar deutlich mehr Leute im ICT-Berufsfeld als noch vor zwei Jahren, allerdings genügt das nicht, um die Bedürfnisse der Wirtschaft abzudecken.
Den grössten Teil des ICT-Berufsfelds machen Softwareentwickler aus. Entsprechend ist der Bedarf nach ihnen in Zukunft am grössten
Der Berufsverband ICT-Berufsbildung Schweiz präsentierte heute den Medien ihre neue Fachkräfte-Studie. Dass der Schweiz bis 2022 30 000 neue Fachkräfte fehlen, war bereits bekannt, da die Studie im Voraus der Boulevardpresse zugespielt wurde. Nun ist auch bekannt, wie der Verband auf diese Zahlen kommt. Heute arbeiten 197 000 Menschen im Berufsfeld ICT, das sind 12 Prozent mehr als bei der letzten Ausgabe der Studie vor zwei Jahren. Die aktuell knapp 200 000 Fachkräfte reichen aber nicht aus. Bis ins Jahr 2022 werden aufgrund von Pensionierungen, Abwanderung sowie Wirtschaftswachstum und Strukturwandel rund 87 000 neue Fachkräfte rekrutiert werden müssen, sagt die Studie. Dies nur durch Ausbildung und Zuwanderung zu tun, ist nicht möglich. Und auch Szenarien, dass künftig wohl immer mehr Quereinsteiger aus anderen MINT-Berufen in die IT wechseln oder dass Firmen mehr Leistungen im Ausland erledigen lassen, wird nicht helfen, den Bedarf zu decken, sagt die Studie. Zudem verlagert dies das Problem nur, da auch die anderen MINT-Berufe über Mangel an Fachkräften klagen. Die ICT-Personen im Ausland zu rekrutieren ist ebenfalls keine langristig sinnvolle Lösung, weil die ICT-Fachkräfte dann einfach dort ersetzt werden müssten. Darum sei die einzig sinnvolle Lösung, die zusätzliche Ausbildung inländischer Fachkräfte. Gemäss Joerg Aebischer, Geschäftsführer ICT-Berufsbildung  Schweiz, geschieht dies hauptsächlich über die Berufslehre. Die Unternehmen sind also in der Pflicht. Vor allem die Anwenderunternehmen. Denn dort arbeiten gemäss Studie rund zwei Drittel aller ICT-Beschäftigten. 


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