Studie 06.01.2020, 10:29 Uhr

Gründungsboom in der Schweizer Tech-Branche

2019 wurden hierzulande 44'482 neue Unternehmen gegründet – so viele wie noch nie zuvor. Einen regelrechten Gründungsboom gab es in der Schweizer Tech-Branche.
(Quelle: Annie Spratt / Unsplash )
Die Schweiz hat ein Jahr mit einem bisher unerreichten Gründungsboom an Firmen hinter sich. Die Zahl neugegründeter Unternehmen im Jahr 2019 belief sich auf 44'482, was einem Plus von drei Prozent zum Vorjahr entspricht. So erweist sich das abgelaufene Jahr als gründungsstärkstes seit Beginn der Aufzeichnungen des schweizerischen Handelsregisters (SHAB) im Jahr 1883, wie das Institut für Jungunternehmen (IFJ) zu Jahresbeginn mitteilte.
So sind die Neugründungen auf die Schweiz verteilt
Quelle: IFJ
Den Untersuchungen zufolge legten die Branchen Hightech sowie IT & ICT besonders stark zu. Sie verzeichneten eine Steigerung von 139 respektive 125 Prozent. Im Bereich Hightech zählte das IFJ 262 neue Jungunternehmen (2018: 188) und im Bereich IT & ICT kamen 2496 Stück hinzu (2018: 1996). Kräftiges Wachstum punkto Neugründungen gab es auch in den Branchen Mobilität, Beratung, Architektur und Ingenieurwesen, Transport und Logistik sowie im Immobilienwesen. Weniger gut lief es im vergangenen Jahr in den Bereichen Marketing und Kommunikation, Detailhandel sowie Grosshandel, wo es zu weniger Firmenneustarts kam.
Profitieren vom Boom konnten die Ostschweiz (+7 Prozent), das Espace Mittelland (+6 Prozent), die Südwestschweiz (+4 Prozent) sowie die Nordwestschweiz und Zürich (+2 Prozent). Eine Abnahme an Gründungen gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zentralschweiz (-2 Prozent) und das Tessin (-0,3 Prozent).

Dreiviertel von Männern gegründet

Eine deutliche Mehrheit oder rund 76 Prozent der neuen Firmen wurde durch Männer gegründet. Der Frauenanteil belief sich somit auf knapp einen Viertel aller Neugründungen. Eine Analyse sei jedoch nicht abschliessend möglich, da viele neue Unternehmen durch mehr als eine Person gegründet und damit die Verteilung der Geschlechter verwässert werde, schreibt das IFJ. Was die Anzahl Gründungen durch Frauen betreffe, liege die Schweiz im internationalen Durchschnitt grundsätzlich jedoch leicht zurück.
Beliebteste Rechtsform für den Start einer neuen Firma war die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Für sie entschieden sich 39 Prozent aller Start-Up-Gründer. Laut dem IFJ wurden 93 Prozent aller neuen GmbHs mit dem gesetzlichen Minimum von 20'000 Franken Stammkapital gestartet. Das höchst eingetragene Kapital betrugt rekordhohe 1,81 Milliarden Franken durch die Schweizer Ansiedlung des multinationalen Konsumgüter-Konzerns Procter & Gamble mit Sitz in Petit-Lancy GE. Weitere beliebte Rechtsformen für Start-ups waren den Angaben zufolge die Einzelfirma (32 Prozent), die Aktiengesellschaft (20 Prozent) und die Kollektivgesellschaft (3 Prozent).


Das könnte Sie auch interessieren