Gesuch erhalten 17.04.2020, 11:09 Uhr

Finma startet Bewilligungsprozess für die Digitalwährung Libra

Die Finma startet nun mit dem Bewilligungsprozess für die Digitalwährung Libra. Der Finanzmarktaufsicht zufolge überarbeitete die gleichnamige Stiftung in Genf ihr Projekt nochmals.
(Quelle: Finma)
Die Finanzmarktaufsicht Finma startet den Bewilligungsprozess für die überarbeitete Digitalwährung Libra. Die Finma habe von der Libra Association ein Gesuch für eine Bewilligung als Zahlungssystem erhalten, teilte die Behörde am Donnerstag mit. 
Dieses unterscheide sich allerdings deutlich vom ursprünglich eingereichten Projekt. Im Unterschied dazu soll das Libra-Zahlungssystem neben einem digitalen Stable Coin, der mit mehreren Währungen unterlegt sein wird, auch noch weitere Stable Coins umfassen, die nur mit einer einzelnen Währung unterlegt werden sollen, wie die Finma schreibt. Die Libra Association in Genf habe ihr sogenanntes «White Paper» überarbeitet.

Noch nicht vollständig

Wie üblich bei neuen Projekten und Start-up-Bewilligungen sei dieses Gesuch nicht in allen Punkten vollständig. Es erlaube aber, dass der formelle Bewilligungsprozess der Finma starten könne. 
Die Aufsichtsbehörde will das Gesuch nun «eingehend analysieren». Dabei werde sie für risikoerhöhende zusätzliche Dienstleistungen zusätzliche Anforderungen stellen. Zudem werde sie «besonders berücksichtigen», ob nationale und internationale Standards zu Zahlungssystemen und auch zu einer strikten Geldwäschereibekämpfung eingehalten würden.
Die Finma habe zudem stets unterstrichen, dass die geplante internationale Reichweite des Projektes ein international koordiniertes Vorgehen unverzichtbar mache. Entsprechend stehe sie seit dem Start ihrer aufsichtsrechtlichen Beschäftigung mit dem Projekt Libra im engen und regelmässigen Kontakt mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und mehr als 20 Aufsichtsbehörden und Nationalbanken weltweit. 

Grosser Widerstand

Der Social-Media-Gigant Facebook hatte im Sommer 2019 seine Absicht bekanntgegeben, gemeinsam mit einem Konsortium weiterer Unternehmen die Digitalwährung Libra zu lancieren. Ursprünglich sollte die Währung an einen Korb bestehend aus dem US-Dollar, dem britischen Pfund, dem Euro und dem Yen gekoppelt werden. 
Das Libra-Projekt hatte in der Folge international zu grosser Kritik und Widerständen von Seiten der Politik und Regulatoren geführt. Mehrere Gründungsmitglieder wie Mastercard und Visa, das Online-Auktionshaus Ebay oder die Online-Bezahldienste Stripe und Paypal waren in der Folge ausgestiegen. Ursprünglich hätte Libra im ersten Halbjahr 2020 starten sollen.


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