16.02.2005, 00:00 Uhr

Anschubhilfe für Schweizer Startups

In Bern wird heute der Swiss Technology Award an die Zürcher Biotech-Firma Molecular Partners verliehen. Zu den 16 Finalisten, die alle an die Cebit fahren können, finden sich auch ein paar Start-ups aus dem IT-Bereich.
Am Computer entwirft Molecular Partners Moleküle, stellt sie künstlich im Reagenzglas her und bietet so eine Alternative zur Erzeugung von komplexen und durch zahlreiche Patente geschützen Antikörpern. Für dieses Verfahren erhält der Spin-off der Universität Zürch den diesjährigen Swiss Technology Award. Die Firma wurde heute im Berner Kursaal aus 16 Finalisten ausgewählt, die wiederum aus 54 eingereichten Projekten eruiert wurden. Allen Endteilnehmern winkt ein Ausstellungsstand an der Computermesse Cebit in Hannover.
Auch aus dem IT-Umfeld sind ein paar Jungunternehmen unter den Gekürten. Die Dübendorfer Esmertec und die Zuger Lucea haben sogar Sonderpreise in der Höhe von je 10?000 Franken einheimsen können. Esmertec ist dabei für ihre J2ME-Plattform (Java 2 Micro Edition) Jbed für Handys ausgezeichnet worden. Kern des Produkts ist ein Java-Compiler, der die Java-Bytecodes in Maschinencode des verwendeten Mikroprozessors übersetzt. Dadurch können Entwickler Handyapplikationen schreiben, ohne sie für jedes Mobiltelefonmodell umprogrammieren zu müssen.
Für ihre Leuchtdiodentechnik (Light Emitting Diode; LED) ist Lucea mit einem Sonderpreis bedacht worden. Den Zugern ist es gelungen, spezielle LED-Panels zu entwickeln. Sie haben 16 der winzigen Dioden pro Quadratzentimeter zusammengeschaltet. Mit Hilfe von Reflektoren lassen sich zwei Millimeter dicke Lichtquellen aufbauen. Die flache Lampe ist somit ziemlich flexibel einsetzbar. Zudem soll die leuchtende Flunder stoss- und chemikalienfest sowie wasser- und gasdicht sein.
«Nur» zu den Finalisten zählt dagegen Privasphere mit ihrer Web-basierten Secure-Messaging-Plattform, eine Art eingeschriebenes E-Mail. Mit deren Hilfe lassen sich E-Mails inklusive Anhänge sicher verschicken, ohne dass sich der Anwender um private oder öffentliche Schlüssel zu kümmern braucht. Der Trick dabei: Vor dem ersten Versand einer Meldung wird dem Empfänger zwecks Identifikation ein spezieller Code übermittelt, und zwar nicht via E-Mail sondern über SMS, Fax oder per Telefon. Die Mail selbst bleibt auf dem Webserver von Privasphere. Der Empfänger erhält nur eine E-Mail-Benachrichtigung, dass auf dem Sicherheitsserver eine vertrauliche Nachricht auf ihn wartet. Über den angegebenen Link und nach erfolgreicher Identifikation des Empfängers kann dieser die Geheimbotschaft aufrufen.
Auf die Funkchiptechnik RFID (Radio Frequency Identification) setzt dagegen die Bibliotheca RFID Library Systems. Wie der Firmenname es bereits unmisserverständlich andeutet, hat das Jungunternehmen aus Zug das Bibliothekswesen als Betätigungsfeld auserkoren. Ihr Bibliochip-System erlaubt es, Bücher im Selbstbedienungsverfahren auszuleihen.
Während der Bibliochip den Bibliothekaren entlastet, soll LO-Traffic dem Verkehrspolizisten zur Hand gehen. Der von der Zürcher Logobject entwickelte Sensor kann nicht nur Raser ausfindig machen, sondern meldet etwa auch, wenn ein Automobilist einem Fussgänger am Zebrastreifen den Vortritt verweigert.



Das könnte Sie auch interessieren