«Projekt Jura» 11.06.2021, 12:01 Uhr

Digitalwährung: SNB startet neues Experiment – diesmal auch mit Grossbanken

Die Nationalbank kündigt unter dem Projektnamen «Jura» ein neues Experiment mit digitalem Zentralbankgeld an. Mit dabei sind diesmal unter anderem auch die Grossbanken UBS und Credit Suisse.
(Quelle: Schweizerische Nationalbank )
Die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Banque de France und der Innovations-Hub der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bringen gemeinsam ein neues Experiment im Zusammenhang mit einer Digitalwährung an den Start. Durchgeführt werde dieses mit einem von Accenture angeführten Konsortium, bei dem auch die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS, die SIX Digital Exchange, Natixis sowie R3 mitmischten, teilt die SNB mit. Denn es geht um sogenannte Wholesale-CBDCs, also digitales Zentralbankgeld für Finanzintermediäre.
Den Angaben zufolge soll beim «Projekt Jura» getauften Experiment die grenzüberschreitende Abwicklung unter Verwendung von zwei Wholesale-CBDCs und einem digitalen französischen Finanzinstrument getestet werden. Die Transaktion werde dabei über eine auf Distributed-Ledger-Technologie basierende Plattform abgewickelt. Konkret gehe es um den Tausch des Finanzinstruments gegen Euro-Wholesale-CBDC nach dem Prinzip Lieferung-gegen-Zahlung sowie den Tausch von Euro-Wholesale-CBDC gegen Schweizer-Franken-Wholesale-CBDC nach dem Prinzip Zahlung-gegen-Zahlung. Gemäss der SNB werden diese Transaktionen zwischen Banken mit Sitz in Frankreich und in der Schweiz abgewickelt.
«Für Zentralbanken ist es entscheidend, bei technologischen Entwicklungen am Puls der Zeit zu bleiben», wird Andréa Maechler, Mitglied des Direktoriums der SNB, im Communiqué zitiert. Sie erwähnt, dass die SNB im Rahmen des «Projekt Helvetia» bereits die Abwicklung von tokenisierten Vermögenswerten mittels Wholesale-CBDC untersucht. Maechler freut sich durch die Teilnahme an der neuen Initiative deshalb, diese Analyse in einen grenzüberschreitenden Kontext ausweiten zu können. Sylvie Goulard, die Vizepräsidentin der Banque de France, zeigt sich überzeugt, dass digitales Zentralbankgeld das Potenzial hat, «maximale Sicherheit und Effizienz bei Finanztransaktionen zu gewährleisten». So lancierte auch die französische Zentralbank im letzten Jahr ein Programm an Versuchen, um in diesem Bereich Fortschritte zu erzielen.
Offenbar will man aber nicht, dass nun aufgrund des neuen Projekts voreilige Schlüsse gezogen werden. In der Mitteilung heisst es, dass das «Projekt Jura» von «rein exploratorischer Natur» sei. Es dürfe nicht als Hinweis auf eine geplante Ausgabe von Wholesale-CBDC durch die SNB oder die Banque de France interpretiert werden, betont die Nationalbank.



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