Integration in Migros Online 03.11.2020, 18:40 Uhr

Migros beerdigt die Marke LeShop

Die Migros hat den bereits angekündigten Wechsel vollzogen und die Marke LeShop nun endgültig in Migros Online integriert.
(Quelle: Migros Genossenschaftsbund )
Die Migros beerdigt die Marke LeShop. Der Internetladen wird in die migroseigene Onlinewelt integriert: Auf der Webseite werden die Nutzer von LeShop auf Migros Online umgeleitet. Damit hat der orange Riese den vor Monaten angekündigten Wechsel vollzogen. Die Marke LeShop werde nicht weitergeführt und geht in migros.ch auf, erklärte Konzernsprecher Marcel Schlatter auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP: «Die Adressen und die App bleiben vorerst aber noch erreichbar.»
Die Farbe wurde aber schon gewechselt: «Orange ist das neue Grün», schreibt der Detailhändler auf seiner Homepage. «Deshalb nähern wir uns auch mit unserem Design der Migros an.» Darüber hatten zuerst die E-Commerce-Beratung Carpathia und die «Handelszeitung» berichtet.

Mehr Migros-Artikel im Sortiment

In den letzten Monaten habe sich auch das Angebot der Migros angenähert: «Wir haben über 2000 zusätzliche Migros-Produkte ins Sortiment aufgenommen.» Von den insgesamt 12'500 Artikeln seien über 8'500 Migros-Produkte. Neu gebe es bei Migros Online Cumulus-Punkte für das gesamte Sortiment mit Ausnahme von alkoholischen Getränken. Die Cumulus-Karte könne man direkt ans Migros-Login anbinden. Bons und Coupons seien jetzt ebenfalls direkt ans Kundenkonto gekoppelt, schreibt der Detailhändler.
Zum Wechsel hat die Migros eine neue App lanciert, in die auch das Cumulus-Konto eingebettet ist. Allerdings warnt die Migros vor der Verwechslungsgefahr: «Die Migros-App ist zwar in vielerlei Hinsicht nützlich, aber nur mit der Migros Online-App können Sie online einkaufen.» Der Konzernsprecher sagte: «Wir empfehlen, bei Gelegenheit die neue App herunterzuladen.»

Kind der Interneteuphorie

Damit ist der Pionier des Internetsupermarkts in der Schweiz nun vollständig im orangen Riesen aufgegangen. LeShop wurde 1998 gegründet und hegte auf dem Höhepunkt der Interneteuphorie ehrgeizige Ziele. Für 2001 hatten die Besitzer sogar mit einem Börsengang geliebäugelt, obwohl die Firma im Jahr 2000 erst einen Umsatz von 6 Millionen Franken erzielt hatte. Immerhin war dies eine Steigerung um die Hälfte gegenüber 1999. Mit dem Platzen der Internetblase nach der Jahrtausendwende geriet der Onlineshop allerdings ins Trudeln. Katerstimmung machte sich breit, weil die Einnahmen weit hinter den Erwartungen zurückblieben und hohe Verluste bescherten. Der Detailhändler Bon appétit wollte das Einkaufsportal wegen mangelnden Umsätzen auf Ende 2002 schliessen.
Anfang 2003 wurde die Firma von privaten Investoren gerettet. Später im gleichen Jahr ging die Migros eine Kooperation mit LeShop ein. Beide Sortimente wurden zusammengeführt. 2006 übernahm der orange Riese mit 80 Prozent dann die Mehrheit von LeShop, nachdem mittlerweile ein kräftiges Wachstum im Onlinehandel eingesetzt hatte.
Derzeit hat LeShop 550 Mitarbeiter. «Aufgrund der wegen Corona enorm gestiegenen Nachfrage sind wir nach wie vor dabei, zusätzliches Personal einzustellen», erklärte Migros-Sprecher Schlatter.


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