SBB-Sorgenkind 06.02.2018, 11:28 Uhr

Software bremst neue Bombardier-Züge

Noch immer warten die SBB auf einen Grossteil der bestellten Bombardier-Züge. Doch auch jene, die bereits ausgeliefert wurden, bereiten Schwierigkeiten. Bei Testfahrten sorgten Software-Probleme für rund 40-minütige Verspätungen.
(Quelle: SBB CFF FFS)
Für rund 1,9 Milliarden Franken haben die SBB 2010 beim kanadischen Hersteller Bombardier insgesamt 62 Doppelstockzüge bestellt. Dereinst sollen die neuen Züge auf verschiedenen Interregio- und Intercity-Linien zum Einsatz kommen. Lieferausfälle und technische Probleme verlängerten die Wartezeit jedoch laufend.
Sechs Züge haben die SBB von Bombardier bisher erhalten, diesen erteilte das Bundesamt für Verkehr im Winter eine befristete Betriebsbewilligung. Wie «Radio SRF» berichtet, traten bei einer Testfahrt des neuen Bombardier-Zugs Ende 2017 nach Rorschach nun Software-Probleme auf, die eine 40-minütige Verspätung verursachten. Wie Lokführer, die anonym bleiben wollten, dem Sender berichteten, hätten weitere Testfahrten gezeigt, dass es bei den neuen Zügen jeweils sehr lange dauere, die Software neu zu starten. Zwar komme es auch bei älteren Zügen zu regelmässigen Reboots, allerdings dauerten diese lediglich wenige Minuten. Bei den hochtechnologisierten Bombardier-Zügen könnten diese hingegen bis zu einer Stunde dauern, heisst es seitens der Lokführer weiter. An einen pünktlichen Taktfahrplan sei daher nicht zu denken.
Gegenüber der «NZZ» sagte SBB-Mediensprecher Christian Ginsig, dass es sich dabei um Einzelfälle handelte. Dank einem Software-Update habe die SBB die Standzeiten nun auf rund 20 Minuten reduzieren können. «Das ist natürlich immer noch zu lang», erklärte Ginsig, allerdings arbeite man intensiv an der Sache. Noch in diesem Jahr solle das Problem mit neuen Software-Releases schliesslich gelöst werden, sodass die Züge nächsten Dezember eingesetzt werden können.


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