Neuer Konzernchef baut um 05.08.2020, 17:30 Uhr

ABB: Nach dem CDO muss auch der CTO gehen

Dem Umbauprogramm des neuen ABB-Chefs Björn Rosengren fällt ein weiteres Mitglied der Chefetage zum Opfer. Nach dem CDO muss nun auch der CTO gehen.
Der ABB-CTO Bazmi Husain wird im Herbst in Pension geschickt
(Quelle: ABB)
Der neue ABB-Chef Björn Rosengren ist daran, die internen Kompetenzen vom Hauptquartier in die 19 individuellen Sparten zu verlegen. Insbesondere geht es auch um die 2016 eingeführte Digitalplattform ABB Ability. Sie soll nicht länger von der Konzernzentrale, sondern von den Geschäftsbereichen gesteuert werden. So will Rosengren Softwarelösungen schneller entwickeln.
Die Umstellungen unter dem neuen Chef haben auch Konsequenzen für das Management. Bereits Mitte Juni wurde bekannt, dass der Umbau dem Chief Digital Officer (CDO) Guido Jouret den Job kosten wird (Computerworld berichtete). Wie die «Bilanz» berichtet, schafft Rosengren nun auch die Funktion des Chief Technology Officers (CTO) ab. Bazmi Husain, der den Posten aktuell besetzt, wird im Herbst in Pension geschickt. Dem Bericht zufolge wird Husains 50-köpfiges Kernteam im Hauptquartier aufgelöst, seine Leute sollen künftig in den Business Units arbeiten. 
Auch im ehemaligen Team von Jouret, der seit Oktober 2016 an den ABB-Standorten im Silicon Valley und in Zürich arbeitete, verändert sich einiges – er verliess den Industriekonzern allerdings bereits Ende Juli. Mit ihm hätten rund 20 seiner Mitarbeitenden im Entwicklungszentrum in San Jose das Unternehmen verlassen. Das sei etwa ein Drittel der dortigen Belegschaft, schreibt die «Bilanz» weiter. Viele seien Jouret noch von seinem alten Arbeitgeber Cisco zu ABB gefolgt.
Betroffen sind vom Umbau offenbar auch rund 20 Mitarbeitende Jourets in Zürich. Der Rest seines einst über 200-köpfigen Teams schaue sich in den Business Units nach neuen Jobs um, heisst es. Angeblich geht man davon aus, dass die meisten von ihnen unter Peter Terwiesch Anschluss finden dürften. Er leitet den Bereich Industrial Automation, dem die Mehrzahl der ungefähr 160 Lösungen von ABB Ability angesiedelt sind. Erhalten bleiben sollen hingegen die Stellen in Indien und Polen, wo der Konzern Teile seiner Software entwickeln lässt.
Wie die «Bilanz» abschliessend schreibt, soll auch die Einheit ABB Technology Ventures mit ihren 20 Mitarbeitenden halbiert werden. Sie tätigte bis anhin Investitionen in Tech-Start-ups – auch das sollen künftig die einzelnen Sparten erledigen.


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