Netapp Insight 2020 29.10.2020, 11:26 Uhr

Software, Cloud und Data Services: Netapp drückt aufs Gas

Netapp hat an seiner diesjährigen Hausmesse Software, Cloud-Lösungen und Datenmanagement in den Fokus gestellt. Von Hardware war an der Medienkonferenz nur am Rande die Rede. Eine Neuankündigung könnte ein Kassenschlager im Cloud-Geschäft werden.
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Netapp hat Ende Oktober seine jährliche Hausmesse Insight abgehalten – virtuell, wie so viele Hersteller momentan. An der Medienorientierung wurde deutlich, wohin die Reise des Herstellers geht. «Netapp ist eine Cloud-orientierte, datenzentrische Software-Firma», betonte Netapps Chief Technology Evangelist Matt Watts im Webcast.
Lag Netapps ursprünglicher Fokus auf hochwertigem Storage, der über alle Produktlinien kompatibel ist mit der hauseigenen Speicherverwaltungssoftware Data Ontap, ist es heute umgekehrt. Die Software steht im Mittelpunkt. Speicher ergänzt das Angebot.

Netapp setzt voll auf das Data Fabric

Mit den Applikationen von Netapp sollen Unternehmen Daten verwalten und Datenumgebungen bewirtschaften können. Dies unabhängig davon, ob sie auf Netapp-Hardware im eigenen Rechenzentrum des Unternehmens liegen oder in Cloud-Umgebungen bei Hostern oder Hyperscalern. Data Fabric (Datengeflecht) nennt Netapp den Ansatz, den der Hersteller seit nun mehr sechs Jahren verfolgt. 
Hybride und Multi-Cloud-Umgebugnen seien heute die massgebenden Architekturen, führte Watts weiter aus. Entsprechend ist die Cloud künftig die Plattform im Zentrum der IT und Daten die Währung. Das Datengeflecht ersetze das Data Center im Kern der Datenverwaltung, fasste Watts die Entwicklung zusammen.
Die wachsende Nachfrage nach Cloud-fähigen Produkten spielt Netapp in die Hände. Die Corona-Krise dürfte einen zusätzlichen Wachstumsschub ausgelöst haben.

Neue Produkte und Updates vorgestellt

Vereinfacht gesagt, basiert Netapps Geschäft auf drei Säulen: Speicher und Speicheroptimierung, Compute-Lösungen für die Cloud (siehe Absatz zu Spot) und Virtuelle Desktop-Umgebungen (VDI). Insbesondere folgende Angebote im Cloud-Umfeld stachen aus den Ankündigungen hervor.
Virtual Desktop Management Service: Mit der überarbeiteten Cloud-basierenden Applikation können VDI-Systeme einfach ausgerollt und verwaltet werden, verspricht der Hersteller. Benötigte Ressourcen könnten laufend optimiert werden, ohne die Komplexität zu erhöhen. Gegenüber vergleichbaren Lösungen liessen sich überdies bis zur Hälfte der Kosten sparen.
Cloud Manager: Netapp bietet über seinen Cloud Manager Zugang zu allen Hyperscalern. Die Software biete auf diese Weise Überblick und Kontrolle über On-Premises-Systeme genauso wie über Instanzen auf Azure, AWS und der Google Cloud Platform. Mit an Bord sind Features für die Datenpflege wie Datensynchronisation, Back-up, Daten-Tiering, File Caching und für die Compliance.

Spot – Netapps neue Cash Cow?

Netapp ist Hersteller. Netapp ist aber auch Kunde – beispielsweise von Spot. Das US-amerikanische Tech-Start-up entwickelt und verkauft Lösungen, die für Applikationen automatisch die nötigen Ressourcen in der Cloud beziehen. Der Clou: Spot analysiert im Hintergrund günstige Angebote für Cloud-Ressourcen und bucht das jeweils günstigste Angebot für den Betrieb einer Applikation. Netapp konnte auf diese Weise nach eigenen Angaben über 80 Prozent an Cloud-Kosten sparen.
Mit Spot Storage und Spot Ocean bietet Netapp Produkte für Serverless- und Storageless-Systeme, um Microservices auf Kubernetes zu betreiben, ohne Speicher oder Datendienste verwalten zu müssen.
Im Sommer übernahm Netapp Spot und bietet die Lösungen neu seinen eigenen Kunden an. Sollte sich Spots Technik auch bei anderen Kunden bewähren, könnte das Netapp einige Pluspunkte bei Bestandskunden und Neukunden einbringen.


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