SBB 12.01.2018, 17:33 Uhr

Gewerkschafter kritisieren Planungssoftware für Lokführer

Die Bahngewerkschaft SEV hat erneut die Software der SBB zur Einsatzplanung des Zugpersonals kritisiert. Altbekannte Probleme seien nocht nicht behoben worden, zudem seien neue dazugekommen.
(Quelle: hpgruesen / Pixabay)
Eine Software zur Einsatzplanung sorgt bei der Bahngewerkschaft SEV für rote Köpfe. Sie fordert von der SBB, dass die «Sopre»-Übung abgebrochen wird, bevor es zu spät ist. Die SBB organisiert den Einsatz ihres Zugpersonals seit Juni 2016 mit dem Tool namens «Sopre». Zuvor war ein anderes System über 16 Jahre im Gebrauch, das dann jedoch am Ende seiner Lebensdauer angelangt war.
Die «Fahrplanstabilität» und die Gesundheit des Personals stehe auf dem Spiel, warnte die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV am Freitag in einer Mitteilung. Die Probleme mit dem Tool seien eine «Zumutung» und die Geduld sei überstrapaziert, hiess es weiter. Bereits Ende November hatten die SBB eingeräumt, dass beim Planungstool Nachbesserungsbedarf besteht. Nun bemängelt die SEV, dass die beim Lokpersonal im November eingeführte Software immer noch Schwierigkeiten mache. Vor allem lange Wartezeiten und die schlechte Datenqualität seien zu beanstanden.
Laut der SEV sind jetzt noch neue Probleme hinzugekommen: Die Lokführer-App (LEA) funktioniert nicht einwandfrei und Bestimmungen zur Arbeitszeit und zum Gesamtarbeitsvertrag (GAV) können nicht korrekt abgebildet werden. Dies könne bei der anstehenden Neuverhandlung des GAV für zusätzliches Chaos sorgen, befürchtet die SEV.
Die Leistung des Systems habe allgemein verbessert werden können, schrieben die SBB am Freitag auf Anfrage. Trotzdem bestünden noch einige Probleme, besonders in Folge von Verspätungen. Es sei eine Taskforce gegründet worden, um zusammen mit dem Hersteller Lösungen zu finden.


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