FFHS-Business-Breakfast 29.04.2019, 11:45 Uhr

Wie die Zukunft der Blockchain aussieht

Blockchain-Experten haben am letzten Business Breakfast der FFHS erklärt, was die Krypto-Technologie bereits kann und welche Entwicklungen ihr bevorstehen.
(Quelle: FFHS )
Am letzten Business Breakfast der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) stand Krypto-Technologie im Fokus – besser gesagt, Blockchain. Mit der Themenwahl trafen die Veranstalter einen Nerv. Der Event war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Arno Pernthaler von der Swisscom, Fabio Tomaschett von der Bank Frick und Bora Altuncevahir von der FFHS sprachen dabei über Zukunftsszenarien mit der Technologie.
Der FFHS-Dozent und Blockchain-Experte Altuncevahir zeigte den Gästen zunächst Vorteile der Technologie auf. Gemäss seinen Ausführungen können mit Smart Contracts beispielsweise Prozesse bei der Flugausfallversicherung optimiert werden, indem man Ereignisse und Konsequenzen – in diesem Fall der Flugausfall und die Rückerstattung – auf der Blockchain abbildet. Diese automatisierte Entschädigungsabwicklung ermögliche es Airlines, Geld zu sparen. Als weiteres interessantes Beispiel nannte er das «Diamond Time-Lapse Protocol», eine Blockchain-basierte Plattform der Firma Everledger, auf der die digitale Identität von Diamanten gespeichert wird.

Denken in Ökosystemen als Erfolgsrezept

Pernthaler, Tomaschett und Altuncevahir waren sich zwar einig, dass die Branche künftig rasant wachsen wird, die inhärenten Vorteile der Blockchain aber nicht ausreichen, damit sich die Technologie durchsetzen kann. Altuncevahir plädierte deshalb für eine ganzheitliche Sicht auf Blockchain-Initiativen: «Man muss in diesen Projekten die Perspektiven von Initianten, Akteuren, Partnern und Usern miteinbeziehen.» Ohne diese Betrachtungsweise auf Ökosystem-Ebene hätten Projekte oft keine Zukunft.
Die Redner legten sich am Business Breakfast schliesslich auf vier Entwicklungen fest, die der Blockchain-Technologie in Zukunft bevorstehen:
  • Will sich die Technologie längerfristig behaupten, müssen bei manchen Blockchains erst Probleme mit der Performance oder dem Energiehunger beseitigt werden.
  • Der Trend führt zu zentralisierten Blockchains, die von einem zentralen Akteur verwaltet werden. Denn im Gegensatz zu vollkommen dezentralisierten Blockchains beseitigen diese Probleme bei der Authentifizierung und bieten besseren Schutz sensibler Daten.
  • Blockchain-Projekte stellen zunehmend konkrete Gegenwerte hinter ihre Token – Equity Token repräsentieren dabei etwa Unternehmensanteile, während Utility Token eine Dienstleistung garantieren.
  • Die Zeiten juristischer Grauzonen sind vorbei, die Regulierung nimmt zu. In Liechtenstein und der Schweiz stehen Blockchain-Gesetze vor der Einführung. Auch die Finma stellte bereits Richtlinien für Initial Coin Offerings auf.

Nächstes Business Breakfast im Anflug

Mit dem nächsten Business Breakfast steht die FFHS bereits in den Startlöchern. Am 23. Mai findet dieses von 8 bis 10 Uhr im Bistro Spitz im Landesmuseum beim HB Zürich zum Thema «IoT – Die intelligent vernetzte Produktion» statt. Mario Schmuziger von Zühlke Engineering, Adrian Siegenthaler von Securiton und der FFHS-Dozent Michael Benjamin wollen dabei aufzeigen, wie Smart Factory und eine intelligent vernetzte Produktion dem Business einen Mehrwert liefern kann. Für den Event kann man sich online anmelden, die Teilnahme ist kostenfrei.


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