16.02.2006, 19:49 Uhr

Oracle holt sich die schläfrige Katze

Die Datenbänklerin Oracle hat sich die Open-Source-Firma Sleepycat für einen ungenannten Betrag gekrallt.
Sleepycat ist alles andere als eine schläfrige Mieze: Sie hat die quelloffene Datenbank Berkeley DB entwickelt, die in einer ganzen Reihe von etablierten Open-Source-Produkten steckt. Unter anderem arbeitet sie in zahlreichen Linux- und BSD-Unix-Betriebssystemen, im Apache Webserver sowie in der Openoffice Productivity Suite. Plausibel ist der Zukauf allemal. Denn Oracle-intern hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass ihrer hauseigenen, proprietären Software eine Ergänzung durch Open-Source-Software nur gut täte. Erstens, weil darauf spekuliert werden darf, dass manch ein Anwender von OSS später auf Oracle umsteigen wird. Andererseits, weil potenzielle OSS-Interessenten lieber bei einer etablierten Oracle einkaufen als bei einem unbekannten Start-up. Brancheninsider wollen wissen, dass Oracle auch ein Auge auf J-Boss und Zend Technologies, ebenfalls zwei Open-Source-Protagonistinnen, geworfen hat. Während letztere Verhandlungen mit Oracle abstreitet, scheiterte die Übernahme der Applikationsserver-Entwicklerin J-Boss bislang an der mangelnden Spendierfreudigkeit der Ellison-Company: Sie hat von den geforderten 400 Millionen gerade einmal die Hälfte offeriert.
Claudia Bardola



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