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Wallis einziger Kanton mit eigenem Funknetz für die Bergrettung

Das Wallis ist der einzige Kanton, der über ein eigenes Netz von Funkantennen für die Bergrettung verfügt. Er hat sich damit eine Infrastruktur geschaffen, die auf seine Topografie zugeschnitten ist.
© (Quelle: KWRO)

Das Funkantennen-Netz ist ein wichtiges Instrument für die Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO), die die Einsätze in oft schwierigem Gelände koordiniert und sichert.

Der wenig bekannte «K-Kanal» - «K» für «Koordination» - ist eine analoge Frequenz, die für den Austausch zwischen den verschiedenen Hilfsorganisationen reserviert ist. Retter, Einsatzzentrale, Polizei, Feuerwehr, Helikopterbesatzungen oder auch Hundeführer können sich hier in Echtzeit synchronisieren.

«Ein einziger gemeinsamer Kanal, der allen bekannt ist, ermöglicht es, die verschiedenen Dienste schnell auf denselben Funkstrom auszurichten», erklärt der Oberwalliser Fredy-Michel Roten, Direktor der KWRO, deren Zentrale 144 alle Rettungseinsätze im Wallis steuert.

Obwohl es diese Funkfrequenz «wahrscheinlich schon seit den 1990er Jahren» gebe, sei sie heute in vielen Kantonen in den Hintergrund getreten. Das landesweite digitale Polycom-Netz, das 2015 installiert wurde und seither im ganzen Land verfügbar sei, habe inzwischen die Oberhand gewonnen, so Roten.

Schwierige Topografie

Aber im Wallis spielt sich ein Grossteil der Koordination zwischen den Akteuren noch immer auf dem Kanal K ab, insbesondere in kritischen Situationen, wie der Notarzt weiter erläutert.

Als Wander- und Bergsteigerland sei der Kanton mit einer hohen Zahl von Einsätzen in komplexem alpinem Gelände konfrontiert, bei denen bis zu mehrere hundert Einsatzkräfte beteiligt sein können, die wiederum oft auf zahlreiche spezialisierte lokale Strukturen verteilt sind.

Ein «robustes, unabhängiges und direktes» Kommunikationsmittel sei daher unerlässlich, so Roten. Die analoge Frequenz mit ihren Endgeräten, die an die Arbeit vor Ort - zwischen Schnee, Kälte und dem Tragen von Handschuhen - angepasst sind, ermögliche einen unmittelbaren Austausch. Dieser sei bei Präzisionsmanövern mit Rettungshelikoptern von entscheidender Bedeutung.

Der Kanal K diene zudem zur Überbrückung von «Grauzonen», in denen das Mobilfunknetz und digitale Netze nur beschränkt funktionieren, wie zum Beispiel in den tiefen Tälern und Seitentälern, die das Wallis durchziehen. Eine Versorgung dieser Regionen sei auf die Installation einer bestimmten Anzahl von Antennen beschränkt, wie dies in den Tälern von Zermatt, Saas, Anniviers oder Illiez der Fall sei.

«Aus technischer Sicht wird es in einem Alpenkanton wie dem Wallis immer Funklöcher geben», sagt Roten und verweist auf die zahlreichen steilen Hänge, tief eingeschnittenen Täler und Schluchten, die die Geografie des Gebietes prägen. Jede neue Infrastruktur ziele daher genau darauf ab, die Abdeckung der Täler zu verbessern.

Grosses kantonales Netz

Derzeit umfasst das Walliser Netz 16 an den Kanal K angeschlossene Sendestandorte, die sich zwischen dem Chablais im Westen und dem Goms im äussersten Osten verteilen. Die Installation einer neuen Antenne steht derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Trotz des Fortschritts der digitalen Technologien sei es realistisch zu sagen, «dass der Kanal K mittelfristig ein wesentliches Instrument der Walliser Rettungskette bleiben wird», meint Roten. Denn eine zuverlässige Kommunikation sei die Grundlage für die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Patienten.

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