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Lesedauer 3 Min.

Vodafone testet Mobilfunkmasten mit KI-gesteuerten Roboterarmen

Für eine bessere Netzabdeckung bei schwierigen Wetterverhältnissen sollen die neuartigen Mobilfunkmasten sorgen, die Vodafone jetzt testet. Ein KI-gesteuerter Roboterarm soll sie ausrichten und so den Einsatz von Technikern reduzieren. 
Vodafone-Funkmast in Tirana

Die neuartigen Funkmasten werden in der albanischen Hauptstadt Tirana getestet

© Vodafone

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug auch in die Mobilfunknetze. Eine Einsatzmöglichkeit testet Vodafone jetzt mit einem neuartigen Mobilfunkmasten. Bei diesem steuert die KI einen Roboterarm, der die Antennen am Mast innerhalb kürzester Zeit neu ausrichten kann. Ziel ist es, auf kurzfristige Ereignisse – etwa schwierige Wetterverhältnisse oder die Auslastung in einer Mobilfunk-Zelle – zu jeder Zeit schnell reagieren zu können, um die Netzabdeckung für die jeweiligen Bedingungen zu optimieren.

Aktuell sind dafür noch Techniker nötig, die auf einen Mobilfunk-Mast klettern, um die dortigen Antennen händisch zu justieren – ein Vorgang, der von der Planung bis zur Umsetzung oft Tage dauert. Der Einbau einer zusätzlichen Antenne kann sogar Wochen dauern: Behördliche Genehmigungen und Vereinbarungen mit Standort-Eigentümern müssen vorliegen, Strassensperrungen für schweres Gerät eingerichtet und geeignete Wetterbedingungen vorherrschen.

Das soll sich bald ändern: Mithilfe eines von Vodafone-Ingenieuren entwickelten Algorithmus steuert die KI den Roboter-Arm des südkoreanischen Unternehmens Humax Networks. Dieser ist nahe der Mobilfunk-Antennen angebracht und dreht oder neigt sie. Das System lernt und passt sich zudem kontinuierlich an. Es trifft Entscheidungen nahezu in Echtzeit ohne menschliches Eingreifen. Dadurch dauert der Ausrichtungsvorgang nur 20 bis 30 Minuten.

Das Zusammenspiel aus KI und Roboter-Arm erprobt Vodafone derzeit an einem Mobilfunk-Standort in Tirana in Albanien mit Blick auf ein belebtes Einkaufszentrum. Tagsüber versorgt die Antenne die Menschen beim Einkaufen, nachts verlagert sie die Abdeckung automatisch in ein nahegelegenes Wohngebiet. Dort schafft sie zusätzliche Kapazität, wenn die Internet-Nutzung am Abend steigt. Vodafone prüft derzeit, wo sich die Technik auch in Deutschland versuchsweise einsetzen lässt.

Für Vodafone ist der KI-gesteuerte Roboter-Arm ein Ansatz, um eine dynamische und autonome Antennen-Steuerung in die unternehmensweite Plattform zur Automatisierung von Komponenten des Funkzugangsnetzes (Radio Access Network, RAN) zu integrieren. Ähnliche Lösungen werden in den kommenden Monaten folgen. Einige davon bewegen beispielsweise nur kleine Komponenten im Inneren der Antenne, was Energie spart und die Technik schont. Bereits im vergangenen Jahr hat Vodafone damit begonnen, satellitengestützte Sensoren in Mobilfunk-Antennen einzuführen. Per GPS lässt sich so aus der Ferne prüfen, ob Antennen korrekt ausgerichtet sind. 

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