Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Studie testet Übersetzer: Google Translate spricht schlecht Deutsch

Eine neue Studie der Online-Sprachlernplattform Preply hat gezeigt, wie genau Google im Jahr 2022 die beliebtesten europäischen Sprachen übersetzen kann.
Von den getesteten Sprachen hatte Google Translate am meisten Mühe mit Italienisch. Auch bei der Übersetzung auf Deutsch gabs Probleme.
© (Quelle: Pixabay)

Laut der Studie von Preply ist Google Translate mit über 338 Millionen Suchanfragen pro Monat die weltweit beliebteste Übersetzungs-Software. Die Software mag eine bequeme Option für die Nutzerinnen und Nutzer sein, doch wie genau ist Google Translate wirklich?

Um diese Frage zu beantworten, hat Preply zusammen mit seinen professionellen zweisprachigen Sprachlehrern ein Experiment durchgeführt. Die Fähigkeit von Google, verschiedene Textsorten korrekt zu übersetzen, wurde für die Sprachen Englisch, Italienisch, Deutsch und Spanisch (und umgekehrt) auf die Probe gestellt. Jede Sprache wurde dann anhand der Anzahl falscher Wörter, der Lesbarkeit und der Genauigkeit bewertet, um so die europäischen Sprachen zu ermitteln, die für Google am schwierigsten zu übersetzen sind.

Europa: Englisch am leichtesten zu übersetzen, Italienisch am schwierigsten

Die Untersuchungen von Preply zeigen, dass Italienisch bei der Übersetzung mit einer Genauigkeit von 94 Prozent für Google die grösste Herausforderung darstellt. Im Durchschnitt kommen auf 10 ins Italienische übersetzte Wörter 0,59 Fehler und eine niedrige Bewertung der Lesbarkeit von 4,5 von 100, was auf eine schlechte Satzstruktur zurückzuführen ist.  

Deutsch folgte mit einer Genauigkeit von 95 Prozent, da im Durchschnitt 0,54 Übersetzungsfehler pro 10 Wörter auftreten. Ähnlich wie viele europäische Sprachen erfordert Deutsch ein ausgezeichnetes Verständnis des Kontexts, in dem es gesprochen wird, welcher vom Google-Algorithmus teilweise nicht gut genug verstanden wird. Spanisch war für Google die am zweitleichtesten zu übersetzende Sprache mit einer hohen Trefferquote von 97 Prozent. Es traten nur 0,34 Fehler pro 10 übersetzte Wörter auf und die Übersetzungen wurden mit einer beeindruckenden Lesbarkeitsbewertung von 7,4 von 10 bewertet.

Die Studie fand auch heraus, dass Google Translate bei der Übersetzung von Inhalten aus anderen Sprachen ins Englische besser abschneidet: Nur 0,28 von 10 übersetzten Wörtern sind falsch. Trotz des Fehlermangels schnitt die durchschnittliche Lesbarkeit mit nur 5,74 von 10 Punkten in Bezug auf Genauigkeit und Klarheit nicht so gut ab. 

Dass Google Translate Englisch so gut beherrscht, liegt wahrscheinlich daran, dass es die am häufigsten verwendete Sprache im Internet ist. Der Algorithmus von Google hat daher Zugang zu mehr englischen Dokumenten als zu anderen Sprachen und kann aus diesen Inhalten lernen.

Umgangssprachliche Ausdrücke am leichtesten zu übersetzen

Die Untersuchungen von Preply haben ergeben, dass umgangssprachliche Ausdrücke für Google am schwierigsten zu übersetzen sind (72 Prozent Genauigkeit), gefolgt von geschäftlichen (96 Prozent) und literarischen Texten (94 Prozent).

Dies liegt wahrscheinlich daran, dass es für Google Translate als KI-Tool schwierig ist, die einzigartigen menschlichen Nuancen zu verstehen, die erforderlich sind, um die Bedeutung regionalspezifischer Wörter und Sätze in die Zielsprache zu übertragen.

Von den vier untersuchten Sprachen war die Übersetzung literarischer Texte ins Englische für Google Translate mit einer Trefferquote von 97 Prozent am einfachsten. Dagegen erwies sich die Übersetzung englischer Umgangssprache in andere Sprachen mit nur 72 Prozent Genauigkeit als am schwierigsten.

Amy Pritchett, Student Success Manager bei Preply, kommentierte die Ergebnisse der Studie wie folgt: «Google Translate kann eine grossartige Plattform für einfache Übersetzungen sein. Wie unsere Studie jedoch zeigt, ist es aufgrund seiner Grenzen als maschinelles Lernwerkzeug nicht immer genau. Dies gilt insbesondere für komplexere Sprachen wie Spanisch und Deutsch.»

Google Machine Learning Studie Gesellschaft Europa
Anzeige

Neueste Beiträge

Kurze Newsletter-Sommerpause - In eigener Sache
Vom 27. Juli bis zum 9. August macht die Computerworld-Redaktion eine kurze Newsletter-Sommerpause. Sie bekommen in diesem Zeitraum keinen Newsletter. Den nächsten Newsletter erhalten Sie dann wieder am 10. August.
2 Minuten
26. Jul 2026
Emporia bringt das Smart.8 mit Display-Garantie
Mit dem Smart.8 bringt Emporia ein Smartphone für die ältere Generation, bei dem ein Schwerpunkt auf dem Schutz des Gehäuses und des Displays liegt, für das es auch eine besondere Garantie gibt.
3 Minuten
23. Jul 2026
«Sicherheit schafft Vertrauen auf digitalen Marktplätzen» - Mostafa Hassanin, SMG Swiss Marketplace Group
Millionen von Menschen in der Schweiz nutzen Online-Marktplätze wie Ricardo, tutti.ch, Homegate, ImmoScout24 oder AutoScout24. Mostafa Hassanin verantwortet als Group CISO/CSO der SMG Swiss Marketplace Group die Cybersicherheitsstrategie hinter diesen Plattformen. Dabei zeigt sich: KI wird dort eingesetzt, wo sie Risiken schneller erkennbar macht und den Schutz der Nutzer:innen konkret stärkt.
6 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Davos wird zur ersten Robot City Europas
Mehr als 50 Roboter aus Europa, China und den USA arbeiten derzeit mitten in Davos. Der erste Davos Tech Summit zeigt damit erstmals Robotik-Anwendungen im öffentlichen Raum. Fachleute diskutieren zudem über Physical AI, Cybersecurity und Europas Rolle in der Robotik.
2 Minuten
KI-Rechenleistung made in Switzerland - Supercomputer
Auf dem Innovationscampus uptownBasel ist der leistungsfähigste kommerzielle KI-Supercomputer der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Anlage bietet Unternehmen, Forschung und Behörden Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten.
4 Minuten
Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige