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Lesedauer 4 Min.

Netflix setzt KI bei Produktionen ein

Netflix setzt Künstliche Intelligenz bei seinen Produktionen ein, unter anderem für günstigere Spezialeffekte. Damit lässt sich der Videostreaming-Marktführer auf eine Technologie ein, deren Folgen für die Filmkunst und für Jobs viele in der Branche fürchten
© (Quelle: shutterstock.com/360b)

Netflix-Co-Chef Ted Sarandos nannte als Beispiel für den Einsatz von KI-Technologie die Effekte, die Schauspieler jünger aussehen lassen. So haben man bei den Dreharbeiten von Martin Scorseses Drama «The Irishman» viel Geld ausgegeben, um Robert De Niro zu «entaltern» - und die Technologie sei nicht so gut gewesen, wie man sie gebraucht habe. Im vergangenen Jahr sei dafür bei dem Film «Pedro Paramo» stattdessen KI-Software eingesetzt worden - und der ganze Streifen habe so viel gekostet wie einst allein die Spezialeffekte. Auch zur Vorbereitung von Dreharbeiten würden KI-Werkzeuge verwendet.

Einsatz von KI in Hollywood umstritten

Ähnlich wie Chatbots wie ChatGPT Text formulieren können, gibt es auch KI-Software, die Video generiert. Dabei können mit Vorgaben Umgebung oder Lichtverhältnisse verändert werden, ohne dass man auch nur eine Kamera benutzt hat. Zugleich steht die Frage von Urheberrechten im Raum, denn die Software erzeugt ihre Bilder auf Basis einer gewaltigen Menge von Videos, mit denen sie angelernt wurde.

Die Nutzung von KI war auch ein Auslöser der jüngsten Hollywood-Streiks, weil Drehbuchautoren und Schauspieler befürchten, dass Studios sie in Zukunft durch Software ersetzen könnten.

Star-Regisseur James Cameron (»Titanic», «Avatar») sagte jüngst, der Einsatz von KI in Hollywood könnte zwingend notwendig sein. Wenn es weiter Blockbuster mit Spezialeffekten geben solle, müsse man die Produktionskosten halbieren. Sarandos sagte dazu bei Vorlage von Quartalszahlen, er sehe noch bessere Aussichten, wenn man die Filme dadurch «zehn Prozent besser» machen könnte.

Vorsichtige Jahresprognose

Netflix steigerte im vergangenen Quartal den Umsatz im Jahresvergleich um 12,5 Prozent auf gut 10,5 Milliarden Dollar. Unterm Strich sprang der Gewinn um 24 Prozent auf 2,89 Milliarden Dollar hoch.

Netflix übertraf mit den Zahlen die Erwartungen von Analysten. Besonders deutlich gelang das dem Streaming-Primus beim Gewinn pro Aktie mit einem Wert von 6,61 Dollar. Die Experten hatten im Schnitt mit rund 5,70 Dollar pro Aktie gerechnet.

Auch mit Prognosen für das laufende Quartal lag Netflix über den Erwartungen der Analysten. Zugleich liess der Konzern den Ausblick für das gesamte Jahr unverändert - was angesichts des starken Starts von Vorsicht zeugt. Bis zum Jahresende sei es noch weit und es gebe konjunkturelle Unsicherheit, gab Finanzchef Spence Neumann zu bedenken. Der Kurs der Netflix-Aktie legte im nachbörslichen Handel um gut drei Prozent zu.

Keine Kundenzahlen mehr

Es war das erste Quartal, in dem Netflix keine Angaben mehr zur Entwicklung der Kundenzahl machte, sondern sich auf die Finanzen fokussierte. Das vergangene Jahr hatte Netflix mit 301,6 Millionen Kundenhaushalten abgeschlossen. Im Schlussquartal, in dem der Dienst unter anderem zu Weihnachten erstmals zwei Spiele der Football-Liga NFL live zeigte, kamen dabei fast 19 Millionen Kunden hinzu.

In den Ländern, wo Netflix ein günstigeres Abo mit Werbung anbietet, entschieden sich im letzten Quartal vergangenen Jahres 55 Prozent der Neukunden dafür. Die Kundenzahl im Anzeigen-Modell stieg damals binnen drei Monaten um 30 Prozent.

Das Werbe-Abo hilft Netflix, Kunden zu halten, die vielleicht weniger Geld für Streaming ausgeben wollen. Nach dem Zoll-Rundumschlag von Präsident Donald Trump blicken US-Verbraucher skeptischer in die Zukunft. Zugleich macht die Strategie Netflix aber auch abhängiger vom Werbegeschäft, das in Zeiten schwacher Konjunktur leiden kann.

Streaming Künstliche Intelligenz (KI)

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