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Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt inzwischen Smart Home

Die Nutzung von Smart-Home-Funktionen in Deutschland nimmt laut einer Studie des Bitkom zu und erreicht erstmals die Mehrheit der Bevölkerung. Allerdings tun sich ältere Menschen immer noch schwer mit smarten Lampen und Saugrobotern.
Smart Home und Smartphone
© ChatGPT
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Saugroboter fahren autonom durch die Wohnung, die Heizung wird aus Ferne per Smartphone eingeschaltet und eine Kamera meldet verdächtige Bewegungen an den Bewohner: Smart-Home-Funktionen sind erstmals für die Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) inzwischen Realität, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage des Branchenverbandes Bitkom anlässlich der kommenden IFA belegt. 

Der Anteil ist im Vergleich zu den Vorjahren erneut gestiegen: 2022 waren es 43 Prozent, 2024 46 Prozent. Insbesondere bei den Menschen unter 50 Jahren ist das Smart Home beliebt. 73 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 70 Prozent der 30- bis 49- Jährigen nutzen Smart-Home-Anwendungen im eigenen Zuhause. Drei Viertel der Smart-Home-Nutzer (76 Prozent) wollen nie wieder in einem Zuhause ohne Smart-Home-Anwendungen leben. 87 Prozent sagen, Smart-Home-Anwendungen machen ihnen das Leben leichter.

42 Prozent der Smart-Home-Nutzer haben ihr gesamtes Zuhause mit solchen Geräten ausgestattet. Betrachtet man einzelne Räume, liegt das Wohnzimmer vorn: 49 Prozent nutzen dort Smart-Home-Geräte. Es folgen das Schlafzimmer mit 35 Prozent, das Esszimmer mit 28 Prozent und das Badezimmer mit 24 Prozent. In der Küche kommen Smart-Home-Geräte bei 15 Prozent zum Einsatz, im Gartenbereich und im Kinderzimmer bei jeweils 13 Prozent. 11 Prozent nutzen sie im Arbeitszimmer, jeweils 10 Prozent im Flur und im Keller und 7 Prozent in der Garage.

Lampen und Steckdosen am populärsten

Im Schnitt haben Smart-Home-Nutzer sechs Smart-Home-Anwendungen im Einsatz. Am weitesten verbreitet sind smarte Lampen und Leuchten: 46 Prozent der Befragten nutzen sie im Haushalt. Fast ebenso häufig kommen WLAN-Steckdosen beziehungsweise Smart Plugs zum Einsatz (44 Prozent) – 13 Prozentpunkte mehr als 2024. Ein Grund für den starken Anstieg könnte sein, dass sich damit auch ein weitgehend analoges Zuhause vergleichsweise einfach smart aufrüsten lässt. Auch Staubsauger-Roboter haben deutlich zugelegt: Sie werden inzwischen von 33 Prozent genutzt, 7 Prozentpunkte mehr als 2024. Energiesysteme, Heizkörperthermostate oder Verbrauchszähler kommen bei 28 Prozent zum Einsatz. Beim Thema Sicherheit nutzen 23 Prozent intelligente Alarmsysteme und 21 Prozent smarte Videoüberwachung.

Vorbehalte gegenüber dem vernetzten Zuhause zeigen sich besonders beim Thema Sicherheit: 59 Prozent der Nicht-Nutzer haben Angst vor Hacker-Angriffen – 5 Prozentpunkte mehr als 2024. 40 Prozent fürchten den Missbrauch persönlicher Daten. Auch die Kosten spielen eine grössere Rolle: 38 Prozent sind Smart-Home-Anwendungen zu teuer, 7 Prozentpunkte mehr als 2024. Dagegen empfinden nur noch 22 Prozent die Bedienung als zu kompliziert, 5 Prozentpunkte weniger als 2024. 17
Prozent möchten nicht noch mehr Technik im Haus haben, 10 Prozent haben kein Interesse
an solchen Anwendungen.

Immerhin: Bei 45 Prozent ist in den vergangenen zwölf Monaten keine Anwendung ausgefallen und
ihr Smart Home lief das ganze Jahr über stabil. 27 Prozent der Smart-Home-Nutzer berichten von seltenen, 16 Prozent von gelegentlichen und 11 Prozent von regelmässigen Ausfällen. Wenn es zu Problemen kommt, liegt es mit Abstand am häufigsten an der Internetverbindung: 85 Prozent der Betroffenen nennen sie als Ursache. Deutlich seltener sind Stromausfälle (24 Prozent), Störungen im Gerät (22 Prozent), eigene Bedienfehler (19 Prozent) oder Probleme mit der App (16 Prozent). 

Der wichtigste Grund für die Nutzung von Smart-Home-Anwendungen ist mehr Komfort und Lebensqualität. 82 Prozent der Nutzer ist das wichtig. 72 Prozent wollen mit digitalen Technologien zu Hause Energie sparen, 58 Prozent wollen ihre Wohnung oder ihr Haus sicherer machen. Ein Drittel (33 Prozent) möchte Geld sparen, 31 Prozent wollen ortsunabhängig auf ihre Geräte zugreifen und 16 Prozent Zeit sparen. Für ältere Menschen spielt zudem die Selbstbestimmung eine besondere Rolle: 40 Prozent Nutzer ab 65 Jahren wollen dadurch länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können, im Bevölkerungsschnitt sind es 8 Prozent.

Roboter im Haushalt stossen auf Interesse

Ein neues Thema sind menschenähnliche Roboter im Haushalt: Fast die Hälfte der Deutschen könnte sich grundsätzlich vorstellen, einen KI-gesteuerten humanoiden Roboter im Haushalt einzusetzen. 47 Prozent der Deutschen können sich das hingegen nicht vorstellen. «Humanoide Roboter polarisieren», sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. «Ihr menschenähnliches Aussehen fasziniert, kann aber auch verunsichern. Entscheidend für ihre Akzeptanz wird sein, ob sie im Alltag einen konkreten Nutzen bieten und den Menschen tatsächlich Arbeit abnehmen.»

Für 41 Prozent der Menschen in Deutschland wäre ein KI-gesteuerter humanoider Roboter eine echte Entlastung im Alltag. Fast die Hälfte (48 Prozent) würde einen humanoiden Roboter allerdings nur für einfache Aufgaben, wie Putzen, einsetzen. Einer möglichen Entlastung stehen jedoch deutliche Vorbehalte gegenüber: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hätte Sorge, die Kontrolle im eigenen Zuhause abzugeben. Für 46 Prozent wäre ein menschenähnlicher Roboter in der Wohnung unheimlich. Ebenso viele finden: Je menschenähnlicher ein Roboter ist, desto gruseliger ist er. Gleichzeitig könnte ein humanoider Roboter für viele eine Art sozialer Begleiter sein. 57 Prozent könnten sich vorstellen, sich mit einem humanoiden Roboter zu unterhalten. Für 14 Prozent könnten humanoide Roboter sogar soziale Kontakte ersetzen. 

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