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Lesedauer 3 Min.

Diese Kontaktlinse könnte das Smartphone ersetzen

Das US-Start-up Mojo Vision meldet einen Durchbruch bei der Suche nach einem neuen Interface zwischen Mensch und Internet. Firmenchef Drew Perkins hat erstmals eine Kontaktlinse in seinem Auge getragen, die ihm digitale Informationen in sein Gesichtsfeld einblendet.
Mit der Mojo Lens werden dem Träger digitale Daten in sein Gesichtsfeld eingespielt.
© (Quelle: Mojo Vision)

Man kennt sie als Zutaten in Science-Fiction-Thrillern: Kontaktlinsen, die der Filmheld im Auge trägt und die ihm während seiner spannenden Mission wichtige Informationen vermitteln. Was bislang so fantastisch erschien wie bemannte Raumflüge zu fernen Planeten, Laserpistolen und Roboter in Menschengestalt, ist jetzt in greifbare Regionen gerückt: Drew Perkins, Gründer des kalifornischen Start-ups Mojo Vision, stellte Ende Juni erstmals den Prototypen seiner Mojo Lens vor – im eigenen Auge.

Batterie im Auge

Die Mojo Lens enthält ein miniaturisiertes, monochromes LED-Display, das sich in der Mitte der Linse befindet und gerade einmal einen halben Millimeter im Durchmesser misst. Die Linse berechnet – ähnlich wie AR-Brillen wie die Google Lens oder die Hololens von Microsoft – nicht eigene Inhalte, sie dient lediglich zur Anzeige von Daten, die ihr drahtlos übermittelt werden. Die dazu notwendige Antenne ist am Rand der Mojo Lens angeordnet. Diese Datenübermittlung und die Stromversorgung sind die grössten technischen Herausforderungen, die das Team um Perkins lösen muss.

Im Live-Test konnte Perkins die Himmelsrichtung auf einem digitalen Kompass ablesen, der ihm eingeblendet wurde, ausserdem konnte er Text vorlesen wie von einem Teleprompter. Nach Unternehmensangaben zielt die Mojo Lens im Moment vor allem auf Sportler, die sich Daten zu ihrem Workout einblenden lassen können. Doch grundsätzlich könnte eine Daten-Kontaktlinse alle Informationen darstellen, für die man heute noch ein Smartphone zur Hand nehmen muss.

Mit der Mojo Lens werden dem Träger digitale Daten in sein Gesichtsfeld eingespielt. © Quelle: Moko Vision

Es fällt nicht schwer, sich unendlich Anwendungen auszudenken für ein Gerät wie die Mojo Lens. Bereits heute werden Augmented-Reality-Brillen im kommerziellen Umfeld eingesetzt, etwa um Picker im Lager bei ihrer Arbeit zu unterstützen oder Wartungstechnikern Informationen einzublenden. Einer weiteren Verbreitung im Alltag standen bislang vor allem zwei Faktoren im Weg: Der hohe Preis und die intrusive Wirkung, die eine AR-Brille auf andere hat. Nur wenige Menschen würden freiwillig mit einer Microsoft Hololens auf dem Kopf durch die Strassen gehen. Letzteres Problem könnte eine AR-Brille in Form einer Kontaktlinse beheben – und dem Konzept zum Durchbruch verhelfen.

Noch viel Arbeit

Bis dahin ist jedoch noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Wer sich jemals Kontaktlinsen beim Optiker anpassen liess, der weiss, wie empfindlich das menschliche Auge auf Fremdkörper reagiert. Der jetzt erfolgte Test der Mojo Lens ist nicht viel mehr als ein Proof of Concept. Doch bislang gingen Experten davon aus, dass es noch mehrere Jahrzehnte dauern könnte, bis eine solche Schnittstelle zwischen Mensch und Internet verfügbar sein wird. Diese Zeitspanne hat sich jetzt beträchtlich verkürzt.

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