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Lesedauer 4 Min.

In Portugal geht das Rechenzentrum der Zukunft an den Start

Start Campus im portugiesischen Sines ist ein Rechenzentrum-Komplex der Superlative und auf Höchstleistung getrimmt. Modernste Technologie trifft hier auf nachhaltige Energieeffizienz. Das beeindruckende Megaprojekt setzt Massstäbe für künftige Rechenzentren weltweit.
Start Campus wird in mehreren Etappen zu einem der grössten Rechenzentren Europas ausgebaut.
© (Quelle: Schneider Electric/Start Campus)

Das Start Campus-Projekt in Sines, Portugal, ist eines der ambitioniertesten Rechenzentrumsprojekte Europas. Mit einer geplanten IT-Kapazität von 1,2 Gigawatt soll es bis 2030 zum grössten und nachhaltigsten Colocation-Campus des Kontinents werden. Die Anlage wird vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben und setzt auf innovative Kühltechnologien, um den ökologischen Fussabdruck zu minimieren.

Der Campus besteht aus sechs Gebäuden (SIN01 bis SIN06). SIN01 ist bereits in Betrieb mit einer IT-Kapazität von 14 MW, erweiterbar auf 26 MW durch Flüssigkeitskühlung. Jedes der Gebäude von SIN02 bis SIN06 wird bis zu 240 MW IT-Kapazität bieten. Die vollständige Fertigstellung ist für 2030 geplant. «Wir bauen die digitale Infrastruktur der nächsten Generation – nachhaltig und KI-ready. Dabei geht es nicht nur um Stromzugang, sondern um intelligentes und effizientes Energiemanagement im grossen Massstab», so Robert Dunn, CEO von Start Campus.

100 % erneuerbar – mit Wasser aus dem Atlantik

Das Besondere an SIN01: Es ist das erste Rechenzentrum dieser Grössenordnung, das Meerwasser zur Kühlung nutzt. Die gesamte Kühlkette ist so aufgebaut, dass das verwendete Wasser wieder vollständig in den Ozean zurückgeleitet wird. Der Betrieb basiert zu 100 % auf erneuerbarer Energie – ein Meilenstein für die energiehungrige Rechenzentrumsbranche. SIN01 wurde auf umgewidmetem Industriegelände errichtet, direkt neben einem stillgelegten Kohlekraftwerk. Seit dem vierten Quartal 2024 ist das 26-Megawatt-Rechenzentrum in Betrieb – es ist das erste von mehreren Gebäuden auf dem geplanten Hightech-Campus.

Der Standort Sines wurde aus über 500 Optionen in ganz Europa ausgewählt. Die Küstenstadt ist direkt an internationale Unterseekabel angebunden. © Quelle: Schneider Electric

Intelligente Steuerung für Effizienz und Transparenz

Für das operative Herzstück setzt das Projekt auf Schneider Electrics EcoStruxure-Technologie – eine IoT-basierte Plattform, die Echtzeit-Monitoring, Steuerung und Analyse ermöglicht. Verbaut sind unter anderem:

  • Galaxy VX USV-Systeme für unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • SF6-freie Schaltanlagen, die auf klimaschädliche Gase verzichten
  • Energiemanagement-Software und Tools wie Power Monitoring Expert (PME)

«Die Vision von Start Campus, eines der grössten KI-Rechenzentren Europas, ist beispiellos. Wir sind stolz, mit unserem Know-how aus Energie, Gebäude, Industrie und Digitalisierung dabei zu sein», erklärt Pablo Ruiz Escribano, Senior Vice President Secure Power and Data Center Business bei Schneider Electric Europe. © Quelle: Computerworld

Diese Systeme sorgen für maximale Transparenz und eine kontinuierliche Optimierung des Energieverbrauchs. Auch bei der Energiebeschaffung berät Schneider Electric: Die Stromversorgung des Campus erfolgt über langfristige Power Purchase Agreements (PPAs) – ausschliesslich mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Strategischer Standort mit internationaler Anbindung

Der Standort Sines ist strategisch gewählt. Die Küstenstadt ist direkt an mehrere internationale Unterseekabel angebunden, was schnelle Verbindungen nach Nordamerika, Afrika und Lateinamerika ermöglicht. Zudem profitiert Portugal von vergleichsweise günstigen Strompreisen und einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien im Netz. Start Campus konnte sich bereits über 1 Gigawatt Netzanschlusskapazität sichern – ein Novum im europäischen Rechenzentrumsmarkt, wo Stromknappheit zunehmend zum Wachstumshemmnis wird.

Der Standort Sines wurde aus über 500 Optionen in ganz Europa ausgewählt. Die Küstenstadt ist direkt an internationale Unterseekabel angebunden. © Quelle: Schneider Electric

Jobmotor und Milliarden-Investition

Die portugiesische Regierung hat das Projekt offiziell als Projekt von nationalem Interesse eingestuft – nicht zuletzt wegen seines wirtschaftlichen Potenzials: Bis zu 1'200 direkte und 9'000 indirekte Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren entstehen. Um dem steigenden Bedarf nach Rechenleistung für KI-Anwendungen gerecht zu werden, hat Start Campus zuletzt eine Investition von 8,5 Milliarden Euro angekündigt, um den Ausbau des Campus zu beschleunigen.

Fakten

Start Campus

Projektname: SIN01 - SIN06

Betreiber: Start Campus

Technologiepartner: Schneider Electric

Leistung: 26 MW (Phase 1) sukzessiver Ausbau auf 1,2 GW

Standort: Sines, Portugal

Energieversorgung: 100 % erneuerbare Energie, Meerwasserkühlung

Zeitplan: 2024 - 2030

Besonderheiten: Nutzung von Meerwasser zur Kühlung, EcoStrxure-IoT-System, SF6-freie Schaltanlagen

Anbindung: Direkter Zugang zu transatlantischen Unterseekabeln

Wirtschaftlicher Impact: 1'200 direkte und 9'000 indirekte Arbeitsplätze

Investitionsvolumen: 8,5 Mrd. €

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Rechenzentrum Cloud & Infrastruktur Künstliche Intelligenz (KI)
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