Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Zürcher Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen mutmasslichen Cyberkriminellen

Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hat im Juli 2025 beim Bezirksgericht Zürich Anklage gegen einen Mann wegen gewerbsmässiger Erpressung, diversen Cyberdelikten aus dem Themenkreis «Ransomware», schwerer Geldwäscherei, Pornografie und weiterer Delikte erhoben.
© (Quelle: Shutterstock / Carlos Amarillo)

Ihm wird eine massgebliche Beteiligung an Ransomware-Angriffen auf Unternehmen im In- und Ausland zwischen Dezember 2018 und Mai 2020 vorgeworfen.

Aufgrund einer Serie von Ransomware-Angriffen auf Zürcher Unternehmen eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft im Juli 2019 ein Strafverfahren gegen eine vorerst unbekannte Täterschaft. Im Rahmen einer international koordinierten Aktion gelang es dann im Oktober 2021 den Strafverfolgungsbehörden aus der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, der Ukraine und den USA, gegen eine weltweit tätige Gruppe von Cyberkriminellen vorzugehen und insgesamt zwölf Personen zu verhaften. Die international zusammengesetzte Gruppe operierte mit den Schadprogrammen «LockerGoga», «Megacortex» und «Nefilim». In der Schweiz wurde in diesem Zusammenhang ein tatverdächtiger 51-jähriger Ukrainer verhaftet.

Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hat das hiesige Strafverfahren abgeschlossen und Ende Juli 2025 beim Bezirksgericht Zürich Anklage erhoben. Dem Beschuldigten wird einerseits vorgeworfen, an der Entwicklung von Schadsoftware massgeblich beteiligt gewesen zu sein. Weiter soll er zwischen Dezember 2018 und Mai 2020 von seinem Wohnort in der Schweiz aus direkt an Ransomware-Angriffen auf zehn Unternehmen in der Schweiz, Frankreich, Norwegen, Schottland, Kanada, den Niederlanden und den USA mitgewirkt haben. Für seinen Tatbeitrag soll er jeweils einen Anteil der bezahlten Lösegelder erhalten haben.

Die Ransomware-Angriffe verursachten bei den betroffenen Unternehmen Schäden von über 130 Millionen Franken. Hauptursachen waren Umsatzeinbussen durch Betriebsunterbrüche und die Kosten für die Wiederherstellung der IT-Systeme. Einzelne geschädigte Unternehmen zahlten Lösegeld in Form von Bitcoin, um von der Täterschaft Programme zur Entschlüsselung ihrer Daten zu erhalten. Die höchste bezahlte Lösegeldsumme belief sich dabei auf 450 Bitcoin (heute rund CHF 41 Mio.). Seinen Anteil am Deliktserlös, meist in Form von Bitcoin, soll der Beschuldigte durch eine Vielzahl von Transaktionen verschleiert haben, um so die Einziehung zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft beantragt dem Gericht neben einer 12-jährigen unbedingten Freiheitsstrafe auch die Anordnung einer Landesverweisung für den Beschuldigten. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil durch ein Gericht gilt die Unschuldsvermutung. Der Mann befindet sich derzeit in Haft.

Ransomware
Anzeige

Neueste Beiträge

Prüfung der Sicherheit und Nutzbarkeit von Microsoft 365
Der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (BK-DTI) der Bundeskanzlei hat per Ende 2025 die digitale Arbeitsplattform Microsoft 365 (M365) flächendeckend in der Bundesverwaltung eingeführt.
2 Minuten
22. Okt 2026
Word: mehr als zwei Bedingungen beim Seriendruck - Tipps & Tricks
Beim Serienbrief in Word lassen sich standardmässig nur zwei Bedingungen eingeben. Wie können Sie aber z.B. die Anrede nicht nur für «Herr» und «Frau», sondern auch für «Firma» oder eine neutrale Variante angeben?
4 Minuten
Smarthome ganz einfach - Smarthome-Tipps
Die beiden Standards «Matter» und «Thread» sorgen dafür, dass Smarthome-Geräte herstellerunabhängig miteinander harmonieren und sich zentral über ein einziges System steuern lassen. Hier lesen Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.
9 Minuten
22. Okt 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Cybersicherheit lebt vom Austausch - Global Cyber Conference 2026
Cyberangriffe machen weder an Landesgrenzen noch an Unternehmensmauern halt. Umso wichtiger ist der direkte Austausch zwischen Sicherheitsverantwortlichen, Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Global Cyber Conference 2026 in Zürich brachte mehr als 300 Fach- und Führungskräfte zusammen. Im Zentrum standen Cybersecurity, künstliche Intelligenz und Quantentechnologien.
6 Minuten
SRG wurde Opfer von Cybervorfall
Die SRG hat einen Cyberangriff festgestellt, bei dem Unberechtigte auf Daten von SRF-Mitarbeitenden zugegriffen haben.
2 Minuten
29. Sep 2026
Bundesrat will neues Cybersicherheitsgesetz schaffen
Der Bundesrat hat zur Stärkung der nationalen Cybersicherheit das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, bis im Juni 2027 eine Vernehmlassungsvorlage für ein neues, eigenständiges Bundesgesetz über die Cybersicherheit auszuarbeiten.
3 Minuten
27. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige