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TÜV Süd warnt vor lahmgelegten Aufzügen durch 2G-Abschaltung

Die gepalnte Abschaltung der alten Mobilfunknetze könnte die Stilllegung vieler Aufzüge erzwingen, wenn deren 2G-basierte Notrufsysteme nicht mehr funktionieren. Betreiber sollten rechtzeitig reagieren, warnt der TÜV Süd.
Aufzugnotruf

Viele Notrufsysteme in Aufzügen nutzen noch 2G

© TÜV Süd

Bis Ende 2028 wollen die Telekom und Telefónica in Deutschland die alten 2G-Netze abschalten, Vodafone nimmt sich noch in Ausnahmen Zeit bis 2030. Das betrifft dann nicht nur Retro-Handys, sondern auch viele M2M-Systeme, die auf der Technologie basieren. Der TÜV Süd warnt jetzt davor, dass insbesondere Notrufanlagen in Aufzügen betroffen sein könnten.

Aufzüge gehören in Deutschland zu den überwachungsbedürftigen Anlagen, die wiederkehrend durch Zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS) wie den TÜV Süd geprüft werden müssen. Essentiell ist dabei die Funktionsfähigkeit der Notrufsysteme. «Wir überprüfen, ob das Zweiwege-Kommunikationssystem eine Verbindung zur ständig besetzten Stelle aufbaut, ob die Kommunikation zwischen dem Aufzugsnutzer und der besetzten Stelle funktioniert und ob es einen Notfallplan für eine möglicherweise nötige Evakuierung gibt», sagt Dieter Roas, Leiter des Geschäftsfeldes Fördertechnik der TÜV Süd Industrie Service GmbH. 

Wenn der Notruf bei der Überprüfung funktioniert, kann der Aufzug derzeit auch mit 2G-Systemen weiter betrieben werden. Dennoch rät der Experte den Betreibern, ihre Anlagen zeitnah zu überprüfen beziehungsweise überprüfen zu lassen: «Denn sobald das 2G-Netz abgeschaltet wird und das Notrufsystem ausfällt, darf die Anlage nicht mehr weiter betrieben werden.»

Ein Austausch schafft Abhilfe

Um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen, ist bei älteren Notrufsystemen auf 2G-Basis die Umrüstung oder der Austausch des Notrufmoduls doer des Gateways erforderlich. Aber auch bei 4G-fähigen Systemen sollten die Funktionsfähigkeit sowie Firmware, Netzprofile, SIM-Verträge und Sprachfähigkeit überprüft werden, mahnt Dieter Roas. «Ein 4G-Datenmodul allein reicht eventuell nicht aus, weil für den Notruf eine sprachfähige Lösung benötigt wird.»

Der VDMA und führende Aufzugshersteller gehen davon aus, dass etwa 400.000 Aufzüge in Deutschland von der Abschaltung der 2G-Netze betroffen sind. Vor diesem Hintergrund rät der Experte dazu, die Überprüfung der Notrufeinrichtungen frühzeitig anzugehen. Zum einen würden aufgrund der hohen Zahl der umzurüstenden Anlagen sowohl Fachfirmen als auch Lieferketten voraussichtlich stark belastet, zum anderen könne es bereits heute aufgrund der Migration von Frequenzen in modernere Netze zu regionalen Einschränkungen in den 2G-Netzen kommen. «Die Anforderungen sind bekannt und die Lösungsmöglichkeiten sind bekannt», betont Dieter Roas. «Noch haben Aufzugsbetreiber genügend Zeit, sich zu informieren und die nötigen Massnahmen vorzunehmen.»

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