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Rückgang der Wachstumsdynamik bei Überwachungsmassnahmen

Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden und der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) haben im Jahr 2025 beim Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (Dienst ÜPF) insgesamt etwa 40 Prozent mehr Überwachungsmassnahmen angeordnet als im Vorjahr. 
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© VBS

Dies ist vor allem auf den Anstieg der Antennensuchläufe zurückzuführen. Das Wachstum der Anzahl Fälle bei den übrigen Massnahmen hat sich gegenüber dem Vorjahr verlangsamt.

Nach dem deutlichen Wachstum im vergangenen Jahr zeigen die Zahlen 2025 ein verlangsamtes Wachstum gegenüber dem Vorjahr. So hat sich beispielsweise die Anzahl der Echtzeitüberwachungen mit 1878 um 3 Prozent erhöht (2024: 1818). Die Anzahl der rückwirkenden Überwachungen liegt mit 6531 um 382 über dem Vorjahr (2024: 6149, +6 %). Die Notsuchen sind mit 1287 um rund 5 Prozent gestiegen (2024: 1223), während sich die Anzahl der Fahndungen mit 17 gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert hat (2024: 35). Ein anderes Bild weist der Antennensuchlauf auf und lässt dabei die Gesamtzahlen deutlich steigen: Im Jahr 2025 waren 19 091 Zellen Gegenstand eines Antennensuchlaufs, was einer Zunahme von etwa 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 11 290). Die Anzahl Fälle ist dabei auf 54 gestiegen (2024: 44).

Zunahme bei Auskünften

Bei den Auskünften ist eine Zunahme zu verzeichnen. So erteilte der Dienst ÜPF im Jahr 2025 etwa 32 Prozent mehr Auskünfte (einfache und komplexe) an die Strafverfolgungsbehörden. Es wurden 44 836 komplexe Auskünfte (z.B. Ausweiskopien oder Vertragsdaten) geliefert, was einem Anstieg von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei wurden 33 282 komplexe Auskünfte angefragt (gegenüber 19 357 im Vorjahr). Die Differenz erklärt sich dadurch, dass pro Anfrage mehrere Auskünfte erteilt werden können. Es wurden 480 245 einfache Auskünfte (Telefonbuch- oder IP-Adressen-Abfragen) angefragt (2024: 385 630) und 650 034 einfache Auskünfte erteilt (2024: 495 119).

Überwachungen des NDB

Der NDB ordnete im Jahr 2025 334 Überwachungen an und stellte 39 130 Auskunftsgesuche (49 393 erteilte Auskünfte). Im Jahr davor waren es 106 Überwachungen bzw. 12 789 Auskunftsgesuche (15 241 erteilte Auskünfte). Anzumerken ist, dass sich die Zählweise des NDB und des Dienstes ÜPF unterscheidet.

Zunahme der Massnahmen in Zusammenhang mit Sexualstrafdelikten, strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben und die Freiheit

Fast 45 Prozent aller Überwachungsmassnahmen (Echtzeit- und rückwirkende Überwachungen) betrafen im Jahr 2025 Vermögensdelikte. Die damit verbundene Anzahl der Massnahmen ist im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent gestiegen. Die Anordnungen aufgrund strafbarer Handlungen gegen Leib und Leben (ca. 24 Prozent der Massnahmen) sind um rund 75 Prozent gestiegen. 8 Prozent der Massnahmen wurden zur Ermittlung von schweren Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durchgeführt. Hier ist eine Steigerung von rund 10 Prozent zu verzeichnen. Rund 4 Prozent der Anordnungen erfolgte für Notsuchen und fast 3 Prozent aufgrund von Verbrechen und Vergehen gegen die Freiheit. Letztere sind im Jahr 2025 um 50 Prozent gestiegen. Die Massnahmen wegen Verbrechen und Vergehen gegen den öffentlichen Frieden (1 Prozent) sind im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent gesunken, während die Massnahmen wegen strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität (2 Prozent) um über 124 Prozent angestiegen sind. Die übrigen Überwachungsmassnahmen teilen sich auf Fahndungen und diverse Deliktarten auf.

IMSI Catcher und GovWare

Die Anzahl Einsätze mit besonderen Informatikprogrammen (GovWare) ist im Jahr 2025 auf 4 (gegenüber 12 im Vorjahr) gesunken. Die meisten Einsätze wurden bei der Überwachung in Zusammenhang mit strafbaren Handlungen gegen das Vermögen eingesetzt. Die Anzahl Einsätze der besonderen technischen Geräte (IMSI-Catcher) beläuft sich auf 151 (Vorjahr: 171). Diese Instrumente wurden grösstenteils bei Notsuchen nach vermissten Personen (62) und schweren Betäubungsmitteldelikten (45) eingesetzt.
 

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