Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Durchsuchungen wegen Islamismus im Internet in der Schweiz

Mit einer koordinierten Aktion in zwölf deutschen Bundesländern sowie in der Schweiz und in Österreich sind die Strafverfolgungsbehörden gegen die Verbreitung islamistischer Propaganda im Internet vorgegangen.
© (Quelle: BKA)

Bei den Beschuldigten handelt es sich laut dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) vor allem um Jugendliche und Heranwachsende, die «relevante Adressaten und Verbreiter islamistischer Propaganda im Internet sind».

Mehr als 50 Durchsuchungsbeschlüsse wurden umgesetzt und zahlreiche Beschuldigte vernommen, wie das BKA am Donnerstag mitteilte. Auch in Österreich und der Schweiz habe es entsprechende Massnahmen gegeben.

Einsatz in zwei Kantonen

So fand am Donnerstag etwa im Kanton Luzern eine Hausdurchsuchung statt, wie die Bundesanwaltschaft (BA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die Durchsuchung sei im Rahmen eines «laufenden Strafverfahrens wegen des Verdachts der Propaganda für eine terroristische Organisation» erfolgt, hiess es weiter.

Das Strafverfahren laufe gegen eine Person, die zur Einvernahme der BA vorgeführt worden sei. Die Hausdurchsuchung führte die BA in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) und der Luzerner Kantonspolizei durch. Weitere Informationen gegen die Strafverfolgungsbehörden derzeit nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bereits vor einer Woche habe die BA in Zusammenarbeit mit dem Fedpol im Rahmen eines weiteren laufenden Strafverfahrens gegen eine  Person wegen desselben Verdachts eine Hausdurchsuchung im Kanton Solothurn durchgeführt, hiess es auf Anfrage weiter.

Religiöse Gesänge als Propagandawerkzeug

Dschihadistische Propaganda wird nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden aktuell insbesondere über TikTok und Instagram verbreitet, aber auch über Rocket.Chat, Telegram sowie über spezielle Websites.

Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von islamistischen Inhalten, die Gewalt verherrlichen, spielen den Angaben zufolge sogenannte Nasheeds. Das sind religiöse Gesänge, die der Lobpreisung Gottes, des Propheten des Islam, Mohammed, sowie der Vermittlung islamischer Werte dienen.

Im dschihadistischen Kontext werden sie in der Form von Kampfliedern als Propagandainstrument eingesetzt, um Angst zu schüren und neue Kämpfer beziehungsweise Terroristen zu rekrutieren.

Die meisten Videos, die mit dschihadistischen Nasheeds unterlegt sind und von jungen Menschen in Deutschland verbreitet werden, werden der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugerechnet. Einige dieser Videos zeigen Gewaltszenen, etwa Hinrichtungen. Die Gesänge sind in der Regel auf Arabisch.

Die Aktion der deutschen Polizei fand den Angaben zufolge mit der Ausnahme von Sachsen-Anhalt, Saarland, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern in allen Bundesländern statt.

Recht
Anzeige

Neueste Beiträge

Kontrolle statt Komfort: Wer steuert unsere Daten?
Digitale Souveränität ist vom Schlagwort zur Führungsaufgabe geworden. Zwischen Cloud-Abhängigkeit, regulatorischem Druck und geopolitischen Spannungen stellt sich eine unbequeme Frage: Wer kontrolliert im Ernstfall die eigenen Daten – und damit das eigene Geschäft?
8 Minuten
13. Mai 2026
Bexio Phishing-Mails aktuell im Umlauf
Aktuell sind E-Mails von unbekannten Absendern im Umlauf, die den Namen von bexio missbrauchen. Das Ziel dieses Betrugsversuchs ist es, an Zugangsdaten von Kunden zu gelangen. Die Systeme von bexio wurden nicht kompromittiert.
4 Minuten
13. Mai 2026
AiiDAlab Software bringt die Forschung voran
Die Software AiiDAlab wurde ursprünglich zur Vereinfachung von Computersimulationen in der Materialforschung entwickelt.
4 Minuten
12. Mai 2026

Das könnte Sie auch interessieren

EU: Facebook und Instagram schützen Kinder nicht ausreichend
Erste Ermittlungen der EU-Kommission zeigen, dass Facebook und Instagram Minderjährige nicht gut genug vor den Risiken ihrer Angebote schützen.
2 Minuten
29. Apr 2026
Fünf Experten geben Auskunft - Experts
Wie verändern KI-gestützte Angriffe die Bedrohungslage – und welche Massnahmen sollten Unternehmen jetzt ergreifen?
2 Minuten
Keine Aufhebung der Abstimmung über E-ID-Gesetz wegen Swisscom-Spende - Beschwerden verspätet
Die eidgenössische Abstimmung vom 28. September 2025 über das E-ID-Gesetz wird nicht wiederholt. Das Bundesgericht tritt auf die verspätet erhobenen Beschwerden im Zusammenhang mit der Zuwendung der Swisscom von 30'000 Franken an ein privates Abstimmungskomitee nicht ein. 
3 Minuten
22. Apr 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige