Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Über 60 Staaten unterzeichnen UN-Abkommen gegen Cyberkriminalität

Mehr als 60 Staaten haben ein bei Menschenrechtlern und Tech-Konzernen umstrittenes UN-Abkommen zum Kampf gegen Cyberkriminalität unterzeichnet.
© (Quelle: EMGenie)

UN-Generalsekretär António Guterres beschrieb das Abkommen bei der Zeremonie zur Unterzeichnung am Samstag in Vietnams Hauptstadt Hanoi als «wichtigen Meilenstein», der beim Kampf gegen Cyberkriminalität «nur der Anfang» sei.

Es ist das erste UN-Abkommen dieser Art. Täglich würden «raffinierte Betrügereien» Familien zerstören und der Wirtschaft «Milliarden von Dollar» entziehen, fügte Guterres hinzu. «Wir brauchen eine starke global-vernetzte Antwort», sagte der UN-Generalsekretär weiter.

Durch das Abkommen soll die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Verbrechen im digitalen Raum gestärkt werden, insbesondere mit Blick auf Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch und Geldwäsche.

Die Gründerin der Nichtregierungsorganisation (NGO) Tech Global Institute, Sabhanaz Rashid Diya, kritisierte das Abkommen: «Sehr problematische Praktiken, die in autoritären Staaten gegen Journalisten verwendet werden, werden nahezu kopiert», sagte Diya der Nachrichtenagentur AFP.

Cyberkriminalität sei weltweit ein grosses Problem, für dessen Bekämpfung auch demokratische Staaten Zugang zu bestimmten Daten bräuchten, den sie nach der derzeitigen Gesetzeslage oft nicht hätten, räumte Diya ein. Die in dem Abkommen enthaltenen Mechanismen zur Sicherung von Menschenrechten seien jedoch nicht ausreichend, kritisierten Menschenrechtsgruppen.

Auch Technologie-Unternehmen hatten das Abkommen kritisiert. So sagte ein Branchenverband mit Mitgliedern wie Meta und Dell seine Teilnahme an der Unterzeichnung in Hanoi ab. Die Unternehmen kritisieren, Staaten erhielten mit dem Abkommen die Befugnis, «bei fast jeder Straftat ihrer Wahl» zusammenzuarbeiten.

Zudem sorgt für Kritik, dass das Abkommen in Vietnam unterzeichnet wurde. Die vietnamesischen Behörden unterdrückten gezielt die Meinungsfreiheit im Internet, sagte Deborah Brown von Human Rights Watch. «Russland war eine der treibenden Kräfte hinter dem Vertrag und wird sich sicherlich über die Unterzeichnung freuen», fügte sie hinzu.

Das Abkommen muss nach der Unterzeichnung noch von den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden, um in Kraft zu treten. Der Ausschuss zur Ausarbeitung des Abkommens war trotz Widerstands aus den USA und aus Europa eingesetzt worden, nachdem Russland im Jahr 2017 einen ersten Vorstoss unternommen hatte.

Politik
Anzeige

Neueste Beiträge

Smarthome ganz einfach - Smarthome-Tipps
Die beiden Standards «Matter» und «Thread» sorgen dafür, dass Smarthome-Geräte herstellerunabhängig miteinander harmonieren und sich zentral über ein einziges System steuern lassen. Hier lesen Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.
9 Minuten
22. Okt 2026
Word: mehr als zwei Bedingungen beim Seriendruck - Tipps & Tricks
Beim Serienbrief in Word lassen sich standardmässig nur zwei Bedingungen eingeben. Wie können Sie aber z.B. die Anrede nicht nur für «Herr» und «Frau», sondern auch für «Firma» oder eine neutrale Variante angeben?
4 Minuten
Prüfung der Sicherheit und Nutzbarkeit von Microsoft 365
Der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (BK-DTI) der Bundeskanzlei hat per Ende 2025 die digitale Arbeitsplattform Microsoft 365 (M365) flächendeckend in der Bundesverwaltung eingeführt.
2 Minuten
22. Okt 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Cybersicherheit lebt vom Austausch - Global Cyber Conference 2026
Cyberangriffe machen weder an Landesgrenzen noch an Unternehmensmauern halt. Umso wichtiger ist der direkte Austausch zwischen Sicherheitsverantwortlichen, Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Global Cyber Conference 2026 in Zürich brachte mehr als 300 Fach- und Führungskräfte zusammen. Im Zentrum standen Cybersecurity, künstliche Intelligenz und Quantentechnologien.
6 Minuten
SRG wurde Opfer von Cybervorfall
Die SRG hat einen Cyberangriff festgestellt, bei dem Unberechtigte auf Daten von SRF-Mitarbeitenden zugegriffen haben.
2 Minuten
29. Sep 2026
Bundesrat will neues Cybersicherheitsgesetz schaffen
Der Bundesrat hat zur Stärkung der nationalen Cybersicherheit das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, bis im Juni 2027 eine Vernehmlassungsvorlage für ein neues, eigenständiges Bundesgesetz über die Cybersicherheit auszuarbeiten.
3 Minuten
27. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige