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Sunrise hat 3G-Netz vollständig abgeschaltet und bietet 5G pur

Zwei Monate nach Beginn der Abschaltung von 3G hat Sunrise die veraltete Mobilfunktechnik nun komplett ausser Betrieb genommen. "Wir haben die letzten 3G-Antennen abgeschaltet", sagte Sunrise-Chef André Krause am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
© (Quelle: Sunrise)

«Wir haben nun ein reines 4G- und 5G-Mobilfunknetz. Damit sind wir der erste Anbieter in Europa, der alle alten Technologien 2G und 3G abgeschaltet hat», sagte Krause. Die Frequenzen von 2G und 3G könne man für die neueren Technologien nutzen. «Dadurch haben wir mehr Abdeckung und Kapazität auf dem 4G- und 5G-Netz.»

Die Höhe der Einsparungen durch den Wegfall von 3G wollte Krause nicht beziffern. Auf jeden Fall seien die modernen Technologien viel effizienter. Die um die Jahrtausendwende eingeführte dritte Mobilfunkgeneration 3G (auch als UMTS bekannt) verbrauche pro übertragene Dateneinheit im Vergleich zu den moderneren Technologien ein Vielfaches an Bandbreite und Strom.

Sunrise hatte die vor zwei Jahren angekündigte Abschaltung von 3G vor Mitte Juni begonnen. Diese hatte Folgen für die Kunden. Ein paar tausend Nutzer hätten sich neue Handys gekauft, was den Geräteverkauf von Sunrise angekurbelt habe, sagte Krause.

Handbremse beim 5G-Netz gelöst

Gleichzeitig habe Sunrise das ganze 5G-Netz nun beschleunigt, sagte Krause. Als erster Mobilfunkanbieter der Schweiz bringt Sunrise 5G pur (im Fachjargon 5G Standalone genannt): Das heisst, das 5G-Netz wurde vom 4G-Netz entkoppelt, das bisher die Steuerung übernommen hatte. Damit muss sich ein Handy nicht mehr zuerst mit dem 4G-Netz verbinden und danach mit dem 5G-Netz.

Mit der direkten Verbindung mit 5G brauchen die Handys weniger Batterie und die Reaktionszeit wird kürzer. Zudem wird die Netzabdeckung von 5G besser, was sich gerade in Innenräumen bemerkbar macht.

Mittlerweile könnten 350'000 Kunden in der Schweiz 5G pur nutzen, da sie die entsprechenden Abos und die nötigen Handys hätten, sagte Krause. Diese Zahl werde in der kommenden Zeit deutlich zunehmen. Diese Nutzer können nun auch über 5G telefonieren, was bisher nur mit 4G möglich ist. Dadurch sind die Verbindungen stabiler und 5G-Datenverbindungen werden bei einem Anruf nicht mehr blockiert.

Konkurrenz bietet noch 3G

Die Swisscom ihrerseits will 3G Ende Jahr den Stecker ziehen. An diesem schon vor vier Jahren angekündigten Plan hält der Branchenprimus fest.

Salt hingegen hält der Technologie vorläufig noch die Treue. Man sehe weiterhin einen konkreten Nutzen und halte daher vorerst am Betrieb fest, sagte eine Sprecherin in der Vorwoche auf Anfrage. Eine mögliche Einstellung werde aber abhängig von Bedarf, Nutzung und technologischer Entwicklung fortlaufend geprüft.

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