Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

72-Stunden-Notstromversorgung von Handyantennen vom Tisch

Sieg für die Mobilfunkanbieter: Die Forderung des Bundesrats nach einer Notstromversorgung von 72 Stunden für Handyantennen ist vom Tisch. Dies haben die Chefs von Swisscom, Sunrise und Salt an einem "runden Tisch" mit Bundesrat Albert Rösti erreicht.
© (Quelle: Shutterstock/TPROduction)

Der Kommunikationsminister hatte vor einem Jahr diesen «runden Tisch» mit der Telekombranche in der Auseinandersetzung um die Notstromversorgung angekündigt. Grund war die einhellige Ablehnung der Mobilfunkbetreiber der Pläne der Regierung.

Bei dem Treffen im letzten Herbst wurde eine Verlängerung der Notstromversorgung von einer Stunde auf vier Stunden beschlossen. Dies sagten mehrere Vertreter der Telekombranche am Rande des Swiss Telecommunication Summit des Telekomverbandes Asut am Donnerstag in Bern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Eine Sprecherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bestätigte dies auf Anfrage.

Bundesrat Rösti hatte vor einem Jahr an der Asut-Veranstaltung gesagt: «Ich bin sicher, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, die verhältnismässig ist in Bezug auf die Kosten, aber nützlich für die Aufrechterhaltung der Dienstleistungen in einer Strommangellage.»

Verpflichtung zur Installation von Dieselgeneratoren

Der Bundesrat will, dass die Schweizer Mobilfunknetze auch nach einem grossen Stromausfall funktionieren. Deshalb wollte der Bund ursprünglich die Telekomfirmen an ihren total über 9000 Antennenstandorten für den Notfall zur Installation von Batterien und Dieselgeneratoren verpflichten.

Somit sollten Swisscom, Sunrise und Salt bei Störungen der Stromversorgung bestimmte Fernmeldedienste bis zu 72 Stunden ununterbrochen aufrechterhalten müssen. Der Bund bezifferte die jährlichen Kosten für die Telekomanbieter auf total 145 Millionen Franken.

Die Regierung argumentierte, dass bei einem Ausfall des Mobilfunknetzes im Einzelfall ein enormer Schaden von geschätzt über 16 Milliarden Franken entstehen könnte: Notrufe könnten ausfallen, Tote und Verletzte sowie Sicherheitsprobleme wären die Folge, und manche Firmen könnten nicht mehr richtig arbeiten.

Jetzige Lösung machbar

In der Vernehmlassung war die Vorlage bei der Branche komplett durchgefallen. Die Vorschläge «sind in der Praxis nicht umsetzbar», erklärte Asut vor einem Jahr. Man könne nicht jede Handyantenne mit einem Diesel-Notstromgenerator ausstatten. Und der Aufbau einer eigenen Stromversorgung durch die Branche sei nicht möglich.

Die jetzige Lösung mit einer Ausweitung der Notstromversorgung auf vier Stunden sei mit der Installation von neuesten Batterietechnologien an den Handyantennen dagegen machbar, erklärte ein Swisscom-Sprecher auf Anfrage. Die Aufrüstung werde über die nächsten fünf Jahre erfolgen.

Der nun gefundene Kompromiss soll in die Änderung der Verordnung über die Fernmeldedienste einfliessen. Einen Entscheid über diese Änderung werde der Bundesrat voraussichtlich bis Ende Jahr fällen, sagte die Uvek-Sprecherin.

Mobilfunk Politik Mobilfunk
Anzeige

Neueste Beiträge

Zorin OS für Linux-Einsteiger- wir zeigen wie es geht - Linux-Praxis
Der Umstieg von Windows auf Linux muss nicht kompliziert sein. Zorin OS orientiert sich optisch an Windows, bringt viele Programme bereits mit und erleichtert sogar die Installation von Windows-Anwendungen.
6 Minuten
SAP-Anwender fordern Wahlfreiheit und klaren Nutzen - DSAG-Jahreskongress 2026
Zum Auftakt des DSAG-Jahreskongresses in Köln fordert die Anwendergruppe selbstbestimmte Transformationswege und überprüfbaren Nutzen. SAP soll Innovationen auch für On-Premises-Kunden öffnen und Kosten sowie Abhängigkeiten transparent machen.
4 Minuten
Neue Schlüsselprojekte der digitalen Transformation und Informatik
Das Programm für souveräne Arbeitsplatzsoftware und das Projekt EasyGov 2.0 werden neu als Schlüsselprojekte der Bundesverwaltung geführt.
3 Minuten

Das könnte Sie auch interessieren

Samsung Galaxy z Fold7: die besten Bilder - Sunrise
Der «TV Shop» auf der Sunrise TV Box wurde erneuert und findet sich nun im Hauptmenü. TV-Apps sowie Senderpakete sind in wenigen Schritten abonnier- und kündbar.
1 Minute
TÜV Süd warnt vor lahmgelegten Aufzügen durch 2G-Abschaltung
Die geplante Abschaltung der alten Mobilfunknetze könnte die Stilllegung vieler Aufzüge erzwingen, wenn deren 2G-basierte Notrufsysteme nicht mehr funktionieren. Betreiber sollten rechtzeitig reagieren, warnt der TÜV Süd.
3 Minuten
16. Sep 2026
Die Telekom und Vodafone rüsten sich fürs Oktoberfest
Die Netzbetreiber rüsten sich für den Ansturm der Besucher auf dem Münchner Oktoberfest. Nach Telefónica Deutschland haben nun auch die Telekom und Vodafone ihre Pläne für deren Versorgung mit Mobilfunk vorgestellt.
3 Minuten
17. Sep 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige