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Tim Höttges: «Ohne Infrastruktur ist KI sprachlos»

Den Auftakt der Hannover Messe nutzte der Telekom-Chef Tim Höttges für eine Keynote, in der er vor allem Deutschlands Rolle beim wichtigten Thema Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt stellte.

Tim Höttges präsentierte auf der Bühne der Hauptversammlung 2026 ein Modell der KI-Fabrik in München.

© Deutsche Telekom

Am Montag startete die Hannover Messe als das wichtigste Event, auf dem sich die deutsche Industrie präsentiert. Der Telekom-CEO Tim Höttges sprach in seiner Keynote vor allem über das Thema Künstliche Intelligenz und gab einen kurzen Ausblick auf die nächste Mobilfunkgeneration 6G.

Sein Unternehmen sieht er vor allem aufgrund der Erfahrungen bei Rechenzentren und KI in einer zentralen Position: «Die ganze Welt spricht über KI. Aber ohne Infrastruktur ist selbst KI sprachlos. Darum investieren wir in sichere Netze, souveräne Rechenzentren und KI-Rechenpower.» 

Deutschland und Europa brächten alle Voraussetzungen mit, um in der physischen KI, also der Anwendung von KI im industriellen Umfeld, eine führende Rolle einzunehmen, sagte Höttges. Alle Unternehmen seien nun aufgefordert, die neuen Möglichkeiten auch zu nutzen. Viele bestehende Herausforderungen liessen sich mit KI besser lösen. Dies erfordere jedoch nicht nur die passenden Anwendungen, sondern auch, Prozesse in Unternehmen neu zu gestalten und auf KI vorzubereiten. Zugleich forderte Höttges die Verantwortlichen in der Industrie auf, im Blick zu behalten, welche Auswirkungen KI auf Menschen hat.

Beim Thema Souveränität seien verschiedene Ebenen zu unterscheiden und je nach Anwendung sinnvoll, denn in der Praxis benötige nicht jede Anwendung das höchste Souveränitätsniveau. Unternehmen sollten je nach Sensibilität ihrer Daten und Prozesse die passende Kombination aus drei Stufen wählen und diese mit Anwendungen verschiedener Partner nach Bedarf kombinieren.

Auf der ersten Stufe steht die Datensouveränität: Unternehmen und Behörden behalten dabei die Hoheit über ihre Daten. So ist sichergestellt, dass diese nach europäischen Regeln verarbeitet werden. Mit Angeboten wie der T Cloud Public betreibt die Telekom Dateninfrastrukturen in Europa, die den Anforderungen etwa der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) entsprechen.

Darauf aufbauend sorge die Telekom laut Höttges für Betriebssouveränität. Eigene Rechenzentren in Europa, klar geregelte Zugänge und zertifizierte Prozesse sollen sicherstellen, dass kritische Systeme zuverlässig laufen und unter eigener Kontrolle bleiben. So lassen sich auch zentrale Geschäftsprozesse unabhängig und stabil betreiben.

Die dritte Ebene ist die Technologiesouveränität. Hier geht es darum, Abhängigkeiten von aussereuropäischen Anbietern zu verringern und Alternativen zu schaffen. Die Telekom setzt auf offene Standards, die eigene T Cloud Public, Multi-Cloud-Ansätze und europäische Initiativen wie 8ra. So können Unternehmen verschiedene Anbieter kombinieren und flexibel nutzen.

Als erfolgreiches Beispiel für die Einführung einer industriellen KI-Plattform nannte Höttges die KI-Fabrik, die der Konzern im Februar mit Partnern wie Nvidia, SAP und Siemens im Februar in München eröffnet hat. Zudem investiere man in die Forschung zur nächsten Mobilfunkgeneration 6G, bei der KI bereits von Anfang an ins Netz integriert werde.

 

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