Starten, lernen, verbessern
Playbook für KI-Agenten
Kommt Ihnen das bekannt vor? «Wir können noch keinen KI-Agenten ausrollen. Unsere Wissensdatenbank ist nicht fertig.» Solche Sätze lassen viele KI-Projekte schon im Keim ersticken und der Aufbau von KI-Agenten, die Arbeitsprozesse unterstützen sollen, wird gar nicht erst angestossen. Denn viele Unternehmen gehen von der Annahme aus, dass ein Agent Zugriff auf perfekt abgestimmte Daten und Tools benötigt, bevor er produktiv sein kann. Das muss nicht der Fall sein. KI-Agenten können selbst dazu beitragen, die erforderlichen Strukturen in Unternehmen zu gestalten.
Keine Angst vor den Daten
Eine aktuelle Studie bestätigt, dass 86 Prozent der befragten Entscheider grosses Potenzial in KI-Agenten sehen. Allerdings setzt nur jedes neunte Unternehmen die Technologie bereits in einer fortgeschrittenen Phase ein. Das liegt vor allem an der grundlegenden These, dass KI-Agenten nur so gut sind, wie die Informationen, mit denen sie arbeiten. Das ist generell auch richtig. Jedoch bedeutet es nicht, dass Agenten nur mit perfekter Ausgangslage an Daten und Strukturen ihren Dienst aufnehmen können. Denn Agenten können sich selbst verbessern, wenn wir ihnen helfen, Zugang zu besseren Informationen zu erhalten.
Dieser Perspektivenwechsel senkt die Hürden für den Start von KI-Projekten. Statt auf eine perfekt vorbereitete Umgebung zu warten, die es sowieso wahrscheinlich nie gibt, da ständig neue Daten hinzukommen und Strukturen verändert werden, können Unternehmen einen Agenten aufsetzen und ihn durch aktive Interaktion mit menschlichen Experten und Fachabteilungen kontinuierlich lernen lassen.
Am Anfang seines Einsatzes kann man den Agenten mit einem Trainee vergleichen, der Unterstützung und Aufsicht benötigt. Durch den aktiven Einsatz in der Praxis und Interaktionen mit den Fachexperten trägt er jedoch selbst dazu bei, die Basisumgebung zu gestalten, die er für seine Arbeit benötigt.
Phase 1 – Der Agent als Trainee: Interaktion Mensch und KI hilft bei den ersten Schritten
In der Anfangsphase ist der menschliche Fachexperte das wichtigste Kapital des Agenten. Ohne aktive Hilfe kann der Agent noch nicht selbständig arbeiten und sinnvolle Beiträge zu Arbeitsprozessen leisten.
Nehmen wir das Beispiel eines KI-Analysten. Mitarbeiter wenden sich an ihn und fragen nach recht einfachen Analysen. Selbst diese Analysen kann der Agent zu Beginn nicht selbständig bearbeiten und wird seine menschlichen Helfer beispielsweise fragen: Wo finde ich diesen Datensatz? In welcher Tabelle ist diese Kennzahl enthalten? Welches System verwaltet diese Informationen?
Diese Fragen erscheinen zu Beginn trivial, doch jede Antwort hilft dem neu aufgesetzten KI-Agenten, die Datenlandschaft des Unternehmens besser zu verstehen.