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Lesedauer 4 Min.

Fast die Hälfte der Beschäftigten verlässt sich zu stark auf KI

GoTo hat seinen zweiten jährlichen Forschungsbericht «The Pulse of Work in 2026: Opportunity, Risk, and Responsibility in an AI-Driven Workplace» veröffentlicht. Grundlage ist eine Umfrage unter 2.500 Beschäftigten und IT-Führungskräften weltweit, durchgeführt mit Workplace Intelligence.
© Go To

Ein zentrales Ergebnis lautet: 46 Prozent der Beschäftigten in der DACH-Region geben an, sich zu stark auf KI zu verlassen. 30 Prozent haben laut Studie das Gefühl, ohne KI nicht mehr zuverlässig arbeiten zu können. 52 Prozent sind der Ansicht, dass eine übermässige Nutzung von KI-Tools ihre Fähigkeiten untergräbt und sie «weniger intelligent» macht. Besonders deutlich zeigt sich diese Einschätzung bei der Gen Z: Hier berichten 66 Prozent von einem entsprechenden Effekt.

Als Treiber nennt GoTo den steigenden Druck, KI zur Produktivitätssteigerung einzusetzen. 58 Prozent der Beschäftigten fühlen sich laut Studie dazu gedrängt. Fehlen zugleich wirksame Trainings, Richtlinien und Leitplanken, könne dies zu unverantwortlicher Nutzung führen.

Ein besonderes Problem ist dabei ein sogenannter «Workslop»: KI-generierte Inhalte, die formal professionell wirken, inhaltlich aber fehlerhaft, oberflächlich oder substanzlos sind. 42 Prozent der Beschäftigten räumen ein, KI-generierte Inhalte verwendet zu haben, obwohl sie vermuteten, dass diese von geringer Qualität sind oder Fehler beziehungsweise erfundene Informationen enthalten könnten.

Potenziale vs. negative Folgen

Auch für IT-Verantwortliche entstehen daraus Folgen. Fast jeder dritte IT-Entscheider berichtet laut Studie, dass Fehler im Zusammenhang mit KI bereits Auswirkungen auf Kunden, Auftraggeber oder die Unternehmensbilanz hatten. Zudem sagen 71 Prozent der Beschäftigten, dass das Prüfen von KI-«Workslop» anderer zusätzliche Arbeit verursacht.

GoTo-CEO Rich Veldran sieht dennoch erhebliches Potenzial: «Mitarbeitende verbringen schätzungsweise 1,5 Stunden pro Tag mit Aufgaben, die KI übernehmen könnte. Dennoch geben 85 Prozent zu, dass sie KI nicht voll ausschöpfen, und 86 Prozent sind mit der praktischen Anwendung von KI in ihrer Rolle nicht besonders vertraut.”

Das sei eine grosse Chance für Unternehmen. Organisationen müssten in die richtige Befähigung, Ressourcen und Leitplanken investieren, damit ihre Mitarbeitenden diese Lücke schliessen können. «Wenn sie das tun, könnten die Produktivitäts- und wirtschaftlichen Auswirkungen enorm sein. Das Ziel ist nicht nur intelligentere Technologie, sondern eine intelligentere, stärker befähigte Belegschaft.»

Rich Veldran

© Go To

«Mitarbeitende verbringen schätzungsweise 1,5 Stunden pro Tag mit Aufgaben, die KI übernehmen könnte.”, sagt Rich Veldran, CEO von GoTo.

Die Studie verweist auch auf sensible Einsatzbereiche. 34 Prozent der Beschäftigten geben an, KI für juristische oder Compliance-getriebene Aufgaben genutzt zu haben, 33 Prozent für Tätigkeiten, die emotionale Intelligenz erfordern, und 25 Prozent für strategische Entscheidungen mit hoher Tragweite. 21 Prozent nennen sicherheitsrelevante Aufgaben, 22 Prozent ethisch sensible oder heikle Personalmassnahmen, 14 Prozent Aufgaben mit sensiblen oder vertraulichen Informationen.

Beim Thema Governance zeigt sich laut GoTo eine deutliche Lücke zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. 91 Prozent der Beschäftigten sind der Ansicht, ihr Unternehmen könne mehr für eine verantwortungsvolle KI-Nutzung tun. Unter IT-Führungskräften stimmen dem nur 66 Prozent zu. Lediglich 38 Prozent der IT-Verantwortlichen berichten, dass ihr Unternehmen über eine KI-Richtlinie verfügt. Selbst dort, wo Richtlinien existieren, sehen 74 Prozent der Beschäftigten und 45 Prozent der IT-Führungskräfte Verbesserungsbedarf.

Als zentrale Massnahmen nennt die Studie bessere KI-Richtlinien und Schulungen, den Aufbau von Kompetenzen zur Bewertung von KI-Ergebnissen sowie praktische Tools für Kommunikation, Dateneingabe, E-Mail-Management, Administration, Content-Erstellung und Kundensupport. Zudem sollten Unternehmen den ROI ihrer KI-Investitionen systematischer messen: 52 Prozent der IT-Führungskräfte geben an, dass mehr als 20 Prozent ihres Budgets für KI-Technologien oder KI-Projekte vorgesehen sind; 62 Prozent sagen zugleich, ihr Unternehmen messe den ROI dieser Tools nicht zufriedenstellend.

Studie
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