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Stellenabbau und Shop-Schliessungen bei Telefónica Deutschland

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Telefónica Deutschland wird dieses Jahr rund 1.100 Stellen streichen. Ausserdem reduziert der Netzbetreiber seinen stationären Vertrieb und schliesst rund 60 seiner eigenen Shops.
O2-Tower in München
© Telefónica Deutschland

Die deutsche Telefónica-Tochter befindet sich in einer Phase der Umstrukturierung: Jetzt hat das Unternehmen die Gerüchte um einen massiven Stellenabbau bestätigt. So sollen bis Ende 2026 1.100 Vollzeitstellen abgebaut werden, das entspricht fast einem Sechstel der gesamten Belegschaft. Ein Grossteil des Stellenabbaus soll über ein einvernehmliches Freiwilligenprogramm unter Berücksichtigung sozialer Faktoren abgedeckt werden, auf das sich Vorstand und Arbeitnehmervertretungen gemeinsam geeinigt haben.

Ausserdem soll die Vertriebsstruktur als Reaktion auf das immer stärkere Online-Geschäft und den gesättigten Markt angepasst werden. Hier will Telefónica Deutschland rund 60 eigene Shops schliessen, was bei rund 800 eigenen Läden und Partnershops einer Reduzierung der Präsenz um rund acht Prozent entspricht.

Doch das reicht noch nicht: Der Telekommunikationsanbieter will seine Organisation bis 2028 «bedarfsgerecht weiter verschlanken», heisst es in einer Mitteilung. In allen Vertriebskanälen sowie in der Kundenservice-Organisation sollen Kräfte gebündelt und Kapazitäten an die künftigen Bedürfnisse angepasst werden. Die Planungen für die genannten Bereiche werden derzeit im Detail erarbeitet. Die Umsetzung soll sukzessive bis 2028 erfolgen, sobald entsprechende Entscheidungen vorliegen.

Mit den Massnahmen sichere man die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Telefónica Deutschland, sagt der Anfang des Jahres gekommene Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse. «Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz Künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen.»

Im zweiten Geschäftsquartal 2026 wird Telefónica Deutschland für die bereits verabschiedeten Massnahmen des laufenden Jahres eine Restrukturierungsrückstellung in Höhe von 265 Millionen Euro bilden. Für noch in Planung befindliche Massnahmen werden entsprechende Rückstellungen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 155 Millionen Euro voraussichtlich im Verlauf des zweiten Halbjahres erwartet und verbucht, sobald die konkreten Massnahmen definiert und aufeinander abgestimmt sind.

Die Neuausrichtung der Strukturen von Telefónica Deutschland soll unter Berücksichtigung aller beschlossenen und in Planung befindlichen Massnahmen ab 2028 jährliche Einsparungen in Höhe von etwa 185 Millionen Euro erzielen.

Distributor lockt betroffene Mitarbeiter

Die Branche reagiert bereits auf den Stellenabbau: Der Distributor Herweck will Aussteigern mit einem «Rundum-sorglos-Programm» bei der Eröffnung eigener Mobilfunkshops helfen. Das Angebot reicht von der professionellen Standortanalyse über individuelle Shop-Konzepte, modernes Möbeldesign bis hin zur kompletten Umsetzung des Geschäfts. Persönliche Ansprechpartner im Innen- und Aussendienst, Unterstützung bei Kundenprojekten sowie Schulungen für das Geschäftskundensegment sollen dafür sorgen, dass neue Händler vom ersten Tag an professionell aufgestellt sind.

«Der Wunsch nach Selbstständigkeit ist bei vielen Menschen vorhanden. Oft fehlt diesen Menschen jedoch ein erfahrener Partner, ein Mentor, der Sicherheit gibt und den Weg kennt. Genau diese Unterstützung möchten wir bieten», erklärt Hans-Jürgen Witfeld, Vorstand bei Herweck.

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