Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Berner Stadtrat spricht weiteren Kredit für Citysoftnet-Nachwehen

Die kostspielige Aufarbeitung des Citysoftnet-Debakels geht in die nächste Runde. Das Berner Stadtparlament hat am Donnerstag einen Nachkredit in der Höhe von 1,5 Millionen Franken zuhanden des Amts für Erwachsenen- und Kindesschutz genehmigt
© (Quelle: citysoftnet)

Obwohl der Entscheid mit 48 zu 17 Stimmen bei 6 Enthaltungen eher deutlich ausfiel, nutzten zahlreiche Ratsmitglieder die Gelegenheit, um ihren Unmut über die Mehrkosten - ein weiteres Mal - zum Ausdruck zu bringen.

«Wir erwarten endlich eine seriöse Budgetierung», sagte Corina Liebi (GLP/EVP) und bezeichnete das Vorgehen des Gemeinderats als naiv. Neben ihrer Fraktion lehnten auch SVP und Mitte die Vorlage ab. «Es geht hier um einen Millionenbetrag», betonte Nik Eugster (FDP), dessen Fraktion Stimmfreigabe beschlossen hatte.

Der Nachkredit bezieht sich auf das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz (EKS) und umfasst hauptsächlich Personalkosten und externe Dienstleistungen. Er ist laut Vortrag des Gemeinderats nicht vollumfänglich Citysoftnet geschuldet, sondern teilweise auch dem Fachkräftemangel. Zudem hätten Massnahmen der eingesetzten Taskforce Mehrkosten verursacht.

Stadt fordert mehr Zeit

Kritisiert wurde auch die Reaktion der Stadt auf die Absicht des Kantons, die Fallführung der Sozialdienste seiner Gemeinden per 2029 zu vereinheitlichen. Das Millionenprojekt Citysoftnet würde damit wenige Jahre nach Einführung wieder hinfällig.

Die Stadt Bern habe beim Kanton mehr Zeit gefordert, ehe die Umstellung verbindlich wird, hielt der Gemeinderat im Vorfeld fest. Die Umstellung wäre gegenüber den Steuerzahlenden schwierig zu rechtfertigen, hiess es weiter, was Liebi als «scheinheilig» bezeichnete.

Gemäss aktuellem Stand muss die Stadt Bern bis spätestens 2031 auf das «Neue Fallführungssystem im Kanton Bern» (NFFS) wechseln. Die erste Pilotgemeinde hat das System diesen August eingeführt, wie Gemeinderat Alec von Graffenried ausführte.

Citysoftnet ist ein gemeinsames Projekt der Städte Bern, Basel und Zürich. Das EKS sowie die städtischen Sozialdienste Berns haben die Software im Juni 2023 eingeführt. Die Umstellung hatte ein überlastetes Personal und Nachkredite von inzwischen fast 10 Millionen Franken zur Folge.

Politik Vergabe

Neueste Beiträge

Zug und Uni Luzern gründen Blockchain-Institut - Markets & Business
Der Kanton Zug und die Universität Luzern eröffnen das Zug Institute for Blockchain Research (ZIBR). Mit einem Startkapital von 25 Mio. Franken soll das neue Institut die interdisziplinäre Blockchain-Forschung stärken und Zugs Rolle als Crypto-Valley weiter ausbauen.
3 Minuten
«IT-Verantwortliche brauchen 2026 einen klaren Plan» - Quotes & Thoughts
Beat Müller, Director Systems Engineering, Switzerland & Austria, Nutanix, wagt den Blick auf die kommenden Monate und schätzt IT-Trends für 2026 ein. Dabei betont er die Wichtigkeit hybrider Multicloud-Modelle und das Bedürfnis nach Datensouveränität.
3 Minuten
Ganz privat im Web - Sicherheits-Tipps
Ein VPN-Service schützt Sie nicht nur beim Surfen, sondern wahrt auch Ihre Privatsphäre. Auf den folgenden Seiten erwarten Sie konkrete Produktempfehlungen und viele praktische Anwendungstipps.
9 Minuten
25. Jan 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Berner Softwarefirma Xplain wird nach Deutschland verkauft - Übernahme
Der Berner IT-Dienstleister Xplain wird von der Schweizer Tochter der deutschen Chapters Group mit Sitz in Hamburg übernommen. Die Softwarefirma war wegen eines Cyberangriffs 2023 mit Folgen für die Bundesverwaltung bekannt geworden.
3 Minuten
18. Okt 2024
Wo sind die Leuchttürme der digitalen Schweiz? - Digital Economy Award 2024
Am 14. November lädt swissICT im Hallenstadion Zürich zur Preisverleihung des Digital Economy Award ein. Bevor es soweit ist, stehen die Tore für Bewerbungen aus der Schweizer Digitalwirtschaft noch bis zum 15. Mai 2024 offen.
4 Minuten
Swiss CIO & Cybersecurity in der neuen Computerworld-Ausgabe - Computerworld Ausgabe 4/2024
Die aktuelle Ausgabe zeigt, was die CIOs der grössten Schweizer Unternehmen bewegt. Stefan Fraude gibt Einblicke in die Transformation von Brack-Alltron und von Anna Kuruvilla erfahren wir, wie sich T-Systems in der Schweiz aufstellt. Doch das ist längst nicht alles.
2 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige