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1&1 kooperiert mit Telekom-Joint-Venture GlasfaserPlus

Der Telekommunikationsanbieter 1&1 erhält Zugang zum Glasfasernetz von GlasfaserPlus, einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des Infrastrukturinvestors IFM. Die langfristige Vereinbarung erweitert die potenzielle Reichweite von 1&1 um rund 2,7 Millionen Haushalte und umfasst auch künftige Ausbaugebiete.
Vertreter von GlasfaserPlus und 1&1 nach Abschluss der langfristigen Netzkooperation

Vertreter von GlasfaserPlus und 1&1 nach Abschluss der langfristigen Netzkooperation. Von links: Catherina Clostermann, Robin Bartholomäus, Jens Berwig und Volker Diekmann (alle GlasfaserPlus) sowie Sebastian Jorns, Daniel Benz und Elisabeth Gingel (alle 1&1)

© 1&1

Die GlasfaserPlus GmbH und 1&1 haben eine langfristige Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung der Glasfaserinfrastruktur geschlossen. Der Telekommunikationsanbieter aus Montabaur wird sein bundesweites Glasfaser-Transportnetz mit dem Netz von GlasfaserPlus verbinden und kann darüber künftig eigene Internet- und Telefonietarife anbieten. Für 1&1 ist die Kooperation ein weiterer Schritt beim Ausbau seiner Glasfaservermarktung über fremde Netzinfrastrukturen.

Die Vereinbarung betrifft nach Angaben der Unternehmen rund 2,7 Millionen Haushalte, vor allem im ländlichen Raum sowie in kleinen und mittleren Städten. Allerdings befinden sich die betreffenden Anschlüsse derzeit in unterschiedlichen Ausbau- und Vermarktungsphasen. Die Zahl entspricht daher nicht der Menge an Haushalten, die bereits unmittelbar einen Glasfasertarif von 1&1 buchen können.

Die Kooperation erstreckt sich auch auf künftige Ausbaugebiete. GlasfaserPlus plant, bis 2034 insgesamt vier Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit Glasfaser zu erschliessen.

GlasfaserPlus gehört zur Hälfte der Telekom

Besonders interessant ist die Eigentümerstruktur des Infrastrukturunternehmens: GlasfaserPlus ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des Infrastrukturinvestors IFM Global Infrastructure Fund. Mit 1&1 erhält damit ein direkter Wettbewerber der Telekom Zugang zu einem Netz, an dem der Bonner Konzern selbst beteiligt ist.

GlasfaserPlus betreibt ein Open-Access-Geschäftsmodell. Das Unternehmen vermarktet keine eigenen Internetanschlüsse an Endkunden, sondern stellt seine Infrastruktur verschiedenen Telekommunikationsanbietern zur Verfügung. Diese können darüber eigene Tarife anbieten, ohne in den jeweiligen Gebieten ein zweites Glasfasernetz errichten zu müssen.

«Mit 1&1 gewinnen wir einen weiteren starken Partner. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in unseren Ausbaugebieten profitieren so von einer wachsenden Auswahl an Anbietern für Internet und Telefonie», erklärt Jens-Olaf Berwig, Chief Commercial Officer von GlasfaserPlus.

Für den Infrastrukturbetreiber ist eine möglichst hohe Auslastung seines Netzes von wirtschaftlicher Bedeutung. Je mehr Anbieter ihre Kunden über die vorhandenen Leitungen versorgen, desto besser lässt sich die gebaute Infrastruktur nutzen.

1&1 setzt auf Kooperationen mit Netzbetreibern

Der neue Vertrag ist Teil einer breiter angelegten Strategie von 1&1. Das Unternehmen erweitert seine Glasfaserreichweite zunehmend durch Vereinbarungen mit Infrastrukturbetreibern, statt ausschliesslich auf eigene Netze zu setzen.

Bereits zuvor hatte 1&1 unter anderem Kooperationen mit Deutsche Glasfaser, OXG, Tele Columbus und Thüringer Netkom angekündigt. Darüber hinaus besteht seit mehreren Jahren eine Vereinbarung zur Nutzung des Glasfasernetzes der Deutschen Telekom.

Die Zusammenarbeit mit GlasfaserPlus erschliesst nun zusätzliche Regionen, insbesondere ausserhalb der grossen Ballungszentren. Für 1&1 ergeben sich dadurch weitere Möglichkeiten, bestehende DSL-Kunden auf Glasfaseranschlüsse umzustellen und Neukunden zu gewinnen.

Die von den einzelnen Netzpartnern genannten Haushaltszahlen lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres addieren. Zum einen können sich Versorgungsgebiete überschneiden, zum anderen werden viele Anschlüsse erst in den kommenden Jahren fertiggestellt.

Vermarktungsstart noch offen

Die technische Integration der beiden Netze wird nach Angaben der Unternehmen bereits vorbereitet. Einen konkreten Termin, ab dem 1&1-Tarife flächendeckend in den GlasfaserPlus-Ausbaugebieten buchbar sein werden, nennen die Partner bislang nicht.

Interessierte Kunden können über die Verfügbarkeitsabfrage von GlasfaserPlus prüfen, ob an ihrer Adresse ein Anschluss vorhanden oder geplant ist. 1&1 verweist zudem auf sein eigenes Glasfaser-Informationsportal und die telefonische Beratung.

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