Nur keine Hektik! 29.06.2020, 08:30 Uhr

«SlothBot» beobachtet gemächlich Umwelt

Ein am Georgia Institute of Technology entwickelter Roboter ist dem Faultier nachempfunden und arbeitet dadurch besonders energiesparend.
Einfach rumhängen: Das reicht für Naturschutz
(Quelle: Rob Felt/GA-Tech)
Forscher am Georgia Institute of Technology (GA Tech) haben einen Roboter entwickelt, der sich sehr gemächlich bewegt und vor allem viel rumhängt. Denn der «SlothBot» ahmt echte Faultiere nach, um energiesparend zu arbeiten. Dadurch soll er über lange Zeit die Natur beobachten. Das könnte für Naturschutz oder Landwirtschaft nützlich sein. In den kommenden Monaten erfolgt ein Feldtest im Atlanta Botanical Garden.

Neue Langsamkeit

«SlothBot versteht Langsamkeit als Konstruktionsprinzip», sagt Magnus Egerstedt, GA-Tech-Professor am Fachbereich für Elektrotechnik und Informatik. Das sei zwar nicht, wie Roboter normalerweise gebaut werden, doch verspricht es einen grossen Vorteil. «Wenn SlothBot langsam und energieeffizient ist, kann er in der Umwelt verweilen, um Dinge zu beobachten, die wir nur sehen, wenn wir monatelang oder sogar jahrelang ununterbrochen präsent sind», erklärt der Ingenieur.
Der knapp einen Meter lange SlothBot nutzt ein 3D-gedrucktes Gehäuse, um Motoren, Getriebe und Sensoren vor Wettereinflüssen zu schützen. Der Roboter ist so programmiert, dass er sich nur bewegt, wenn wirklich nötig - beispielsweise, um ein sonniges Plätzchen zu finden, wenn der Akku über die eingebauten Solarzellen aufgeladen werden sollte. Dazu hangelt sich der SlothBot an zwischen Bäumen gespannten Kabeln entlang. Ansonsten hängt er einfach bequem rum und überwacht dabei Umweltdaten, wie unter anderem Temperatur, Witterung oder das CO2-Niveau.

Autor(in) Thomas Pichler, pte


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