Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

So treiben Rechenzentren Smart Cities voran

Mehr Rechenzentren braucht das Land, denn sie sind für die Digitalisierung unerlässlich. Um in den Städten Akzeptanz zu finden, müssen sie aber nachhaltiger werden und sich besser ins Stadtbild integrieren.
Der Energie­verbrauch der IT ist ein wachsendes Problem – aber zugleich Teil der Lösung im Kampf um Klimaneutralität
© (Quelle: Shutterstock/Vladimir Timofeev)

Für viele Stadtbewohner klingt es zwar nach Zukunftsmusik, aber die Smart City wird tagtäglich präsenter. Doch je innovativer Städte werden, desto wichtiger erweist sich der Datenaustausch zwischen Menschen, Geräten und Systemen vor Ort. Und da Informationen verarbeitet und gespeichert werden müssen, wächst auch der Bedarf an Rechenzentrumskapazität, die möglichst vor Ort verfügbar sein sollte.

Rechenzentren gelten aus diesem Grund als so etwas wie eine neue Infrastruktur, die zu modernen Städten dazugehört. Jedoch machen sie nicht gerade durch ihre positive Energiebilanz von sich reden. Und auch aus stadtplanerischen Gründen regt sich häufig Widerstand gegen einen weiteren Ausbau, der für den Erfolg smarter Citys erforderlich ist. «Es gilt also, Rechenzentren nachhaltiger zu gestalten und sie insgesamt besser ins Stadtbild zu integrieren», folgert Jerome Evans, Gründer und Geschäftsführer der firstcolo GmbH.

Klima-Pakt der Rechenzentren

Die Branche ist sich dieser Problematik auch schon bewusst und hat sich deshalb mit dem Pakt für klimaneutrale Rechenzentren (Climate Neutral Data Centre Pact, CNDCP) dazu verpflichtet, ab 2030 klimaneutral zu operieren. «Die Erreichung dieses Ziels erfordert unterschiedliche Methoden, die verschiedene Szenarien abdecken und den gesamten Lebenszyklus eines Rechenzentrums berücksichtigen. So gilt es zu beachten, dass eine grosse Menge der Emissionen eines Rechenzen­trums auf seinen Bau zurückzuführen ist», betont Jerome Evans.

Rechenzentren wie hier das «Frankfurt Werkhaus» sind ein wichtiger Baustein für Smart Cities. © Quelle: Firstcolo

Ein erheblicher Teil der Bauarbeiten stützt sich auf die Verwendung von energiedichtem Beton und Stahl. Eine Modernisierung kritischer Infrastrukturen kann gleich­zeitig zu einer effizienteren Nutzung der vorhandenen Stromversorgung führen. Diese lässt sich für eine höhere Dichte und wachsende IT-Lasten nutzen, beispielsweise durch den Austausch von USV-Anlagen, energieeffiziente Server und Speichersysteme oder die Anpassung der Kühltechnik. «Auf diesem Weg lassen sich durch die Moder­nisierung bestehender Objekte nennenswerte einmalige wie auch langfristige Emissionseinsparungen erzielen. Ähnliches gilt, wenn bestehende Gebäude zu Rechenzentren umgebaut werden», erläutert Evans. «Dies ist unter anderem auch notwendig, um die Energieeffizienzziele aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit spezifischen Schwellwerten in Bezug auf den PUE (power usage effectiveness) eines Rechenzentrums zu erreichen.»

Big Data für Smart Cities

Rechenzentren spielen also eine wichtige Rolle bei der Entwicklung intelligenter Städte. Sie dienen als Kerninfrastruktur und sammeln die Daten von verschiedenen Quellen, verarbeiten diese und ermöglichen deren Analyse. Dadurch werden Einblicke gewonnen, mit denen Effizienz und Funktionalität der Stadt verbessert werden können. «Durch die Verarbeitung grosser Informationsmengen in Echtzeit tragen Datacenter etwa dazu bei, den Strassenverkehr zu optimieren und den Energieverbrauch zu reduzieren», so der Experte.

Eine der wichtigsten Funktionen von Rechenzentren in Smart Cities besteht darin, Big Data zu verarbeiten. So sammeln sie Informationen aus einer Vielzahl von Sensoren und Geräten, wie zum Beispiel Verkehrskameras, Wetterstationen und intelligenten Messgeräten, die in der Stadt existieren. Durch die Analyse dieser Daten lassen sich Muster identifizieren, die zeigen, wo Verbesserungen vorgenommen werden können. Beispielsweise ermöglichen Datacenter so die Überwachung von Verkehrsflüssen und das Erstellen von Prognosen des Verkehrsaufkommens, um Staus zu vermeiden oder die Routen von öffentlichen Verkehrsmitteln zu optimieren.

Rechenzentren erzeugen viel Wärme. Diese Energie liesse sich für das Beheizen von Wohnungen nutzen. © Quelle: Firstcolo

Grüne Energie für Rechenzentren

Indem moderne Rechenzentren Echtzeitdaten zur Energieerzeugung und -nutzung bereitstellen, tragen sie zur Energieeffizienz bei. Durch die Analyse dieser Daten können Städte Energieverschwendung reduzieren und den Verbrauch optimieren, indem sie beispielsweise intelligente Beleuchtungssysteme einsetzen oder den Energiebedarf von Gebäuden steuern. Green IT spielt eine entscheidende Rolle für Smart Cities.

Musterbeispiel Brønderslev: Die dänische Stadt zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte. © Quelle: Firstcolo

Nachhaltige Varianten setzen auf energieeffiziente Technologien und erneuerbare Energiequellen, um den Energieverbrauch zu minimieren und den CO₂-Ausstoss zu reduzieren. Solche Konzepte sind längst keine blosse Theorie mehr, sondern finden in der Praxis zunehmend Anklang.

Rechenzentrum Digitalisierung
Anzeige

Neueste Beiträge

FIT for the Future: Gemeinsames Dach für die Forschungsanstalten
Die vier Forschungsanstalten des ETH-Bereichs werden unter einem gemeinsamen Dach noch enger zusammenarbeiten.
3 Minuten
27. Sep 2026
André Näpflin wird Leiter Banking und Mitglied der Geschäftsleitung bei Inventx
Mit André Näpflin übernimmt eine erfahrene Führungspersönlichkeit aus den eigenen Reihen per 1. November 2026 die Leitung Banking bei Inventx und wird Mitglied der Geschäftsleitung.
3 Minuten
27. Sep 2026
Swisstopo-App: Das Swisstopo-Webinar gratis zum Anschauen - Gratis: Academy-Webinar
Im PCtipp-Swisstopo-Academy-Webinar war das Thema: «swisstopo-App entdecken: Karten, Funktionen, Tipps & Tricks». Knapp 450 Teilnehmer wollten live dabei sein! Falls Sie nicht teilnehmen konnten, sehen Sie sich das Academy-Video hier nochmals in voller Länge an. Viel Spass dabei!
3 Minuten
27. Sep 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Brack.Alltron CONNECT 2026: Die wichtigste ICT-Leitmesse der Schweiz
Auf der CONNECT 2026 von Brack.Alltron am 26. und 27. August 2026 in Zürich-Oerlikon treffen sich ICT-Professionals zur wichtigsten Fachmesse der Branche. In der Halle 550 präsentiert der Veranstalter Brack.Alltron unter dem Motto «Unboxing Tomorrow» an zwei Tagen die neuesten Trends und Lösungen. 
5 Minuten
27. Aug 2026
Navimow/Segway H5 Pro: Rasenpflege deluxe - IFA 2026
Segway Navimow könnte mit dem auf der IFA (4. bis 8. 9. 2026 in Berlin)  präsentierten H5 Pro der ganz grosse Wurf gelungen sein. Der Mähroboter verspricht eine nahtlose Kombination aus präziser Sensorik, hoher Geländegängigkeit und konsquentem Kantenmähen.
4 Minuten
3. Sep 2026
Die Diskette wird 50 Jahre alt - Geschichte
Die Diskette feiert dieser Tage den 50. Geburtstag und dokumentiert eindrücklich die Miniaturisierung. Denn auf einem heutigen MicroSD-Kärtchen hat die Datenmenge von 4,5 Millionen der ersten 8-Zoll-Floppys Platz.
3 Minuten
27. Sep 2021
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige