Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Neuer Weltrekord bei Kernfusion

Auf dem Weg zur Stromerzeugung durch die Fusion von Atomkernen ist ein neuer Rekord erzielt worden. Das Plasma konnte im Fusionsexperiment "WEST Tokamak" für gut 22 Minuten aufrechterhalten werden.
WEST Tokamak
© (Quelle: cea.fr/)

Die Anlage in Cadarache rund 60 Kilometer nordöstlich von Marseille betreibt die französische Atomenergiekommission CEA gemeinsam mit einem internationalen Forscher-Team. Die Zeitspanne bedeutet eine Verlängerung um 25 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordhalter, dem Fusionsexperiment EAST in China.

Acht Minuten in Deutschland

«Wendelstein X», ein Fusionsexperiment des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Garching bei München, das in Greifswald an der Ostsee nach einem anderen technischen Prinzip (Stellerator) gebaut wurde, kam bisher auf maximal acht Minuten. Ziel ist hier eine halbe Stunde.

Der Erfolg in Cadarache – dort wird auch die Grossanlage Iter errichtet, an der fast alle Nationen beteiligt sind, die Fusionsforschung betreiben – zeigt, dass das mit 50 Mio. Grad Celsius extrem heisse Plasma beherrschbar ist. Magnetkräfte halten es von den Wänden des Reaktorbehälters fern, die bei Kontakt in Sekundenbruchteilen zerstört würden. Ein Reaktor, der tatsächlich zur Stromerzeugung genutzt werden kann, benötigt allerdings ein Plasma, das etwa doppelt so heiss ist. Darin befinden sich nur wenige Gramm Wasserstoffisotope, deren Verschmelzen gigantische Mengen an Wärmeenergie freisetzen.

Iter mit positiver Energiebilanz

Laut CEA wird der nächste Schritt darin bestehen, Plasmen zu erzeugen, die über mehrere Stunden stabil bleiben, wobei die Temperatur immer höher steigt. Ziel ist es letztlich, durch Fusion mehr Energie zu erzeugen als die, die zur Erhitzung des Plasmas eingesetzt wird. Das soll im Experiment Iter gelingen. Auch diese Anlage, die die Weltgemeinschaft mehr als 20 Mrd. Euro kosten wird, kann noch keinen Strom erzeugen. Das ist erst für den nächsten Fusionsreaktor geplant.

Kernfusion, wie sie in der Sonne stattfindet, könnte die Energieversorgung dauerhaft sicherstellen. Die Mengen an Brennstoff sind so gering, dass die Vorräte auf der Erde für alle Zeiten reichen. Reaktoren, die nach diesem Prinzip arbeiten, können aus physikalischen Gründen nicht ausser Kontrolle geraten. Allerdings produzieren sie radioaktive Abfälle, die jedoch bei Weiten nicht so gefährlich sind wie die aus der Kernspaltung. Es dürfte noch Jahrzehnte dauern, bis das erste Fusionskraftwerk Strom und Prozesswärme erzeugt. (pressetext.com)

Forschung
Anzeige

Neueste Beiträge

Europäisches Jolla Phone wird bald Realität
Nachdem genug Vorbestellungen vorliegen, will das finnische Unternehmen Jolla die Produktion seines Smartphones mit der Android-Alternative Sailfish OS starten.
3 Minuten
13. Mär 2026
Snel: das Tachometer am Handgelenk
Die App Snel (niederländisch für «schnell») verwandelt die Apple Watch ein simples, aber plakatives Tachometer.
2 Minuten
13. Mär 2026
Digitalisierung spaltet die deutsche Wirtschaft
Viele Unternehmen profitieren bereits von der Digitalisierung. Gleichzeitig kommt rund die Hälfte mit der Transformation kaum hinterher, und für einige wird sie sogar zur Existenzfrage.
3 Minuten
12. Mär 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Schweizer Funk-Uhren haben deutsche Zeit - Zeitumstellung
Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. Um 02.00 Uhr werden alle Uhren auf 03.00 Uhr eine Stunde vorgestellt. Viele Uhren erledigen dies automatisch. Aber wie eigentlich? Und sollte die Zeitumstellung nicht schon längst abgeschafft werden?
3 Minuten
27. Mär 2024
15 Millionen Seiten aus über 200 Schweizer Zeitungstiteln jetzt online zugänglich
Die Plattform für digitalisierte Zeitungen e-newspaperarchives.ch erreicht einen weiteren Meilenstein. 15 Millionen Seiten aus über 200 verschiedenen Zeitungstitel aus der Schweiz sind nun digitalisiert und online einsehbar.
2 Minuten
25. Feb 2026
Im Test – Logitech Pro X2 Superstrike - Gaming-Innovation
Magnetische Schalter haben die Tastaturwelt bereits aufgerüttelt – nun legt Logitech mit einer ähnlichen Technologie bei der Computermaus nach. Und die hat es in sich: Sie ermöglicht Gamern ungeahnte Anpassungsmöglichkeiten und Vorteile.
4 Minuten
17. Feb 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige