Big Data visualisieren mit AR und VR

Neue Wege mit AR und VR

Mit Augmented und Virtual Reality dagegen bahnt sich ein vollkommen neuer Ansatz für die Visualisierung grosser Datenmengen an. Das Ziel dabei ist, die Barriere zwischen dem Anwender und den Daten verschwinden zu lassen, sodass eine natürliche Interak­tion mit den Daten ähnlich wie mit alltäglichen Objekten möglich ist.
Die Demo von BadVR zeigt das Potenzial der Visualisierungstechnik für Geodaten auf
Quelle: BadVR
Weshalb das so wichtig ist, weiss Sophia Batchelor. Sie ist eine der wenigen Spatial-Computing-Neurowissenschaftler weltweit, die den Einfluss von AR und VR auf unsere Lern- und kognitiven Fähigkeiten erforschen. Die Besonderheit der sogenannten immersiven Datenvisualisierung liegt darin, dass es dabei weniger um zusätzliche Tiefeninformationen, sondern vielmehr um die räumliche Wahrnehmung geht: «Unser Gehirn ist auf einzigartige Weise darauf ausgelegt, den Raum zu verstehen und sich dadurch zu orientieren», erklärt die Neurowissenschaftlerin aus Neuseeland. «Wenn wir uns also durch und um die Daten herum bewegen können, können wir eine bessere [kognitive] Leistung erbringen.» Das bedeutet, dass wir die Informationen nicht nur bildlich darstellen, sondern auch besser verstehen und mit ihnen interagieren können, anstatt passiv eine Reihe von Zahlen in einer Excel-Tabelle oder in einem 2D-Diagramm zu betrachten.
Je nach Datenart und Einsatzbereich bieten AR und VR unterschiedliche Vorteile. Bei der VR-Datenvisualisierung liegt der Fokus auf den Informationen selbst, oder wie George Djorgovski von Virtualitics es fasst: «(…) wenn der Nutzer sich nur auf die Daten konzentrieren möchte, ohne sich durch das visuelle Durcheinander der physischen Welt ablenken zu lassen.» Ausserdem kann Virtual Reality von Natur aus besser für die Visualisierung von abstrakten Daten wie der ganzheitlichen Auswertung des Kundenverhaltens sein – also von Daten, die keinen unmittelbaren Bezug auf den umgebenden Raum haben.
“Der Unterschied (...) ist vergleichbar mit Schwarz-Weiß-Filmen in Mono und Breitbild­filmen in Farbe und Stereo„
George Djorgovski, Virtualitics
Augmented Reality wiederum ist sehr stark durch die Umgebung vordefiniert und ermöglicht deshalb vor allem die Visualisierung von raumbezogenen Daten. Beispiele sind die Signalstärke im Mobilfunk oder Funkwellen. AR ermöglicht hier eine Datenvisualisierung im direkten Kontext. Auch die Interaktion mit anderen Menschen kann in Augmented Reality einfacher sein. Zwar ist es möglich, in Virtual Reality mittels Avatar mit anderen zu interagieren, die AR-Umgebung bietet jedoch einen wesentlich natürlicheren Rahmen zum Austausch von Ergebnissen oder zur gemeinsamen Auswertung der vorliegenden Daten.


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