17.09.2007, 11:36 Uhr

Warnung vor dem Festplattentod

Die Software «HDD Life Pro» berechnet den Zeitpunkt des Festplattencrashs. Eine Google-Studie bezweifelt allerdings, dass das möglich ist.
Im grünen Bereich: HDD Life Pro gibt an, wie gesund die Festplatte derzeit ist.
Wenn die Festplatte wiederholte Klickgeräusche macht, ist es meistens so weit: Die Harddisk beginnt sich ins digitale Jenseits zu verabschieden. Wehe dem, der zu diesem Zeitpunkt noch kein Backup seiner wichtigen Daten gemacht hat.
Doch nun soll Hilfe nahen, und zwar in Form der Software «HDD Life Pro» der deutschen Zonelink. Diese versucht nämlich, vorauszusagen, wann die Festplatte den Geist aufgeben wird. Die zur Berechnung des Hard-Disk-Ablebens benötigten Daten besorgt sich HDD Life Pro von der in heutigen Festplatten eingebauten Smart-Technik (Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology). Dieses System zur Selbstüberwachung misst rund 40 einzelne Werte, darunter die Temperatur, die bisherigen Betriebsstunden und die Rate an Fehlern, die beim Lesen und Schreiben der Platte bereits vorkamen. HDD Life Pro behält die Smart-Informationen im Auge und warnt den Benutzer frühzeitig vor einem möglichen Totalausfall.
Dazu verwendet das Tool die vom Windows-XP-Sicherheits-Center benutzten Warnsymbole wie gelbes Ausrufezeichen und rotes Andreaskreuz. Ist die Disk noch gesund, erscheint ein grünes Häkchen. HDD Life Pro wird als Shareware vertrieben und kostet umgerechnet gut 33 Franken.
Allerdings sollten sich auch die Anwender der neuen Warnsoftware nicht in vollkommener Sicherheit wiegen. Denn eine Studie von Google kommt zum Ergebnis, dass über die Auswertung der Smart-Daten der Total-ausfall von Festplatten in manchen Fällen nicht vorhersagbar sei. Die Suchmaschinen-Königin hat für ihre Untersuchung 100000 Harddisks aus ihren hauseigenen Rechenzentren analysiert.
Neben der relativen Unzuver-lässigkeit von Smart konnte Google auch weitere Konzeptionen in Sachen Festplattenlanglebigkeit ins Reich der Mythen verweisen. So lässt sich kein Zusammenhang zwischen hohen Betriebs-temperaturen und frühzeitigem Harddisk-Tod herstellen. Denn die meisten Platten machten bei einer relativ milden Temperatur von 25 bis 30 Grad schlapp. Dagegen spielten Marke und Modell eine klare Rolle bei der Lebensdauer. Um welche Marken und Modelle es sich handelt, will Google allerdings nicht bekannt geben.


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