Änderung in der Führungsspitze
21.04.2020, 07:52 Uhr

SAPs Co-Chefin geht

Die Co-Chefin des deutschen Business-Software-Konzerns SAP, Jennifer Morgan, verlässt das Unternehmen. Ihr bisheriger Mit-CEO Christian Klein leitet das Unternehmen alleine.
Jennifer Morgan, bisher Co-CEO von SAP, verlässt das Software-Haus
(Quelle: SAP )
Bei Europas wertvollstem Technologiekonzern SAP wird Co-Chef Christian Klein den Konzern alleine weiterführen. Seine Co-Chefin Jennifer Morgan hat sich mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich darauf verständigt, das Unternehmen zum 30. April zu verlassen.
Zur Begründung sich vom Modell einer Doppelspitze abzuwenden und zu einem alleinigen Vorstandsprecher zurückzukehren, führt das Softwareunternehmen an, dass die Entscheidung früher als geplant gefallen sei, um in der Corona-Krise eine eindeutige Führungsverantwortung sicherzustellen.
Morgan kam 2004 zu SAP. Sie wurde im Oktober 2019 zusammen mit Klein zum Co-CEO ernannt. Seit 2017 gehörte sie dem SAP-Vorstand an.

«SAP benötigt eine klare Führung»

Unterdessen hat der neue SAP-Alleinchef Christian Klein den überraschenden Rückzug von Jennifer Morgan von der Konzernspitze mit der Notwendigkeit von schnellen Entscheidungen in der Coronavirus-Pandemie begründet. «SAP benötigt eine klare Führung», sagte Klein am Dienstagmorgen zu Journalisten.
Es habe keine persönlichen Verwerfungen gegeben, versicherte der 39-Jährige. Morgan und Klein hatten erst im Oktober den langjährigen Vorstandschef Bill McDermott abgelöst.

Steigendes Cloud-Geschäft

Auch bei SAP macht sich die Krise im Geschäft bemerkbar. Trotzdem gab sich Finanzchef Luka Mucic zuversichtlich. Das Cloud-Geschäft bleibe ein Wachstumstreiber. Im ersten Quartal legten die neuen Cloud-Buchungen währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,65 Milliarden Euro zu. Sie sind ein Indikator für das künftige Geschäft.
SAP hatte die Kernkennzahlen für das erste Quartal bereits Anfang April veröffentlicht. Demnach reichte es währungsbereinigt noch zu einem Umsatzplus in den ersten drei Monaten von fünf Prozent auf 6,52 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis fiel um ein Prozent auf 1,48 Milliarden Euro, während die am Aktienmarkt viel beachtete Marge um 1,3 Prozentpunkte auf 22,6 Prozent nachgab.

Autor(in) sda / jst


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