Veritas-Studie 26.11.2018, 14:30 Uhr

Schweizer Firmen haben Compliance-Nachholbedarf

Schweizer Firmen haben in Sachen Datensicherung und Compliance noch grossen Nachholbedarf. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Vanson Bourne im Auftrag von Veritas.
Faktoren, die das Datenmanagement behindern
(Quelle: Veritas)
Längst sind Daten als das wichtigste digitale Gut von Unternehmen gesetzt. Doch bei der Mehrheit der Schweizer Firmen lässt sich das tägliche Datenmanagement noch deutlich verbessern, so eine neue Studie von Veritas Technologies, dem weltweit führenden Anbieter für Datensicherung in Unternehmen.
Firmen, die mit Kundendaten umgehen, stehen heute unter besonderer Beobachtung: Die globalen Schlagzeilen über Verletzungen des Datenschutzes reissen nicht ab und weltweit werden strengere Vorschriften zur Daten-Compliance eingeführt. Auch das Schweizer Datenschutzgesetz steht unter Revision. Für Unternehmen ist es daher wichtiger denn je, über ein strukturiertes Risikomanagement zu verfügen, um Daten zu sichern und notwendige Erkenntnisse zu gewinnen, die das Geschäft vorantreiben.
Eine Studie von Vanson Bourne im Auftrag von Veritas zeigt, dass IT-Entscheider und Datenmanager dabei an einigen Stellen noch Verbersserungspotenzial sehen, etwa bei der Sicherstellung der Daten-Compliance (73 Prozent) sowie in Sachen Datensicherheit und -risiken (79 Prozent). Darüber hinaus gaben 85 Prozent der Interviewten an, dass auch hinsichtlich Transparenz und Kontrolle der Daten noch Luft nach oben ist, weitere 73 Prozent beanstanden die Prozesse zur Wiederherstellung von Daten nach Verlust oder einem Ransomware-Angriff. Lediglich 17 Prozent glauben, dass ihr Unternehmen Daten effektiv nutzt, um das Unternehmen voranzubringen.
Die Umfrage zeigt auch, dass in der Schweiz nur 18 Prozent der IT-Fachkräfte der Meinung sind, dass Mitarbeiter unterschiedlicher Funktionen bereits jetzt nahtlosen Zugriff auf Unternehmensdaten haben und sie über verschiedene Abteilungen hinweg übertragen werden können. Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten finden, dass ihre Firma den Datenaustausch über die Unternehmensbereiche hinweg noch verbessern könnte.

Herausforderung Datenflut

Folgende Faktoren erschweren nach Meinung der Interviewten das Datenmanagement in ihrem Unternehmen besonders:
  • Die Kosten für das Datenmanagement steigen (51 Prozent).
  • Es werden zu viele verschiedene Tools und Systeme genutzt, um effektiv zu arbeiten (40 Prozent).
  • Die Fähigkeiten und/oder die Technologie, um den Wert der Daten voll auszuschöpfen, fehlen (36 Prozent).
  • Es sind zu viele Datenquellen, über die man sich einen Überblick verschaffen muss (34 Prozent).
  • Daten können nicht zuverlässig gesichert und wiederhergestellt werden (23 Prozent).
  • Es gibt keine zentrale Strategie oder keinen zentralen Ansatz für das Datenmanagement (20 Prozent).
Dagegen gaben nur 3 Prozent der IT-Fachkräfte an, dass ihre Unternehmen keine Herausforderungen im Datenmanagement zu bewältigen haben.
Thomas Benz
Quelle: Veritas
«Das exponentielle Wachstum unstrukturierter Daten hat dazu geführt, dass Unternehmen Informationen in vielen verschiedenen Umgebungen speichern. Im Durchschnitt befindet sich davon 35 Prozent in der Cloud, 54 Prozent der Daten sind On-Premises gespeichert», sagt Thomas Benz, Country Manager Schweiz und Österreich bei Veritas Technologies. «Je isolierter und umfangreicher die Daten werden, desto schwieriger ist es auch, sie zu finden, zu verwalten, darauf zuzugreifen und sie zu sichern. Dann stehen Unternehmen vor einer grossen Herausforderung», fügt er an.

«Wir leben in einer Zeit, in der ein effektives Datenmanagement die Digitalisierung in Unternehmen vorantreiben, neue Geschäftsmodelle eröffnen und Kosten durch Automatisierung reduzieren kann. Genauso kann es Firmen aber auch in die Knie zwingen, wenn es fehlt», lautet die Analyse von Benz. «Deshalb sollten die Firmen in die Vereinfachung des Datenmanagements investieren, komplexe Prozesse entfernen und so eine solide Grundlage schaffen – nicht nur, um sich vor Cyberkriminellen zu schützen oder Datenvorschriften einzuhalten, sondern auch, um den Weg für Innovation und Erfolg in der heutigen digitalen Wirtschaft zu ebnen», rät der Veritas-Country-Manager folglich.
Nur noch 54 Prozent der Daten liegen beim Unternehmen «on premise»
Quelle: Veritas



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