Social Engineering 05.07.2018, 14:05 Uhr

Melani warnt vor «E-Banking-Anrufen»

Laut einer Warnung der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) mehren sich in den letzten Tagen Meldungen zu betrügerischen Anrufen bei Firmen.
In den letzten Tagen mehren sich wiederum Anrufe bei potenziellen Opferfirmen, in denen sich Angreifer als Bankmitarbeiter ausgeben. Hiervor warnt aktuell die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani). Die Anrufer bitten um die Ausführung von Zahlungen oder geben vor, ein Update beim E-Banking durchführen zu müssen, das anschliessend getestet werden soll. 
Die Angreifer versuchen dabei typischerweise die Mitarbeitenden der Firma zu überzeugen, eine Fernzugriffssoftware (zum Beispiel NTR-Cloud, Teamviewer) zu installieren, verbinden sich dann mit dem  Computer des Opfers und täuschen vor, ein E-Banking-Update durchzuführen. Anschliessend geben die Täter vor, dass das Update getestet werden müsse und versuchen das Opfer zu überzeugen, seine Zugangsdaten für das E-Banking der Firma einzugeben.
Anhand einer Testzahlung wollen die Angreifer angeblich die Funktionsweise des Systems überprüfen. Ist die Zahlung durch eine Kollektivunterschrift geschützt, versuchen die Betrüger das Opfer zu überzeugen, alle Unterschriftsberechtigten zu organisieren, um die Zahlung freizugeben.

Weitere Masche

In einer anderen Variante werden die Opfer angewiesen, aufgrund von dringenden E-Banking Updates für einige Tage auf das E-Banking zu verzichten. Im Falle von dringenden Transaktionen soll das Opfer eine durch die Betrüger angegebene Rufnummer kontaktieren. Ruft das Opfer den falschen Bankmitarbeiter an, um eine E-Banking Transaktion durchzuführen, werden sowohl Benutzername und Passwort als auch das Einmalpasswort nachgefragt. Der Angreifer bekommt so Zugang zum E-Banking der Firma. Dieses Vorgehen kann so lange wiederholt werden, bis das Opfer misstrauisch wird.

Empfehlungen von Melani

Mit der Warnung hat Melani auch Verhaltensempfehlungen veröffentlicht. So sollten Unternehmen kontrollieren, welche Informationen über die eigene Firma online zugänglich sind. «Geben Sie auf Ihrer Firmen-Website nie die E-Mail-Adressen von Vorstand bzw. Mitarbeitenden preis – verwenden Sie generische E-Mail Adressen», so der Melani-Tipp.
Zudem sollten die Betroffenen misstrauisch sein, falls sich jemand mit ungewohnten Anliegen meldet. Bei ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen und Aufforderungen sei es empfehlenswert, innerhalb der Firma Rücksprache zu nehmen, um die Richtigkeit des Auftrages zu verifizieren, empfiehlt Melani.
Firmen und auch Privatpersonen sollten darüber hinaus niemals per Telefon, E-Mail oder im Internet persönliche Zugangsdaten an Dritte weitergeben. «Finanzinstitute werden Sie nie in einem Telefongespräch, E-Mail oder einer Kurznachrichtdazu auffordern, vertrauliche Personendaten anzugeben», schreibt Melani.
Auf keinen Fall sollte man Software installieren, wenn man telefonisch oder schriftlich dazu aufgefordert wird. «Erlauben Sie niemals einen Fremdzugriff auf Ihren Computer», empfiehlt das Melani schliesslich. Keine Bank werde einen auffordern, an Tests von irgendwelchen Sicherheitsupdates mitzuwirken.


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